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© Dinodo Studio

Minimalistisches Interior-Design: Schwarz-Weiß im Trend

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Interior Design
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Farbe

Klare Kontraste entlasten die Gedanken. Wie schön, dass angesagte Interior-Designer:innen diesem minimalistischen Wohntrend folgen und mit Schwarz-Weiß beruhigende Akzente in unser Zuhause bringen.

Purismus scheint die Antwort vieler Interior-Designer:innen auf turbulente Zeiten zu sein. Das zeigte sich schon vor rund einem Jahrhundert, als nach Historismus und Jugendstil mit dem modernen Bauhaus-Stil und der Neuen Sachlichkeit schlichte Möbelklassiker auf den Markt kamen, die bis heute modern sind. So entwarf Möbeldesignerin Charlotte Perriand einfache Liegen und Sitzelemente vorwiegend aus schwarzem oder weißem Leder, Le Corbusiers Lounge-Möbel »LC2« und »LC3« werden von Cassina bis heute in strahlendem Weiß oder tiefem Schwarz produziert, genau wie der »Stuhl 7« aus glänzend schwarzem Klavierlack, den Arne Jacobsen für Fritz Hansen kreierte. Auch der zeitlose »Eames Plastic Armchair«, mit einer Sitzfläche aus Checker-Stoff in Schwarz-Weiß, spielt als zeitloser Eyecatcher mit der Geometrie des Schachbretts.

Geometrie zum Anfassen
Der Teppich »Rondò« aus der Kooperation Dinodo x Morandini ist eine hochwertige, handgetuftete Komposition aus Wolle, Leinen und Bambusseide.
dinodostudio.com

© Dinodo Studio

Marcello Morandini
Der Künstler und Designer auf seiner puristischen Sitzbank.
morandinimarcello.com

© Georg Pöhlein

PASSI NELLA GEOMETRIA

Auch dieses Jahr erlebt minimalistisches Interior-Design eine Renaissance. In einer visuell überreizten Welt wächst das Bedürfnis nach Ordnung, Struktur und Ruhe im privaten Raum. Dass klare Kontraste das Denken entlasten, belegen psychologische Studien: Weniger Reize verlangen weniger Entscheidungen. So kann Ruhe einkehren. Weiß steht für Offenheit und gibt Raum zum Atmen, Schwarz schafft Erdung und visuelle Stabilität. Schwarz-Weiß gestaltete Räume wirken zeitlos, lassen Raum für Architektur, Licht und Proportionen und erzeugen mit klaren Formen räumliche Harmonie. Hier setzt auch Designer Marcello Morandini mit seinen geometrischen Entwürfen für Studio Dinodo an. Morandini ist mit seiner reduzierten Formensprache einer der führenden Vertreter:innen der Konkreten Kunst in Europa.

»Bonheur du jour«
Philippe Starcks sanfter Stuhl in Schwarz-Weiß, mit klaren Konturen und fließenden Linien für kartell.com.

© Kartell/Simona Pesarini

International bekannt wurde der Designer aus Mantua durch seine konstruktiven Entwürfe in Schwarz und Weiß, genau an der Schnittstelle von Kunst, Design und Architektur. Seine Möbel, Objekte und architektonischen Konzepte folgen dem klaren System von Quadraten, Kreisen, Linien und Rastern. Dabei geht es Morandini nie um Dekoration, sondern um Ordnung, Logik und visuelle Disziplin. »Die Formen bergen unendliche Botschaften. Ich versuche, die Bewegung der Geometrie und alles, was darin verborgen liegt, zu ergründen,« so der gelernte Grafiker. »Grafiken sind die Grundlage jeder Kommunikation, mit der man seine Botschaft korrekt vermitteln kann.« Diese Erkenntnis verwirklichte er in der Kooperation »Passi nella Geometria« (»Schritte in der Geo­metrie«) mit Dinodo Studio, einer exklusiven Serie aus drei limitierten, kunstvoll gearbeiteten Teppichen. Morandini überträgt sein mathematisches Konzept von Rhythmus, Form und Raumlogik in Textilien, in denen Struktur zur Bewegung und Oberflächen zu dynamischen Kompo­sitionen avancieren. Der Teppich als Medium verwandelt den Fußboden zur Bühne seiner Architektursprache, in einem haptischen und häuslichen Kontext.

Verspielt
Aus Karton ausgeschnittene und zusammengeklebte Prototypen dienten Annebet Philips als Grundlage für ihr entzückendes Kaffee- und Teeservice »Carte Blanche«.
serax.com

© Serax

Zielgerichtet
Das Modell »Viavai« ist wie seine flauschigen Kameraden »Rondò« und »Fermati« auf Anfrage in Sondergrößen erhältlich.
dinodostudio.com

© Dinodo Studio

KEDER UND KANTEN

Auch die Pantone Color of the Year 2026 »Cloud Dancer« unterstreicht den Trend zur Beruhigung im Wohnbereich. So entwarf Philippe Starck den Sessel »Bonheur du Jour« in Off-White für Kartell. Der Fauteuil soll ein Manifest des Komforts und Einladung zur Entschleunigung sein. Die organisch geschwungene Geometrie des Sessels mit einer großzü­gigen Sitzschale und betont ausgearbeiteter Keder ist zwar pur, aber nicht minimalistisch, sondern luxuriös und komfortabel.

Auf der Pariser Maison&Objet 2026 mit dem Motto »Past Reveals Future« zeigte sich der Schwarz-Weiß-Trend in artsy Home-Accessoires. Die niederländische Designerin Annebet Philips stellte mit »Carte Blanche« ihr Debüt bei Serax vor: ein puristisches Kaffee- und Teeservice aus schwarz-weißem Porzellan. Von Hand gemalte, unregelmäßige, schwarze Linien unterstreichen die Spontaneität ihres Designs und zeigen die Magie des Augenblicks.

Erschienen in
Falstaff LIVING Nr. 1/2026

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Florentina Welley
Autor
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