Österreichische Küche? Ja, bitte! Die VIPs beim ESC bekommen Tafelspitz, Saibling und Erdbeerknödel – und das in Bio-Qualität.
© ALBA Communications
Beim ESC werden Tafelspitz und Erdbeerknödel serviert – und das im Frack
7.000 VIP-Gäste, strenge Sicherheitsfenster und Live-TV ohne zweite Chance: Beim Eurovision Song Contest 2026 übernimmt erneut »Impacts Catering« die Verpflegung der Hospitality-Bereiche. Falstaff PROFI war beim Probe-Dinner in Wien dabei.
von Katharina Wihan
07. Mai 2026
Wer für ein Publikum aus ganz Europa kocht, steht vor einer zentralen Frage: Wie viele Kulturen müssen sich auf dem Teller wiederfinden? Für Christian Chytil, Geschäftsführer von »Impacts Catering«, war genau das eine der größten Herausforderungen bei der Menüplanung für den Eurovision Song Contest 2026.
Die VIPs erwarten sich »Österreichisch«
Anfangs habe man überlegt, möglichst viele internationale Geschmäcker abzubilden, erzählt Chytil im Gespräch mit Falstaff PROFI. Schlussendlich trifft man aber bewusst eine andere Entscheidung: Statt eines kulinarischen Kompromisses setzt das Catering-Team rund um Küchenchef Domenic Steinböck auf eine klar österreichische Handschrift. »Die internationalen Gäste erwarten sich das«, so Chytil.
Serviert wird daher heimische Küche mit regionalen Zutaten, hohem Bio-Anteil und Fokus auf österreichische Produzenten. Zu den Vorspeisen zählt etwa ein Ceviche vom heimischen Zander und Kalbstafelspitz, gefolgt vom Bio-Saibling auf Gerstenragout oder rosa gebratener Maibockkeule mit Breznknödel. Besonderes Herzblut steckt im Dessert: Serviert werden unter anderem Erdbeerknödel – für Chytil mehr als nur ein österreichischer Klassiker. Seine Großmutter habe ihm früher regelmäßig Erdbeerknödel gekocht, erzählt er beim Probe-Dinner. Damit sie wie »von der Oma« schmecken, wird an den Erdbeerknödeln noch immer getüftelt. Die Nachspeise wurde damit auch zur persönlichen Referenz an österreichische Wirtshaus- und Familienküche.
Damit die unterschiedlichen kulturellen und religiösen Bedürfnisse der Gäste auch kulinarisch berücksichtigt werden, wurde bei der Menügestaltung gezielt darauf geachtet, ein breites und inklusives Angebot zu bieten. Im Rahmen des nachhaltigen Kulinarik-Konzepts wurde der Einsatz von Schweinefleischgerichten bewusst reduziert und gleichzeitig ein vielfältiges Angebot an vegetarischen und veganen Speisen integriert. So möchte man möglichst vielen Ernährungsgewohnheiten und Bedürfnissen gerecht werden.
Nachhaltigkeit endet beim ESC-Catering nicht bei regionalen Zutaten. Die Speisen werden direkt in der Wiener Stadthalle »à la minute« und unmittelbar vor den Gästen fertiggestellt, um Überproduktion möglichst gering zu halten. Was am Ende des Abends dennoch übrig bleibt, wird streng kontrolliert, dokumentiert und gekühlt. Die Speisen werden am nächsten Tag vom Samariterbund abgeholt und unter anderem in Altersheimen sowie der Betriebskantine weiterverwendet. »Impacts Catering« setzt damit ein klares Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung.
Menü auf Sekunden getaktet
Eine weitere Herausforderung liegt auch hinter den Kulissen. Während der ESC-Woche versorgt »Impacts Catering« rund 7.000 VIP-Gäste, den Greenroom sowie zahlreiche Hospitality-Bereiche in der Wiener Stadthalle. Am Tag des Finales sorgen zwischen 170 und 200 Mitarbeiter dafür, dass alles nach Plan funktioniert – serviert wird im Frack. Hinzu kommen strenge Sicherheitsvorgaben in der Stadthalle und eine ausgeklügelte Logistik. Pro Tag gibt es nur zwei Lieferfenster für die Ware. Besonders sensibel ist die Versorgung des Greenrooms: Weil dort live »on air« serviert wird, bleiben dem Team laut Chytil teilweise nur 45 Sekunden, um Speisen auszuliefern.

Trotzdem zeigen sich Chytil und sein Team beim Probe-Dinner zuversichtlich. Die Abläufe seien eingespielt, auch wenn die Anforderungen rund um den Eurovision Song Contest hoch sind. »Mein Team und ich freuen uns auf eine großartige Woche!«, sagt der Geschäftsführer mit Blick auf die bevorstehenden Live-Shows und die tausenden internationalen Gäste.
Bei solchen internationalen Großevents wird klar, dass Eventcatering längst weit über Kulinarik hinausgeht – und zunehmend zur Frage von Präzision, Timing und Prozessmanagement wird.
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