Stefan Klettner (2.v.r.) sicherte sich den Titel »Bester Sommelier Österreichs«.
© Roland Graf
Bester Sommelier bleibt im Westen: Stefan Klettner ist neuer Austro-Champ
Schon beim letzten Finale der Sommelier Union war er unter den besten Drei, diesmal sicherte sich Stefan Klettner aus dem »Burg Vital« in Lech den Sieg. Mit externen Wettbewerbsleitern setzt man auch neue Standards beim wichtigen Bewerb.
von Roland Graf
14. April 2026
Den Elefant im Raum sprach die Präsidentin der Sommelier Union gleich zu Beginn des Wettbewerbs im Wiener »Double Tree« an: »Das Level, auf dem die Sommeliers sind, wird unabhängig geprüft«. Nach den längst von einer Kommission widerlegten Vorwürfen eines Teilnehmers im Finale 2023 (Fragen sollen vorweg bekannt gewesen sein) hat sich die Sommelier-Vereinigung für einen neuen Modus entschieden. Foidl nannte es den »Diamant-Standard«, der neue Standards setzt: Während bisher schon mit internationalen Juroren gearbeitet wurde (»Das wäre der Gold-Standard«), bestand diesmal das komplette Wettbewerbsteam aus Nicht-Österreichern.

Performen vor dem Weltmeister
Angeführt vom lettischen Sommelier-Präsident Janis Kalkis, leitete das sechsköpfige Team die auf 2026 verschobene Kür des besten Austro-Sommeliers. Als prominenter Zeremonienmeister agierte dabei Sommelier-Weltmeister Raimonds Tomsons persönlich. Er schilderte dem Publikum die Aufgaben, sorgte aber auch für die Einhaltung des Regelwerks.
Die acht Finalisten wurden in zwei Runden auf erst sechs und dann vier Kandidaten reduziert. Bálint Merk aus dem »Four Seasons« in Budapest verstärkte als internationaler Teilnehmen die Riege der drei um den Austro-Titel ritternden Sommeliers. Besonders stark war dabei der Auftritt der Assistant Sommelière aus dem Salzburger »Pfefferschiff«: Anna Astrid Berger hatte es als eine von zwei qualifizierten Frauen in die Endrunde geschafft. Dort musste sie wie Christoph Messerig aus dem »Döllerer Stammhaus« in Golling und »Burg Vital«-Sommelier Klettner eine ganze Reihe von Aufgaben meistern. Schon vor dem endgültigen Ergebnis stand also fest, dass der Nachfolger von Maximilian Steiner ebenfalls aus Westösterreichs Restaurantszene kommen wird.

Finde die zehn Service-Fehler!
Schon der erste Test im mehrteiligen Finale hatte es aber in sich. Das mit »mis en place« hatte einige Hürden eingebaut. Zu erkennen, dass das »Coravin«-System gar keine Nadel eingesetzt hatte, gelang nicht allen. Die nicht perfekten Gläser hingegen sortierten alle souverän innerhalb der drei Minuten aus. Ebenfalls in knapper Zeit galt es dann die Blindverkostung zu absolvieren. Der abschließende Service-Test vor der internationalen Jury gab dann den Ausschlag für den Sieg.
Stefan Klettner setzte sich dabei im zweiten Antritt im Finale souverän durch. Der bekennende »Pinot Noir-Fan« hatte sich sein Wissen u. a. mit Praktika in vier Ländern (darunter auch das dänische Top-Restaurant »Alchemist«) angeeignet. Er befindet sich auch am Weg zum Master Sommelier, das Level 3 des »Court of Master Sommeliers«, den Advanced Sommelier, hat Klettner bereits absolviert. Er wird nach der Kür in Wien Österreich auch bei den internationalen Meisterschaften vertreten.

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