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© Jann Averwerser

Neueröffnung: Die Villa Stuck erstrahlt in neuem Licht

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Nach mehrjähriger Restaurierung öffnete die Villa Stuck in München am 18. Oktober 2025 wieder ihre historischen Räume. Neue Hängungen, restaurierte Gemälde und farbgewaltige Rauminszenierungen machen deutlich, warum Franz von Stuck bis heute als Meister des Gesamtkunstwerks gilt.

Kaum ein Künstler hat die Verbindung von Architektur, Malerei und Interieur so vollendet gedacht wie Franz von Stuck (1863–1928). Seine Villa in München-Bogenhausen war Wohnhaus, Atelier und Manifest zugleich. So entstand ein Ort, an dem Kunst und Leben untrennbar verschmolzen. Nach aufwendigen konservatorischen und technischen Erneuerungsmaßnahmen öffnen die Historischen Räume nun wieder ihre Türen, mit neuer Ausstattung, frischer Hängung und bislang kaum gezeigten Werken.

Ein neuer Blick auf den Symbolisten

Zur Wiedereröffnung präsentiert die Leiterin der Sammlungen Franz von Stuck/Jugendstil, Margot Th. Brandlhuber, eine Auswahl seltener Gemälde aus Stucks Frühwerk: darunter die »Phantastische Jagd« (vor 1890) und die »Vision des heiligen Hubertus« (1890). Sie markieren, gemeinsam mit dem berühmten »Wächter des Paradieses«, den Beginn einer Karriere, die den Maler zum Shooting Star der deutschen Kunstszene machte.
Eine besondere Neuerwerbung erweitert die Sammlung: das »Porträt einer Mainzerin (Frau Fränkel)« von 1914, ein Auftragswerk in originalem, von Stuck selbst entworfenen Goldrahmen. Das Porträt zeigt eine Frau in violettem Kleid, die einen Apfel in den Händen hält – Sinnbild für Wissen, Versuchung und Weiblichkeit. Das bislang nur in Schwarz-Weiß bekannte Werk besticht nun durch seine subtile Farbkomposition und feine Modellierung.

Franz von Stuck, Porträt einer Mainzerin / Frau Fränkel, um 1914, im Originalrahmen nach Entwurf von Franz v. Stuck

© Wolfgang Pulfer

Franz von Stuck, Die Vision des heiligen Hubertus, 1890, Öl auf Leinwand, 62,5 cm x 53 cm, Museum Villa Stuck

© Villa Stuck

Franz von Stuck, Phantastische Jagd, vor 1890, Öl auf hell grundierter Leinwand (Panamabindung), stark gefirnist, 74,3 cm x 183,5 cm, Museum Villa Stuck, Zustiftung Ziersch

©Villa Stuck

Franz von Stuck, Der Wächter des Paradieses, 1889, Öl auf Leinwand, 250,5 cm x 167,5 cm, Museum Villa Stuck, Schenkung Ziersch

© Villa Stuck

Räume voller Farbe und Symbolik

Auch die Villa selbst präsentiert sich verändert: Im Musiksalon wurden nach historischen Vorlagen die zinnoberfarbenen Seidenvorhänge rekonstruiert. Ein Detail, das für Stucks »Raumkompositionen« von zentraler Bedeutung war. Das kräftige Rot taucht auch in Wandmalereien und Gemälden wie der »Enthauptung des Johannes« auf, die nach ihrer Restaurierung in neuem Glanz erstrahlt.

Im Treppenhaus wurden Teppiche und Kordelgeländer nach historischem Vorbild erneuert, während in den gartenseitigen Räumen neue Vorhänge für atmosphärisches Licht sorgen. In Zusammenarbeit mit dem Doerner Institut und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege wurden zudem die Maltechniken Stucks wissenschaftlich erforscht, ein Blick hinter die Oberfläche seiner intensiven Farbwelten.

Franz von Stuck, Altes Atelier, Museum Villa Stuck

© Jann Averwerser

Franz von Stuck, Vestibül mit Venus Medici, Museum Villa Stuck

© Jann Averwerser

Franz von Stuck, Musiksalon, Orpheus-Wand, Museum Villa Stuck

© Jann Averwerser

Franz von Stuck, Empfangssalon mit Athena, Museum Villa Stuck

© Jann Averwerser
Redaktion
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