Georg, Alfons und Andreas Oswald, Foto beigestellt
Georg, Alfons und Andreas Oswald: »Wir gehen mit der Zeit und setzen in unserer Region auf zwei Hotelarten«
Im Interview mit Falstaff PROFI geben die drei Brüder Einblicke, wie in über 70 Jahren aus dem familiären Gasthof mit eigener Metzgerei die renommierte »Oswald Collection – Hotel Experiences Made in Bavaria« wurde und die Familie den aktuellen Herausforderungen mit Flexibilität begegnet.
von Julia Weninger
30. Oktober 2023
Drei familiengeführte Preziosen – das »Landromantik Hotel Oswald«, das »Natura Hotel« und »Das Kronberg Bodenmais« – liegen malerisch im Bayerischen Wald und gehören zur renommierten »Oswald Collection – Hotel Experiences Made in Bavaria«. Was als schlichter Gasthof begann, wuchs in über 70 Jahren zu einem anspruchsvollen Familienunternehmen heran. In dritter Generation bietet die moderne Gastgeberfamilie Oswald individuelle Auszeiten und setzt dabei strategisch auf den etablierten Trend der Luxus- und hochwertigen Budgethotellerie.
Alfons, Georg und Andreas Oswald leiten heute die Geschicke der »Oswald Collection«. In enger Zusammenarbeit treffen die Brüder strategische Entscheidungen und hegen eine tiefe Wertschätzung für die natürlichen Ressourcen ihrer Heimatregion. Georg, der die Handwerkskunst des Metzgers von seinem Vater und Großvater erlernt hat, versorgt die Häuser seiner Brüder mit regionalen Spezialitäten. Im Interview mit Falstaff PROFI geben die drei Brüder Einblicke, wie in über sieben Jahrzehnten aus dem familiären Gasthof mit eigener Metzgerei die renommierte »Oswald Collection – Hotel Experiences Made in Bavaria« wurde und die Familie den aktuellen Herausforderungen mit Flexibilität begegnet.
PROFI: Könnten Sie uns einen Überblick über die Geschichte der Oswald Collection im Bayerischen Wald geben?
Andreas Oswald: In den 1980er Jahren übernahmen unsere Eltern – Alfons sen. und Rosmarie Oswald – die Verantwortung für den elterlichen Gasthof, der heute als »Landromantik Hotel Oswald« bekannt ist und der renommierten Hotel- und Restaurantvereinigung »Relais & Châteaux« angehört. Die Stationen für das Stammhaus der »Oswald Collection« waren im Wesentlichen: Der ursprüngliche Gasthof mit hauseigener Metzgerei, ein kleines Sporthotel, aus dem später das »Landromantik Hotel Oswald« mit all seinen Innovationen – bis hin zu unserem Sternerestaurant »Oswalds Gourmetstube« hervorging. Für das Innendesign unseres Gourmetrestaurants ist übrigens mein Bruder Alfons verantwortlich. Er hat ein Händchen dafür und übrigens auch ein großes Herz für Garni-Hotels aus den 1980ern.
Alfons Oswald: Stimmt, ich konnte nicht zulassen, dass die altehrwürdigen Garni-Hotels in Bodenmais verfallen oder aufgekauft werden. Also habe ich es gewagt und die Häuser vor der Abrissbirne gerettet und anschließend baubiologisch und mit viel Liebe zum Detail renoviert. So entstanden das »Natura Hotel« und zuletzt »Das Kronberg Bodenmais«, das im Januar 2023 neu eröffnet wurde. Mit beiden Häusern setzen wir auf Beständigkeit und Nachhaltigkeit. Ein Konzept, das sich bewährt, zum Vorteil unserer Gäste, die wir mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen können.

Georg Oswald: Die Häuser sind im Einzelnen auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten. Die Vielfalt trägt heute den Namen »Oswald Collection – Hotel Experiences Made in Bavaria«.
Wie kam es zur Idee mit Ihren Betrieben ganz unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen?
