Familienangelegenheit: Bei der Betriebsübergabe von einer Generation zur nächsten kommt es nicht selten zu Streit.
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Modell der »Drei Gipfel«: So gelingt die Hotel-Übernahme in der Familie
Betriebsübergaben sind beides: eine formale Businesstransformation und hoch emotionale Angelegenheit. Doch der Generationenwechsel kann gelingen – vorausgesetzt, die richtigen Schritte werden gesetzt.
von Roland Graf
01. Dezember 2025
»Unterschätzen Sie den Aufwand nicht«, ist der wichtigste Tipp von Matthias Matzer, Geschäftsführer der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (OeHT), wenn es um die Übernahme von Hotels geht. Fünf Jahre als Rahmen familiärer Nachfolge seien keineswegs zu viel Zeit. Denn ehe die formal bindende, rechtliche Übergabe der Geschäftsführung erfolgt, seien vor allem mit vielen Emotionen behaftete »familiäre Fragen« zu klären.

Den »Übergabegipfel« bezwingen
Das sieht auch Anita Zehrer vom Management Center Innsbruck (MCI) so: »Wir sehen schnell, wie sich das Bild des typischen Familienhotels wandelt, wenn in einem Betrieb zwei Generationen zusammenarbeiten und die Jungen mehr und mehr Aufgaben übernehmen.« Die Expertin für Familienunternehmen meint, es gebe für Betriebsnachfolgen »keine Schablone, weil jede Familie etwas anders tickt«. Dennoch hat sie mit Beraterkollegen das »Drei-Gipfel-Modell« entwickelt, das dabei helfen soll, die komplexe Übergabesituation besser zu verstehen.
Die Ausgangslage: Die junge und alte Generation sitzen auf unterschiedlichen Berggipfeln – und müssen davon herabsteigen, bevor sie gemeinsam den »Übergabegipfel« erklimmen können. Auf dem Weg passieren sie zahlreiche Stationen. Ist die emotionale Ebene geklärt, folgt als zweiter Etappensieg die Strategie: Welche Rolle nehmen die Seniorchefs ab sofort ein? Wann und wie bindet man die Kinder in die Geschäfte ein? Und erst als letzter Akt erfolgt dann die firmenrechtliche Veränderung.

Worauf es vor allem ankomme, sei die DNA des Unternehmens, so Zehrer: »Natürlich will die alte Generation, dass die Kinder das weiterführen, was sie selbst gemacht haben, das Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation ist immer da, aber es muss ja kein Gegensatz sein.« Die Jungen haben oft große Pläne und brennen auf die Umsetzung – doch dafür sind Investitionen nötig, die finanziert werden wollen. Wie das gelingen kann, zeigt das Best-Practice-Beispiel der »Habachklause« aus Salzburg (PROFI hat berichtet): Thomas Maier hat das seit fünfter Generation in Familienhand befindliche Haus erheblich erweitert – mit Hilfe einer Finanzierung der OeHT. Die häufigste Finanzierungshilfe liegt entweder in Haftungsübernahmen oder in Zinszuschüssen zu Krediten in der Startphase. Beratungsförderung bietet die OeHT jedoch keine an.
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