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© Kartell S.p.A.

Milan Design Week 2026: Kartell zeigt klare Linien und starke Wohnbilder

Interior Design
Salone del Mobile
Messe
Design
Inspiration

Kartell verbindet am Salone del Mobile 2026 neue Produkte und klare Formideen. Wir waren Vorort, trafen die Designer und konnten uns von einer stark erzählten Rauminszenierung überzeugen.

Philippe Starck & Falstaff LIVING Herausgeberin und Chefredakteurin Angelika Rosam

Falstaff LIVING Herausgeberin und Chefredakteurin Angelika Rosam & Kartell Eigentümerin Lorenza Luti

Kartell präsentiert auf dem Salone del Mobile 2026 einen Stand, der als klar komponierte Folge von Szenen gedacht ist. Weißraum, Kunst, Farbe und Objekt stehen in einem Verhältnis, das jedem Entwurf seine eigene Präsenz lässt. Kapitel wie »Valore«, »Texture«, »Aria« und »Prospettiva« verleihen dem Auftritt eine Dramaturgie, in der sich Komfort, grafische Strenge, Licht und dekorative Momente nach und nach erschließen.

Ludovica Serafini & Roberto Palomba

»HiRay Sunbed« von Ludovica Serafini & Roberto Palomba

© Falstaff LIVING

Bei Ludovica Serafini und Roberto Palomba rückt mit dem »HiRay Sunbed« eine offenere, sommerlichere Seite des Kartell-Auftritts in den Fokus. Die roséfarbene Szene mit der filigranen Liege erscheint am Stand wie ein Ruhepol und bringt Leichtigkeit in den Parcours. Kartell führt das neue »HiRay SUNBED« im Kapitel »Aria« als Erweiterung der HiRay-Kollektion und beschreibt Metallgeflecht, Luftigkeit und Transparenz als prägende Merkmale.

Patricia Urquiola

»Cesel« von Patricia Urquiola

© Falstaff LIVING

»Lepid« von Patricia Urquiola

© Falstaff LIVING

Mit einer klaren Verbindung aus Grafik, Oberfläche und Objektwirkung setzt Patricia Urquiola einen besonders präzisen Akzent. Die Regale und Konsolen »Lepid« arbeiten mit markanten Profilen und einer zeichnerischen Klarheit. Dem gegenüber steht »Cesel« mit Gläsern und Tabletts, die feiner wirken und stärker über Textur und Licht funktionieren. »Lepid« ist als System aus Regalen, Boards und Konsolen angelegt, bei dem das Profil selbst zum prägenden gestalterischen Element wird. »Cesel« hingegen greift die Idee fein strukturierter Oberflächen auf und übersetzt sie in eine Tischkultur aus Gläsern, Karaffe und Tablett.

Philippe Starck

»Gioli« von Philippe Starck

© Falstaff LIVING

»Aurora Bella« von Philippe Starck

© Falstaff LIVING

»Bonheur du Jour« von Philippe Starck

© Falstaff LIVING

»Bonheur du Jour« von Philippe Starck

© Falstaff LIVING

Philippe Starck ist am Stand mit mehreren Motiven präsent. Die Leuchten »Gioli« mit ihren plissierten Schirmen bringen eine vertraute, klar gezeichnete Eleganz in den Raum. Dazu kommt die Pendelleuchte »Aurora Bella«, die als warmer Lichtkörper über dem roséfarbenen Interieur schwebt. Kartell fasst Gio, Gioli, Giota und Aurora Bella im Kapitel »Valore« zusammen und beschreibt damit eine Linie zwischen Erinnerung und Gegenwart. Das Bouclé-Loungebild ergänzt dazu »Bonheur du Jour«, das Philippe Starck bereits als großzügigen, komfortorientierten Sessel für Kartell entwickelt hat. So entsteht innerhalb von Starcks Beitrag ein Zusammenspiel aus Licht, Weichheit und klarer Form.

Piero Lissoni

»Yve’s« von Piero Lissoni

© Falstaff LIVING

Einen reduzierteren Ton setzt Piero Lissoni mit »Yve’s«. Die farbigen Sessel vor dem großformatigen Stillleben gehören zu jenen Bildern, die im Rundgang sofort hängen bleiben. Kartell beschreibt den Entwurf als aus einer gebogenen Linie entwickelt, die Basis, Armlehnen und Rückenstütze in einer leichten Rohrstruktur zusammenführt. Diese Klarheit zeigt sich auch in der Szene vor Ort. Die Konstruktion bleibt leicht, die Farbigkeit ist präzise gesetzt und das Zusammenspiel mit dem Hintergrund wirkt sorgfältig abgestimmt.

Fabio Novembre

»Cardio« von Fabio Novembre

© Falstaff LIVING

Mit »Cardio« setzt Fabio Novembre eines der bildstärksten Motive des gesamten Auftritts. Der rote Solitärsessel vor dem großformatigen Wandbild entwickelt eine eigene Raumwirkung. Seine Form nimmt das Herzmotiv auf und übersetzt es in ein weiches, tragendes Volumen. So wird der Sessel nicht nur zum Blickfang, sondern zum ordnenden Element des gesamten Bildes. Das Möbelstück steht nicht nur im Raum, es strukturiert ihn.

Jeder Handschrift ihr eigener Raum

Bei Kartell steht 2026 weniger ein einzelnes Hero Piece im Mittelpunkt als die Art, wie sehr unterschiedliche Entwurfspositionen nebeneinander auftreten. Der Stand wirkt offen, sorgfältig gebaut und gut gegliedert. Farbe, Weißraum, Kunst und Produkt geben jeder Handschrift ihren eigenen Raum. So bleibt der Auftritt als sorgfältig entwickeltes Gesamtbild im Gedächtnis.

Angelika Rosam
Angelika Rosam
Falstaff LIVING Herausgeberin
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