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© Cathay Pacific

Falstaff Gold List: Das ist die Top 10 der Premium-Airlines

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Wer First oder Business fliegt, erwartet mehr als Hightech-Sitze – hier zählen Individualität, Privatsphäre, Kulinarik und herzlicher Service
auf ­engem Raum. Falstaff TRAVEL hat die führenden Airlines verglichen und zeigt, wer mit durchdachten Details wirklich abhebt.

Fliegen kann so wunderbar komfortabel und angenehm sein – wenn man sich ein Ticket für die First Class oder die Businessclass leistet und weiß, welche Fluggesellschaft für das Geld auf der gewünschten Route am meisten bietet.

Falstaff hat das Angebot der Top-Airlines in der Businessclass – und wo vorhanden auch First Class – analysiert, verglichen und bewertet. Die Gold List der Top-Ten-Premium-Airlines liefert Anhaltspunkte, wie sich eine Abstufung bei der Produktqualität gewichten lässt. Am Ende gilt natürlich aber auch hier: alles Geschmacksache.  

Platz 1: Singapore Airlines – 46 | 50

Die Airline aus dem südostasiatischen Stadtstaat ist seit jeher ein Serviceversprechen – und wie Singapore Airlines (SIA) das in seinen Premiumklassen bei so gut wie jeder Reise von Neuem und stets verlässlich auf hohem Niveau einlöst, ist ein unerreichtes Phänomen in der Branche. Innovationen wie »Book the Cook«, das jeden Passagier vorab aus einer großen Menükarte sein Lieblingsgericht für einen Flug auswählen lässt (Bestseller: Lobster Thermidor), bietet sonst niemand. Die First-Suite mit einem Drehsessel und einem festen Bett im Airbus A 380 ist unübertroffen, und ab 2026 bringt SIA mit neuen Abteilen in der First Class und der Businessclass in ihren A 350 und Boeing 777-9 wiederum neue Maßstäbe an Bord. Seit Kurzem ist der Internetzugang im Flug für Premiumpassagiere gratis, ein weiterer Mosaikstein auf dem Weg zur Perfektion – gepaart mit der legendär effizienten Abfertigung auf dem Heimatflughafen in Singapur Changi bietet der Kauf eines SIA-Tickets beste Chancen auf eine äußerst komfortable Reise.

Platz 2: Qatar Airways – 43 | 50

Die Fluggesellschaft aus dem gasreichen Mini-Emirat am Persischen Golf mit der Fläche Schleswig-Holsteins ist eine große Nummer in Sachen Komfort – Qatar Airways hat in den letzten Jahren das Premiumangebot unter den Airlines kräftig aufgemischt und das Drehkreuz Doha geschickt positioniert. Die arabische Airline ist immer für die nächste Runde an Innovationen gut: Zuletzt lauteten die Schlagzeilen »Kaviar auch in der Businessclass« und »schnelles Starlink-Internet gratis an Bord«. Luxus am Himmel fängt bei Qatar aber schon bei Kleinigkeiten an: Wo sonst gibt es schon vor dem Start eine Auswahl an weißem oder Rosé-Champagner (Letzterer quasi in den Firmenfarben)? Wegweisend bis heute sind die seit Jahren fliegenden Businessabteile mit Schiebetür – »QSuite« genannt. Bei so viel Privatsphäre in der Business braucht man keine First Class mehr; diese bietet Qatar daher auch nur an Bord der A 380. 2026 kommt dann die überarbeitete »QSuite NextGen«, die erstmals die Möglichkeit bietet, auch private Zweier- oder Viererabteile in der Businessclass einzurichten, je nachdem, wie viele Passagiere gemeinsam reisen wollen.

Platz 3: Emirates – 41 | 50

Die vor 40 Jahren (als Erste am Persischen Golf) neu gegründete Fluggesellschaft aus Dubai hat das Konzept globaler Verbindungen über ein arabisches Drehkreuz erfunden und perfektioniert. Wichtigstes Flugzeug bei Emirates ist bis heute der Airbus A 380, von dem die Gesellschaft über hundert betreibt; und sie ist bis heute die einzige Airline, die im A 380 gleich zwei Duschabteile für First-Class-Gäste anbietet. Die Onboard Lounge im Heck des Oberdecks steht auch Gästen der Businessclass offen und ist ein einzigartiger Ort, um sich an Bord auf angenehme Weise die Zeit zu vertreiben. Derzeit erneuert Emirates seine Businessclass und bietet darin angemessene Privatsphäre. Eine weitere Neuheit ist die Verfügbarkeit von Kaviar in unbegrenzter Menge in der First Class. Trotz seiner Größe schafft es Emirates, konstant einen einzigartig hohen Servicestandard zu bieten.