Andreas Oswald: Wir haben in Kaikenried und Bodenmais ideale Vorsetzungen für Erholungssuchende und Aktivurlauber unterschiedlicher Zielgruppen. Wir möchten unseren Gästen individuelle Auszeiten bieten und sprechen mit der »Oswald Collection« ein breites Publikum an, ohne uns dabei zu verstellen. Im Gegenteil, wir dürfen dabei authentisch, regional, bodenständig und kulturverbunden bleiben. Das »Landromantik Hotel Oswald – Relais & Châteaux« ist ein Rückzugsort für Kenner des gehobenen Komforts und vereint exklusive Wellnesserlebnisse mit preisgekrönter Kulinarik. Das familienfreundliche »Natura Active-Spa-Budget-Hotel« mit 55 Zimmern und Suiten definiert alles, was sich Groß und Klein für einen erschwinglichen Aktiv- oder Wellnessurlaub in unberührter Natur wünschen. Das Hotel verfügt über eine hauseigene Kletterwand sowie einen großzügigen Spabereich mit Innenpool. Das Highlight für Bike-Fans ist sicherlich die coole Schrauber-Lounge mit Panoramablick.

Alfons Oswald: »Das Kronberg Bodenmais« ist heute das einzige »Adults Only« im Ort – mit 35 großzügig geschnittenen Zimmern und Suiten, einer Spa-Oase mit Innenpool sowie einer extravaganten Bar mit Billardtisch. Wir legen großen Wert auf ein stilvolles Interieur und modernes Design in all unseren Häusern.
Wie hat sich die Vision der Gründer, Alfons sen. und Rosmarie Oswald, seit den 1980er Jahren verändert und was waren die größten Schritte den Gasthof in ein luxuriöses Wellnesshotel umzuwandeln?
Andreas Oswald: Der Gasthof unserer Großeltern hat sich über die Jahre in ein luxuriöses Wellnesshotel verwandelt. Das war nicht geplant, das war eher ein großer Traum unserer Eltern, der im Laufe der Jahre Wirklichkeit wurde. Nicht durch Zufall, sondern durch ihr feines Gespür für Trends, Innovationen und Fleiß. Unsere Eltern sind mit der Zeit gegangen und haben an ihren Maximen festgehalten und vor allem immer zusammengehalten. Den Weg ebnete im Dezember 1982 die Eröffnung des »Sporthotels Oswald« mit 15 Betten, einer Sauna und Kegelbahn. Als der Wellnesstrend Wurzeln schlug, meisterte das Stammhaus der »Oswald Collection« erfolgreich den nächsten und sicherlich größten Schritt. Aus dem kleinen Sporthotel wurde ein 4-Sterne-Superior Hotel mit 35 Zimmern mit einem Spa-Bereich und Hallenbad. 2014 haben wir Brüder den nächsten Schritt gewagt und das Hotel auf insgesamt 57 komfortable Zimmer und Suiten erweitert. Der kulinarische Coup gelang uns 2015 mit der Eröffnung unseres Fine-Dining-Restaurants »Oswalds Gourmetstube«. Unsere Geheimzutat heißt Thomas Gerber. Wir wurden beide von Kochlegende Heinz Winkler ausgebildet und ich holte Thomas als Küchenchef zu uns nach Kaikenried. Seit acht Jahren haben wir einen Michelin-Stern. Es war meine Vision und mein Herzenswunsch, ein Sternerestaurant bei uns zu verwirklichen. Seit 2017 ist das »Landromantik Hotel Oswald« auch stolzes Mitglied der renommierten Hotel- und Restaurantvereinigung »Relais & Châteaux«.
Wie war es für Sie im Stammhaus der »Oswald Collection« aufzuwachsen, und wie hat diese Erfahrung ihre Bindung zu den Familienschmuckstücken geprägt?
Alfons Oswald: Unsere Kindheit im Hotel war ein großes Abenteuer. Es war immer etwas los. Das heimische Wohnzimmer war nahezu verwaist, da wir alle rund um die Uhr im Hotel waren. Hier gab es immer andere Kinder zum Spielen und wir haben viele Menschen und damit die unterschiedlichsten Charaktere kennengelernt. So haben wir gelernt, uns auf unterschiedliche Persönlichkeiten einzustellen.
