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Weniger ist mehr: Natürlichkeit als neue Ästhetik

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Der neue Trend in der Ästhetik heißt Natürlichkeit. Immer mehr Patient:innen streben danach, ihre individuelle Schönheit dezent zu bewahren, anstatt sie radikal zu verändern. Wir beleuchten, wie minimalinvasive Treatments und chirurgische Präzision diesen Wandel prägen.

Schönheitsideale entwickeln sich stetig weiter. Doch die Sehnsucht nach einem frischen, gepflegten und jugendlichen Aussehen bleibt konstant. Glücklicherweise hat sich die ästhetische Medizin in den letzten Jahren von übertriebenen Korrekturen entfernt und setzt stattdessen auf Natürlichkeit. Spannende neue Wirkstoffe und fortschrittlichere Behandlungsmöglichkeiten helfen dabei, die individuelle Schönheit dezent hervorzuheben, ohne die Gesichtszüge zu verfremden. Es gibt sogar einen Begriff ­dafür: Authentische Ästhetik.

Damit ist ein Ansatz gemeint, der sich von starren, idealisierten Schönheitsstandards löst. Das Ziel ist es, die individuelle Schönheit eines Menschen zu betonen und zu erhalten, ohne die Natürlichkeit zu opfern. Eine Philosophie, die Dermatologin Dr. Kerstin Ortlechner in ihrer Wiener Praxis seit jeher verfolgt: »Für mich bedeutet Authentische Ästhetik, meinen Patient:in­nen nur Behandlungen oder Produkte zu empfehlen, hinter denen ich hundertprozentig stehe. Ich teste fast jede Behandlung in meiner Praxis zuerst selbst. Das gibt mir die Sicherheit, authentisch vermitteln zu können, dass etwas gut, effektiv und sicher ist.«

Schönheit ist individuell – und so sollte auch jede Behandlung sein.

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Dieses Phänomen ist ein bewusster Gegentrend zu standardisierten Looks und hat sich etwa seit den späten 2010er-Jahren verstärkt etabliert. Es ist eine direkte Reaktion auf die »Überfüllung« durch Filler – das sogenannte »Pillow Face« oder »Instagram Face«. Lag der Fokus früher auf der Korrektur einzelner Mängel wie dem Glätten von Falten oder dem Vergrößern der Lippen, liegt er heute auf Prävention und der Erhaltung des individuellen Charakters. Die Patient:innen wollen frischer, erholter und gesünder aussehen – aber immer noch wie sie selbst.

Die Dermatologin bestätigt diesen Wandel: »Das Schönheitsideal hat sich – zumindest in meiner Praxis – sehr in Richtung Natürlichkeit verändert. Es geht darum, minimalinvasiv zu unterstreichen und elegant zu altern, ohne dass man einen riesigen Unterschied sieht. Wir sehen einen klaren Wandel weg von aufgeblasenen ­Gesichtern hin zu mehr Authentizität und Charakter.« Dennoch mahnt sie zur Vorsicht: Die sozialen Medien verbreiten weiterhin unrealistische Schönheitsideale. »Die Nachfrage nach ­extrem definierten Wangenknochen oder sehr großen Lippen, oft von sehr jungen Patient:innen, ist nicht unbedenklich. Es ist unsere Pflicht als verantwortungsvolle Ärzt:innen, diesem Wandel aktiv entgegenzuwirken«, erklärt sie.

Finger weg von sozialen Medien: Das sind unrealistische Schönheitsideale.

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Es geht darum, minimalinvasiv zu unterstreichen und elegant zu altern, ohne dass man einen riesigen Unterschied sieht.

Dr. Kerstin Ortlechner

Dermatologin

Dr. Kerstin Ortlechner

Dermatologin

Schönheit mit Verantwortung

Tatsächlich kommen Patient:innen häufig mit Fotos von Stars wie Kylie Jenner, ­Lindsay Lohan oder Kris Jenner in die ­Praxis. Doch der Trend geht weg vom ­Kopieren. Dr. Harald Beck, Spezialist für Plastische Chirurgie in Wien, erklärt: »Wir wollen negative Aspekte des Alterns verstecken, aber die individuelle Persönlichkeit erhalten. Gerade moderne Techniken wie das SMAS oder Deep-Plane-Facelift erlauben ein authentisches Bild, weil überhaupt kein gestraffter Eindruck entsteht. Lindsay Lohan und Co schauen auf einmal mehr nach sich selbst aus als vor der OP.«

Der wichtigste Schritt ist, eine seriöse Praxis zu finden. Dr. Beck setzt auf eine ­versteckte Sozialanamnese. Er spricht mit potenziellen Patient:innen über ein Thema, das überhaupt nichts mit dem eigentlichen Veränderungswunsch zu tun hat, um ein Gespür für sein Gegenüber zu bekommen. Er und seine Kollegin Dr. Ortlechner sehen oft bildhübsche Patient:innen, die unrealistischen Idealen nacheifern. Die Dermatologin betont: »Hier liegt es an uns Ärzt:innen, aufzuklären und zu begleiten. Ich nehme mir viel Zeit für diese Gespräche und behandle oft gar nicht, sondern rede nur. Wenn ich auch nur einen Bruchteil dieser Patient:innen zum Umdenken bewegen kann, bin ich zufrieden.« Denn die Gefahr ist real: Viele Patient:innen gehen, wenn sie abgelehnt werden, einfach zur nächsten Praxis, in der dieser ethische Aspekt ignoriert wird.

