© Shutterstock

© Shutterstock

War die »Euro 2024« die nachhaltigste EM aller Zeiten?

Der Medienbeobachter »Pressrelations« kommt in seiner Analyse der Berichterstattung rund um die Europameisterschaft diesbezüglich zu einem deutlichen Ergebnis.

von Alexander Schöpf
31. Juli 2024

Knapp drei Wochen ist es her, dass sich Spanien in Berlin zum vierten Mal zum Fußball-Europameister gekürt hat. Für die Fremdenverkehrswirtschaft hat sich das Großereignis auf jeden Fall ausgezahlt. Wie das »ifo Institut« im Vorfeld berechnet hat, konnte das Gastgeberland eine zusätzliche Milliarde Euro durch ausländische Touristen lukrieren.

Auch wenn es sich hier vor allem um kurzfristige wirtschaftliche Effekte handelt, gibt es auch nachhaltigere Impulse. Dadurch, dass sich Deutschland als weltoffenes und gastfreundliches Reiseland gezeigt hat, könnte dies zur Folge haben, dass die Bundesrepublik auch in den kommenden Jahren mehr Touristen für sich gewinnen wird, die nach der EM wiederkommen und auch andere Regionen besuchen oder vielleicht einen längeren Urlaub hier verbringen wollen, wie Norbert Kunz, Geschäftsführer des »Deutschen Tourismusverbands« gegenüber der Wirtschaftswoche konstatierte.

Ernüchterndes Ergebnis

Neben fußballerischen Höchstleistungen hat die UEFA im Vorfeld auch versprochen, dass die »Euro 2024« die »nachhaltigste Europameisterschaft aller Zeiten« werden soll. Das Medienanalyseunternehmen »Pressrelations« hat die deutsche Medienberichterstattung rund um die Fußball-Europameisterschaft untersucht, um herauszufinden, inwiefern die von der UEFA im Rahmen ihrer ESG-Strategie (Environmental, Social, Governance) definierten Handlungsfelder in Artikeln aufgegriffen wurden und ob es dem europäischen Fußballverband demnach gelungen ist, die »Euro 2024« in den Medien als besonders nachhaltig zu positionieren. Für das Verständnis der Berichterstattung über die Zeit wurden insgesamt 63.021 Beiträge aus regionalen und überregionalen Tageszeitungen, TV-Sendern und Fachpresse im Zeitraum vom 1. April bis zum 16. Juli 2024 analysiert.

Die Ergebnisse sind ernüchternd: Nur 4,7 Prozent der analysierten Beiträge nennen ESG-Aspekte. Zum Vergleich: 8,5 Prozent aller Beiträge greifen die Sicherheitslage auf. Somit sind Themen wie das Umgehen der Sicherheitsvorkehrungen durch YouTuber Marvin Wildhage medial weitaus präsenter als Aspekte wie Nachhaltigkeit, Mobilität, Bekämpfung von Rassismus oder Barrierefreiheit. ESG-Aspekte der EM spielten dieses Jahr demnach in den Medien während und kurz nach der Europameisterschaft keine große Rolle. Dieses Ergebnis deckt sich auch mit der Einschätzung durch die Bevölkerung: Laut Umfrage des Meinungsforschungsinstituts »Civey« im Auftrag von »Pressrelations« gaben weniger als 13 Prozent der Befragten an, dass sie diese EM als besonders nachhaltig empfunden hätten.

Neutrale bis negative Berichterstattung

»Die rund 3.000 Artikel, die sich mit den ESG-Themenfeldern der UEFA beschäftigen, weisen überwiegend neutrale oder negative Tonalität auf«, teilt das Medienanalyseunternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf mit. Haupttreiber dafür sei der Themenbereich »Intelligente Mobilität«, der in 1.182 Artikeln thematisiert wird. Dort sorgen vor allem die Kurzstreckenflüge verschiedener Mannschaften oder Politiker:innen für Kritik. Unter anderem flog das Team der Türkei am 25. Juni von Hannover nach Hamburg; am 3. Juli folgte die französische Mannschaft mit einem 20-Minuten-Flug von Düsseldorf nach Paderborn. Die nachhaltigere Alternative zum Fliegen, die Anreise per Zug, sorgte jedoch aufgrund von Infrastrukturproblemen bei der »Deutschen Bahn« für Negativschlagzeilen. So verpasste etwa das niederländische Team am 9. Juli seine Pressekonferenz, da sich der ICE verspätete und aufs Flugzeug ausgewichen werden musste.