Andreas Oswald: Wir haben auch sehr früh damit begonnen im Hotelbetrieb mitzuarbeiten und unsere Eltern zu unterstützen. Mit der Zeit hat jeder von uns seine Stärken und Fähigkeiten entdeckt und gelernt diese bestmöglich zu nutzen und einzubringen. Es ist eine Phrase, aber sie trifft bei uns tatsächlich zu – uns wurde die Hotellerie in die Wiege gelegt und das spüren unsere Gäste.
Wie lebt es sich eigentlich so in einem Familienbetrieb? Wie schafft man ein harmonisches Miteinander?
Georg Oswald: Sehr gut, unsere Eltern sind nicht nur wunderbare Eltern, sondern vor allem auch unsere Vorbilder und bewundernswerte Gastgeber. Von ihnen haben wir gelernt, zusammenzuhalten und was gelebte Gastfreundschaft bedeutet. Denn das fängt ja in der Familie selbst an. Heute leben wir harmonisch in vierter Generation alle unter einem Dach und halten das Lebenswerk unserer Großeltern in Ehren. Ja, ich würde schon sagen, dass der Erhalt von Traditionen und Herzenswärme uns im Wesentlichen ausmacht. Das zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Hotelbetriebe und das kommt schlussendlich auch beim Gast an.
Welche Rolle spielt die Fortführung der familiären Tradition?
Andreas Oswald: Ich würde sagen, die Familientradition ist unserer Markenzeichen. Ohne diesen wesentlichen Bestandteil wäre die Oswald Collection, so wie es sie heute gibt, undenkbar. Die Präsenz der Familie in unseren Häusern ist charakteristisch für uns, das sind wir, das macht uns aus. Zusammenhalt ist ein wichtiges Gut, das uns unsere Eltern früh vermittelt haben. Wir führen das fort, auch im Betrieb, dadurch haben wir starke Bindungen geschaffen.
Alfons Oswald: Unsere Eltern haben uns immer vorgelebt, wie wichtig die Familie ist. Ich bin dankbar über die Möglichkeit, jeden Tag mit ihnen und meinen Brüdern zusammen zu sein und zusammenzuarbeiten.
Wie sehen die Pläne und Ziele für die Zukunft der »Oswald Collection« aus?
Andreas Oswald: Wir setzen gezielt auf die Stärken unserer Heimat. Wir fühlen uns dem Brauchtum und den Traditionen der Region sehr verbunden und das pflegen wir, indem wir nachhaltig mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen umgehen. Demnach konzentrieren wir uns auf zwei Zweige in der Hotellerie, die wir hier im Bayerischen Wald bedienen können: die Luxus- und die hochwertige Budgethotellerie. Wir sprechen mit der »Oswald Collection« ein breites Publikum an und bleiben dabei regional, bodenständig, kulturverbunden und uns als Familie Oswald treu. Jedem unserer Gäste versprechen wir Bayerische Herzenswärme, gelebtes Brauchtum, moderne Spa-Erlebnisse und vor allem eins: Fabelhafte Ferien auf dem Lande.
Wo liegen aktuell die größten Herausforderungen in der Hotellerie?
Alfons Oswald: Man könnte jetzt natürlich die Personalsituation ansprechen. Jedoch darf ich sagen, dass wir ein wunderbares und stabiles Team haben. Unsere Mitarbeitenden haben als Teil der »Oswald Collection« einen großartigen Arbeitsplatz mit ansprechenden Benefits und attraktiver Zeiteinteilung. Dadurch konnten wir uns auch als Arbeitgeber in der Branche einen guten Namen machen. So dürfen wir uns über regelmäßige Initiativbewerbungen freuen und offene Stellen werden sehr schnell neu besetzt.
Andreas Oswald: Es ist uns gelungen, einen Rahmen zu schaffen, in dem unsere Mitarbeitenden einer Beschäftigung in der Hotellerie und Gastronomie nachgehen können, ohne dass die Familie dabei zu kurz kommt. Darüber hinaus dürfen sie innerhalb der Gruppe flexibel zwischen den verschiedenen Häusern wechseln. Sicherlich eine Möglichkeit, die eigenen Stärken zu entdecken und optimal einzusetzen. Das möchten wir im Familienbetrieb fördern – so wie uns das unserer Eltern auch ermöglicht haben. Es trägt gute Früchte.

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