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Design, das polarisiert: Diese Möbelstücke wurden vom Wagnis zum Klassiker

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Was heute Kultstatus genießt, galt einst als Zumutung. Viele der größten Designikonen wurden anfangs belächelt, verspottet oder schlicht nicht verstanden. Doch gerade ihre provokante Andersartigkeit machte sie zu Pionieren und zeigt, dass gutes Design nicht immer gefällig sein muss.

Designgeschichte ist auch eine Geschichte des Widerstands – gegen Konventionen, gegen Sehgewohnheiten, gegen Perfektion. Als Le Corbusier in den 1920er-Jahren seine kühlen Stahlrohrmöbel präsentierte, galten sie als kalt und unmenschlich. Heute sind sie Synonyme für Modernität. Ähnlich erging es Charles und Ray Eames, deren Lounge Chair zunächst als zu »amerikanisch luxuriös« kritisiert wurde – bevor er zum Sinnbild eleganter Bequemlichkeit wurde. Design, so zeigt sich, braucht manchmal Zeit. Was in seiner Entstehung irritiert, wird mit Abstand zur Ikone. Und nicht selten entscheidet die Gesellschaft, wann sie bereit ist, Schönheit neu zu definieren.

Philippe Starck: Der Zitronenpresser, der keiner sein wollte

Als Philippe Starck 1990 seine »Juicy Salif« für Alessi entwarf, wurde sie von Kritikern zerrissen. Zu unpraktisch, zu exzentrisch, zu wenig funktional – eine Zitronenpresse, die mehr spritzt als presst. Doch genau das war der Punkt: Starck hatte nie vor, ein perfektes Werkzeug zu schaffen, sondern ein Designobjekt, das Emotionen weckt. Heute ist »Juicy Salif« eines der meistverkauften Alessi-Produkte – ein Sinnbild dafür, dass Design auch provozieren darf, um zu bleiben.

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Eero Aarnio: Der Ball Chair als Symbol der Popkultur

Als der Finne Eero Aarnio 1963 seinen kugelförmigen »Ball Chair« präsentierte, reagierte die Fachwelt irritiert: ein Stuhl wie ein Raumschiff, aus Kunststoff, mit geschlossener Rückwand – zu futuristisch, zu verspielt. Doch genau dieser Mut zur Form wurde zum Symbol einer neuen Zeit. Der Ball Chair prägte das Design der 1960er-Jahre und tauchte in Filmen, Modekampagnen und Popkultur auf – ein Möbelstück, das den Begriff »Raum« neu dachte, indem es einen eigenen schuf.

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Verner Panton: Die Angst vor dem Unkonventionellen

Der Panton Chair (1967) war der erste freischwingende Stuhl aus einem einzigen Stück Kunststoff und wurde zunächst als zu bunt, zu billig und zu synthetisch kritisiert. Doch Verner Panton blieb seiner Vision treu: Design sollte Spaß machen, Emotionen wecken und demokratisch sein. Heute gilt der Panton Chair als eines der wichtigsten Möbelstücke des 20. Jahrhunderts – eine Ode an Mut, Material und Form.

Ettore Sottsass und Memphis: Zwischen Kitsch und Kult

Als Ettore Sottsass 1981 das Memphis-Kollektiv gründete, war die Empörung groß. Pastellfarben, wilde Muster, Plastiklaminate – eine bewusste Abkehr von der »guten Form«. Kritiker nannten es Kitsch, doch Sottsass wollte nichts weniger als das Design revolutionieren. Heute ist Memphis das Sinnbild postmoderner Freiheit. Originale erzielen Rekordpreise auf Auktionen, und Designer:innen wie Kelly Wearstler oder Sabine Marcelis zitieren die Ästhetik in neuen Kontexten.

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Gaetano Pesce: Der Sessel, der zu laut war

Der UP5_6 Chair, besser bekannt als »La Mamma«, war 1969 ein Skandal. Ein voluminöser Sessel mit kugelförmigem Hocker, der an weibliche Formen erinnerte. Pesce wollte damit ein Statement zur Rolle der Frau setzen, doch viele empfanden das Design als provokant und unverständlich. Heute gilt das Werk als feministisches Manifest, das seiner Zeit weit voraus war – ausgestellt im MoMA und neu aufgelegt von B&B Italia.

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Redaktion
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