Erfahrene und seriöse Ärzt:innen arbeiten immer gemeinsam mit ihren Patient:in­nen ein individualisiertes Behandlungskonzept aus, das zur Hautbeschaffenheit und Physiognomie passt.

Sanft, aber wirksam: Gezielt gesetzte Mikroverletzungen regen die körpereigene Kollagenproduktion an.

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Dr. Beck bestätigt den gesellschaftlichen Wandel: »Der gesamtheitliche Aspekt kommt immer mehr zum Tragen. Große falsche Brüste an sehr schlanken, burschikosen Frauenfiguren werden heute nicht mehr ­akzeptiert. Nur ein stimmiger Körper, der ein einheitliches Maß an Definiertheit, Fett­anteil und Trainingsgrad zeigt, ergibt ein authentisches und attraktives Gesamtbild

Ganzheitlich zum Glow

Im Vorhinein kann niemand ausschließen, ob der Weg zu einem authentischen, attraktiven Gesamtbild minimalinvasive Methoden oder einen plastisch-chirurgischen ­Eingriff erfordert. Celebrities wie Lindsay Lohan oder Kris Jenner haben mehr als nur ein Facelift erhalten, so Dr. Beck. »Hier kommt das Thema der Grenzzonen ins Spiel. Sieht man im Gesicht eine Grenze zwischen einem behandelten und einem unbehandelten Areal, wirkt das unnatürlich.«

Dank moderner minimalinvasiver Treatments wie Botox, Hyaluronsäure oder PRP (Platelet-Rich Plasma) passieren Fehler wie eine eingefallene Mundpartie zwischen gestrafften Wangen heute kaum noch. In Dr. Becks Ästhetikzentrum kümmert sich seine Frau als Dermatologin gezielt um die Hautalterung mit Laserrejuvenation, Peelings und anderen Treatments. Nur so kann ein realistischer Teint passend zum chirurgischen Eingriff gewährleistet werden.

Auch im minimalinvasiven Bereich bewegt man sich weg von künstlichen Looks. Die Behandlungsstatistik der VDÄPC (Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen) zeigt, dass ästhetisch-plastische Operationen und minimalinvasive Behandlungen im vergangenen Jahr um je rund 14,7 Prozent zugenommen haben. Dabei liegen minimalinvasive Behandlungen noch immer vorne. Ein Drittel der Patien­t:innen ist unter 30 Jahre alt und fragt verstärkt nach Biostimulatoren wie Exosome oder Polynukleotide. »Biostimulatoren sind eine fantastische, subtile Methode, um das Gesicht frischer aussehen zu lassen«, bestätigt Dr. Ortlechner.

Wer frisch aussehen will, muss am Ball bleiben.

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Die Wirkung ist wissenschaftlich fundiert: »Polynukleotide stammen aus Lachssperma und aktivieren nach der Injektion die Fibroblasten, was zu einer strafferen Haut führt. Ich verwende sie vor allem im Bereich der Unterlider«, erklärt die Dermatologin. Eine effektive Alternative zu Injektionen sind Energy-based Devices wie Ultherapy, ­Radiofrequenz-Needling oder medizinisches Microneedling. »Wir injizieren hier keine Substanzen, sondern leiten Energie ein. Der durch Nadelstiche, Radiofrequenz oder Ultraschall abgegebene Reiz führt zu einer gesteuerten Mikroverletzung«, erklärt die Expertin. Dies zwingt den Körper, neues Kollagen zu produzieren, wodurch die Haut sichtbar gestrafft wird.

Wir wollen negative Aspekte des Alterns verstecken, aber die individuelle Persönlichkeit erhalten.

Dr. Harald Beck

Arzt für Plastische Schönheitschirurgie

Dr. Harald Beck

Arzt für Plastische Schönheitschirurgie

Training für die Haut

Die Fachwelt blickt auf eine Zukunft, in der Authentizität und Sicherheit das oberste Gebot sind. Nur wer seine Fachkompetenz und ständige Weiterbildung ­garantieren kann, kann das Vertrauen ­seiner Patien­­t:innen auch wirklich rechtfertigen. Parallel dazu müssen diese allerdings auch wissen, dass Ästhetik ein kontinuier­licher Prozess ist.

Dr. Ortlechner veranschaulicht es mit ­einem Vergleich: »Es ist wie beim Training: Wenn man ein Jahr intensiv Muskeln ­aufbaut und dann aufhört, ist der Effekt ­irgendwann weg. In der ästhetischen ­Medizin funktioniert der Erhalt der Frische nur durch ein kontinuierliches Investment.« Die wichtigste Grundlage dafür ist jedoch die Eigenverantwortung: Eine konsequente tägliche Skincare-Routine und ein gesunder Lebensstil – vor allem der Schutz vor der Sonne – sind essenziell. Wer dieses Fundament legt, benötigt oft keine oder nur minimale Eingriffe, um dauerhaft frisch und erholt auszusehen.

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