Zumindest in der Gesamtberichterstattung, abseits der ESG-Themen, war die Europameisterschaft ein voller Erfolg: 60 Prozent mehr Artikel wurden rund um die Eröffnung der Heim-EM im Vergleich zur »WM 2022« in Katar veröffentlicht. Von den 13 offiziellen Sponsoren wird vor allem »Adidas« dank Partnerschaft mit dem DFB in 1.508 Artikeln genannt, gefolgt vom chinesischen Elektromobilitätsunternehmen BYD mit nur noch 198 Artikeln. Interessanterweise konnte sich das Vergleichsportal »Check24« auf Platz 4 positionieren, obwohl es gar kein offizieller Sponsor war. Gelungen ist dies durch eine Gratistrikot-Kampagne, die für ein Plus an Berichterstattung gesorgt hat.

Viel Aufholpotenzial

»Die hohe mediale Aufmerksamkeit rund um die ›UEFA Euro 2024‹ bietet Unternehmen eine Bühne, ESG-Themen zu platzieren und mit gutem Beispiel voranzugehen. Wie sich in der Analyse zeigt, wurde das erarbeitete ESG-Konzept von den beteiligten Unternehmen jedoch in den Augen der Medien unzureichend realisiert und Nachhaltigkeitsthemen gingen größtenteils unter«, so das Fazit von »Pressrelations«. »Für Verband, Medienschaffende, Sponsoren und anderweitig beteiligte Unternehmen wie die ›Deutsche Bahn‹ zeigt sich somit Aufholpotenzial in Bezug auf Nachhaltigkeitsstrategie und -kommunikation

Die vollständige Studie kann HIER kostenfrei gelesen werden.

Lesenswert

ZU TISCH - Falstaff PROFI

Tausende Besucher strömten in den kleinen oberfränkischen Ort Wirsberg.

© Jesper Hilbig

Genuss und Wissen: »ZU TISCH!« zeigt, wie Foodfestivals heute funktionieren

Über 80 Manufakturen und Köche sowie mehr als 50 Workshops, Tastings und Talks: Das Festival »ZU TISCH!« erzeugt Aufmerksamkeit weit über die Grenzen Frankens hinaus – und hat sich längst vom Genuss-Event zur Plattform entwickelt.

Fete Rose

Von Provence-Rosé bis hin zu österreichischem Sekt: Die Fête Rosé in den Wiener Sofiensälen bot eine beeindruckende Vielfalt im Glas.

© Jan Tiam Dorfer

Fête Rosé Wien 2026: Die Branche traf sich in den Sofiensälen

Die Fête Rosé in den Wiener Sofiensälen bot einen stimmungsvollen Rahmen zum Verkosten, Netzwerken und Entdecken. Weingüter, Schaumweinproduzenten und Getränkemarken stellten aus.

Falstaff Nordics Hotel Guide 2026 - Falstaff PROFI

Große Gala: Der Hotel Guide 2026 wurde in Stockholm vor hochkarätigem Publikum präsentiert.

© canva.com/Vladislav Zolotov

Falstaff Nordics Hotel Guide 2026: Das sind die ausgezeichneten Häuser

Mit dem neuen Nordics Hotel Guide rückt Falstaff die besten Hotels Skandinaviens und des Baltikums ins Rampenlicht. Präsentiert wurde der Guide im »Hotel At Six« vor führenden Vertretern der nordischen Hotellerie.

Hilton Tapestry Collection Köln - Falstaff PROFI

Direkt neben dem Kölner Dom: Das »Senatshotel« wird zum ersten deutschen Boutique-Hotel der »Tapestry Collection« umgebaut.

© canva.com/Xurzon

Individuell & lokal: »Hilton« bringt »Tapestry Collection« nach Deutschland

Internationale Hotelgruppen suchen zunehmend nach Konzepten, die Markenstärke mit lokalem Charakter verbinden. Genau darauf setzt »Hilton« nun auch in Deutschland.

Carl Petrini - Falstaff PROFI

Carlo Petrini verstarb im Mai 2026. Er war Publizist, Soziologe und gründete die internationale Slow-Food-Bewegung.

