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Ein Kaffee mit einem Lächeln serviert schmeckt dem Gast noch besser.

© Puradies by Jeppe Zoffmann

Wichtige Wertschätzung: »Soft Benefits« sorgen für treue Mitarbeiter – und Umsatz

Respekt und Vertrauen, eine offene Gesprächskultur und flache Hierarchien: Wenn sich Mitarbeiter wohlfühlen, bleiben sie auch. Die gehobene Gastronomie und Hotellerie hat das verstanden – und setzt proaktiv Maßnahmen.

von redaktion
09. Oktober 2025

Text von Isabella Kitzwögerer

Die Liste der möglichen Mitarbeiter-Vorteile ist zweifellos lang. Aber ein funktionierender Hotel- oder Gastronomiebetrieb lebt vom präzisen Zusammenspiel vieler Einzelteile. Fällt nur einer aus, ist der Aufwand groß – und wird teuer: Neue Stellen müssen besetzt, Bewerbungen vom Management geprüft werden. Nicht genug damit, kostet häufiges »frisch Anlernen« alias Onboarding neben dem organisatorischen Aufwand viel Zeit und Nerven.

»Bleiben’s doch noch!«

Einige Betriebe werten es dementsprechend bereits als Erfolg, wenn Mitarbeitende länger als zwei Jahre »treu« bleiben. Klar: Gerade in der Gastronomie ist Stabilität selten von Dauer. Die Branche ist schnelllebig. Auch dann, wenn es um Mitarbeiterbindung geht. Pauschallösungen für diese hohe Fluktuation gibt es nicht. Doch schon ein längeres Überlegen, ob sich das Verlassen eines wertschätzenden Betriebs für eine ungewisse Zukunft lohnt, kann reichen. Der Wunsch nach neuen Erfahrungen ist natürlich legitim – doch auch Rückkehrer sind keine Seltenheit. Wurde während der Zeit im Hotel oder Restaurant echte Verbundenheit geschaffen, zählen nicht unbedingt ein paar Euro mehr.

Wer sich im Team, mit den Vorgesetzten und im Haus selbst wohlfühlt, bleibt länger und bringt sich stärker ein. Dieses Credo bestimmt die HR-Aktivitäten im »Hotel Almwellness Pierer« (Fladnitz an der Teichalm, Steiermark). Das individuelle Wohlgefühl beginnt auf breiter Basis; 16 der 153 Mitarbeiter sind Lehrlinge. Was zum einen den Status des Betriebs als Talenteschmiede unterstreicht. Zum anderen sorgt man dafür, dass die Lehrlinge dem Hotel hoffentlich möglichst lange erhalten bleiben.

Familux Resorts
Ein starker Teamgeist gibt Energie und das weit über den Dienstplan hinaus. | © Familux Resorts

»Softer« Faktor Vertrauen

Eine offene Gesprächskultur mit flachen Hierarchien gehört hier ebenfalls zu den »soften« Benefits aus Mitarbeiter-Sicht. Daraus entwickelt sich im »Hotel Tirol ****alpin spa« in Ischgl Wertschätzung und Zusammenhalt ganz selbstverständlich. »Offene Gespräche und kurze Wege im Miteinander schaffen bei uns nicht nur Vertrauen, sondern ein echtes Wir-Gefühl«, ist Geschäftsführer Werner Aloys das offene Ohr für die Anliegen des Teams extrem wichtig. Die Gespräche können beruflicher oder privater Natur sein. Wichtig ist nur, »dass unsere Mitarbeiter diese Wertschätzung spüren und dadurch mit Freude und Motivation Teil unseres Teams sind«. Und das, so Aloys, »erleben wir jeden Tag«.

Im »Hotel Alpenrose« in Lermoos ist man sich sicher, dass die beste Bindung durch Einbindung passiert: Mitarbeiter werden hier wörtlich eingeladen, Spuren zu hinterlassen, sich zu verewigen und mitzuentscheiden. Durch die aktive Mitgestaltung von Umbauten wird es »ihr« Haus. Mehr noch zeigen das die gezeichneten Selbstporträts an der Wand. So wird auch für die Gäste sichtbar, welche Bedeutung das Team hat – und das sogar mit Augenzwinkern. Denn am Ende sind Wertschätzung, Individualität und echte Mitgestaltungsmöglichkeiten wirksamer zur Mitarbeiterbindung als starre Benefits. Das gemeinsame laute Lachen erfreut einen jetzt, die abstrakte Pensionsvorsorge vielleicht irgendwann.

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