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Altbau Flair und Atelier: So lebt der Wiener Künstler TOMAK

Design
Kunst
Wohnen

In der Kunst geht TOMAK schon immer seinen eigenen Weg, anzuecken ist durchaus Bestandteil davon. In Wien lebt der Künstler hoch über der Mariahilfer Straße in einem repräsentativen Altbau mit angeschlossenem Atelier und selbst designten Möbeln.

LIVING: Sie leben in einer großen Altbauwohnung inmitten des sechsten Wiener Gemeindebezirks, Leben und Arbeit fließt ineinander. Wie geht es Ihnen damit?

TOMAK: Leben und Arbeit lässt sich bei mir nicht trennen. Ich arbeite ständig und selbst wenn ich nicht arbeite, denke ich daran. Die Wohnung lässt es zu, dass ich mich ausbreite, das schätze ich sehr. In intensiven Arbeitsphasen ist alles voll mit Texten, Skizzen und Büchern. Ich bin ein großer Bücherfan. Sie sind integraler Bestandteil meiner Arbeit.

Unmittelbar angeschlossen befindet sich das Zeichen-Atelier.

In meinen Arbeiten kommen sowohl Zeichnung als auch Malerei vor. Allerdings ist es im Arbeitsprozess für mich wichtig diese voneinander zu trennen. Die Malerei ist patzig, rau und wild. Das mache ich gemeinsam mit meinem Assistenten im fußläufigen, großen Atelier. Hier in der Wohnung gebe ich der Zeichnung Raum, die auch im Entstehungsprozess etwas sehr Feines, Fragiles hat. Die beiden Orte ermöglichen mir die Elemente vorerst zu trennen und erst in einem zweiten Schritt zusammenzuführen. Wenn es meine Arbeiten aus dem Atelier in die Wohnung geschafft haben, werden sie hier auf ihre Standfestigkeit überprüft, nur die Besten schaffen es in Ausstellungen, ich habe einen sehr hohen Anspruch an mich selbst.

TOMAK lebt und arbeitet in einem großzügigen Altbau im sechsten Wiener Gemeindebezirk.

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In der gesamten Wohnung hängt viel eigene Kunst. 

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In der Wohnung fließt Arbeit und Leben ineinander.

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In seiner Wohnung werden Bilder zur Probe gehängt, die Besten schaffen es in Ausstellungen.

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Stilistisch ist die Wohnung ein repräsentativer Wiener Altbau, die eklektische Einrichtung stammt teils aus der eigenen Feder. Woher kommen die Ideen und Design-Stücke?

Eine Einrichtung muss wachsen. Eigentlich wollte ich hier mit meiner damaligen Partnerin einziehen, als das nicht zustande kam, hatte ich plötzlich viel Platz. Mir war klar, dass ich diese Wohnung standesgemäß bespielen will. In Einrichtung kann man wahnsinnig viel Zeit und Geld investieren. Mit der Zeit ist ein buntes Sammelsurium entstanden. Bei manchen Dingen bin ich nicht fündig geworden, also habe ich sie selbst entworfen.

Was war das beispielsweise?

Für das Esszimmer habe ich nichts Passendes gefunden, also habe ich Tisch, Regale und Sitzbank selbst designt. Die Bank hat etwas Soziales, man kann zusammenrücken, meine Gäste mögen das. Für die Oberfläche des Tischs habe ich eine raue Oberfläche gewählt, ich mag diese natürliche, grobe Haptik. Die Regale sind so gefertigt, dass ich sie immer wieder umstellen kann. Je nach  Werken, die ich gerade hier zur Feuertaufe probehänge. Bei großen Formaten müssen die Regale weichen. Auch den Luster habe ich anfertigen lassen. Aus etlichen Nachttisch-Appliken eines Hotels. Auch der Teppich im Arbeitszimmer ist, angelehnt an Josef Hoffmann, selbst designt. 

Ein präsenter Bestandteil sind Bücher, inwiefern sind sie Teil des Arbeitsprozesses?

Meine Bücher sind der Anfang von allem, ich lese mich intensiv in Themen, Kunst- und Philosophieströmungen ein. Mir geht es dann um die Zersetzungen der Weisheiten und das Ausbrechen aus den eigenen Assoziationen. Die Philosophen ringen mit dem Sinn, der Sprache, die oft die Wurzel aller Probleme ist. Die Sprache ist ein zentrales Thema in meinem Werk, ich schreibe auch viele Texte, teils auch in die Bilder. Selber versuche ich dabei meinungslos zu bleiben und lediglich Positionen gegenüberzustellen. 

Dennoch sind politische Aktionen Teil des Schaffens. 

Ich bin meinungslos, aber nicht haltungslos und ich verstehe es als Aufgabe eines Künstler sich für jene einzusetzen, denen es nicht so gut geht und die Aufmerksamkeit mit Kunstaktionen auf diese Themen zu lenken. 

Nach Ausstellungen in Österreich (u. a. Albertina Wien, Kunsthalle Wien, Rupertinum – Museum der Moderne Salzburg, Landesmuseum NÖ, MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/ Gegenwartskunst) und im Ausland (Kunsthuis Yello Art, Geel, Belgien; Lehmbruck Museum Duisburg) sind TOMAKs Arbeiten aus Malerei, Zeichnung, Skulptur, Text und Performance in zahlreichen renommierten Museen und Sammlungen präsent. TOMAK (*1970) lebt und arbeitet in Wien. Er wird von den Galerien Sommer, Petra Seiser und Gölles vertreten. 

Verena Schweiger
Verena Schweiger
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