© MikeDotta/shutterstock.com

Das Vermächtnis des Carlo Petrini: Erstes Slow-Food-Festival in Wien

Mit dem Tod des Slow-Food-Gründers verliert die Gastro-Welt eine ihrer prägendsten Stimmen. Nur wenige Wochen später zeigt ein neues Event-Format, wie stark Petrinis Ideen gerade heute prägen.

Falstaff PROFI 2602

© canva.com

Krise? Kreativität! 20 Wege zu mehr Umsatz im neuen Falstaff PROFI

Der Druck in der Gastronomie steigt, doch Stillstand ist keine Option – und nicht alle blasen Trübsal. In der neuen Ausgabe von Falstaff PROFI lesen Sie, wie Betriebe mit frischen Ideen ihre Gäste begeistern und den Umsatz ankurbeln.

Meist gelesen

ESC Menü - Falstaff PROFI

Österreichische Küche? Ja, bitte! Die VIPs beim ESC bekommen Tafelspitz, Saibling und Erdbeerknödel – und das in Bio-Qualität.

© ALBA Communications

Beim ESC werden Tafelspitz und Erdbeerknödel serviert – und das im Frack

7.000 VIP-Gäste, strenge Sicherheitsfenster und Live-TV ohne zweite Chance: Beim Eurovision Song Contest 2026 übernimmt erneut »Impacts Catering« die Verpflegung der Hospitality-Bereiche. Falstaff PROFI war beim Probe-Dinner in Wien dabei.

Tegernsee Kneipe 80 - Falstaff PROFI

Am idyllischen Tegernsee gibt's bald einen »Kiosk 80« im Freibad.

© canva.com/FooTToo

»Kneipe 80« wächst weiter: Neue Standorte am Tegernsee und in Augsburg

Das Retro-Konzept »Kneipe 80« setzt seine Expansion fort und erschließt neue Standorte in Bayern. Dabei zeigt sich: Wachstum funktioniert auch ohne klassisches Franchise, stattdessen über Netzwerk und flexible Formate.

JRE-Service-Tag - Falstaff PROFI

Südoststeirisches Terroir erschmecken war bei Stefan Krispel und Kult-Sommelier Willi Schlögl angesagt.

© Roland Graf

Teamchefin und Terroir: Alles für den Nachwuchs beim JRE-Service-Tag

Was macht gute Führung aus? Wie vermittle ich Weine vom Basaltboden? Konkrete Fragen, Netzwerken und bewusstes Genießen prägten den einzigartigen Feiertag für alle Servicemitarbeiter – ein lehrreiches Fest!

Wyndham Revo-Sanierung - Falstaff PROFI

Der dänische Hotelbetreiber »Proark« und »Wyndham Hotels & Resorts« arbeiten im Rahmen einer Franchisepartnerschaft zusammen.

© Mihai_Andritoiu / Shutterstock.com

Nächster Schritt in der »Revo«-Sanierung: »Proark« sichert sich vier deutsche Standorte

Nach ersten Investoreneinstiegen konkretisiert sich die Zukunft einzelner Häuser der insolventen »Revo«-Gruppe weiter. Ein skandinavischer Betreiber übernimmt nun vier Standorte in Deutschland.

O'Learys - FALSTAFF PROFI

Das Konzept geht auch am deutschsprachigen Markt auf: »O’Learys« verbindet Gastro und Entertainment.

© O'Learys

Gastro, Sport & Karaoke: »O’Learys« plant Expansion nach Deutschland

Das Franchise-Unternehmen aus Schweden will amerikanischen Pub-Flair nach Köln und Düsseldorf bringen. Die ersten Franchise-Nehmer werden bereits gesucht.

Uebelherr Kneipe 80 - Falstaff PROFI

Marc Uebelherr (rechts hinten) und das »Kneipe 80«-Team wollen expandieren.

© Tasteful Hospitality

Einfach, laut, erfolgreich: Wie die Münchner »Kneipe 80« jetzt skaliert

Ein bewusst einfach gehaltenes Gastronomiekonzept geht in die nächste Phase: Die »Kneipe 80« soll künftig auch außerhalb von München wachsen – mit flexiblen Modellen und starkem Partnernetzwerk.

Der Newsletter für echte Profis

Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!