© Getty Images

Platz 4: Japan Airlines – 40 | 50

Japan ist das Land der beinahe perfekt anmutenden Servicequalität. Beide großen japanischen Airlines, Japan Airlines (JAL) und All Nippon Airways (ANA), bieten exzeptionelle Qualität fürs Geld in beiden Premiumklassen. JAL schafft den Sprung in diese Liste, weil es mit seinen neuen Airbus A 350-1000 ungeahnte Maßstäbe in der Business Class beziehungsweise First Class setzt; derzeit fliegen zehn Maschinen dieses Typs. Die neuen Sitze sind branchenweit führend – sie verfügen in beiden Klassen etwa über Lautsprecher, die in die Kopfstützen integriert sind, um Sound ohne Kopfhörer zu genießen. In der First Class stehen in jedem Abteil ein schmaler und ein breiter Sitz (lässt sich zu einem geräumigen Bett ausfahren) nebeneinander. Dazu kommen die hohe Schule der japanischen Kochkunst bei den Bordmenüs und der äußerst angenehme und sehr stadtnahe Drehkreuz-Flughafen Tokio-Haneda.

Platz 5: Finnair – 39 | 50

Durch den geschlossenen russischen Luftraum ist der geografische Vorteil von Asienflügen ab Helsinki dahin – sie dauern aus dem hohen Norden nun im Zweifel sogar länger als von anderswo. Trotzdem kann Finnair punkten: Der hervorragend funktionierende, überschaubare Drehkreuz-Flughafen Helsinki macht das Umsteigen zum Vergnügen. Obwohl Finnair keine First Class bietet, setzt die Airline in ihrer neuartigen Businessclass auf Langstrecken Maßstäbe bei Sitz und Service: Der Sitz ist ein geräumiger Kokon mit fest stehender Rückenlehne, den sich jeder nach Gusto mit Kissen auspolstern kann. Sehr freundlich-effizienter Service ergänzt die hervorragende technische Ausstattung der Sitze, abgerundet durch sympathische finnische Akzente wie Waschtaschen von Marimekko und Geschirr von Iittala. Ein Minus: Auch in der Businessclass ist die Internetnutzung nur für eine Stunde gratis.

Platz 6: Cathay Pacific – 38,5 | 50

Diese Airline ist eine der traditionsreichen asiatischen Marken – mit exzellentem Ruf. Der Standort Hongkong hatte es in den letzten Jahren nicht leicht und der Heimatgesellschaft ging es nicht besser. Dabei ist alles da für eine starke Performance: ein meist hervorragend funktionierendes Drehkreuz in Hongkong und eine erstklassige Servicekultur. Jetzt hat Cathay, das nur in relativ wenigen Boeing 777-300 noch eine First Class anbietet, mit seinem neuen Businessclass-Produkt den großen Wurf gelandet: Die »Aria«-Suite gilt als ab-solutes Erfolgsmodell und überzeugt durch elegantes Design und Hightech, die aber nicht überfordert. Sie bietet Innovationen wie eine interaktive Karte, die anzeigt, welche Toiletten an Bord gerade frei sind. Derzeit in Europa nur ab/bis London verfügbar; ab Ende 2026 sollen alle Boeing 777-300 ER damit ausgestattet sein.

Platz 7: Turkish Airlines – 38 | 50

An Istanbul als Drehkreuz, neuerdings der bestvernetzte Flughafen der Welt, führt kaum ein Weg vorbei – und damit auch nicht an Turkish Airlines. Die nationale Fluggesellschaft hält den Weltrekord an Zielen, aktuell über 350 in mehr als 130 Ländern der Welt. Premiumkunden in der Businessclass (es gibt keine First Class) finden bei Turkish ein beeindruckendes Produkt am Boden und in der Luft, in seiner Konsistenz eine phänomenale Leistung. An Bord der Langstreckenflugzeuge und auf vielen kürzeren Strecken wird freies Internet von Gate zu Gate angeboten, sogar am Boden, dazu Live-TV-Programme. In der Boeing-787- und der Airbus-A-350-Flotte bieten die Suiten viel Privatsphäre, die Umrüstung der großen Boeing-777-Flotte ist im Gang. Sogar auf Europa-Flügen gibt es ein vollwertiges Business-Abteil. Eine große Stärke von Turkish ist die Kulinarik; auf den meisten Strecken ist sogar jeweils ein eigener Koch an Bord, der die Speisen anrichtet und auf Wünsche eingeht – branchenweit einmalig. Auch wenn die Wege am riesigen Flughafen Istanbul außergewöhnlich weit sind: Wer es in den üppigen Lounge-Komplex geschafft hat, will am liebsten gar nicht mehr weg …

Platz 8: Etihad Airways – 37,5 | 50

Lange im Schatten der großen Emirates im benachbarten Dubai hat sich Etihad Airways aus Abu Dhabi nach einem Neustart als zweite Premium-Airline der Arabischen Emirate etabliert. Gerade das futuristische neue Flughafenterminal in Abu Dhabi ist ein Genuss und übersichtlicher als Dubai; auch die Lounge, unter anderem mit direktem Einstieg in die A 380, ist vom Feinsten. Die A-380-First-Class (»The Apartment«) wird noch übertroffen von »The Residence«, einer »Dreizimmerwohnung«, wie die Airline sagt, mit Schlafzimmer und Dusche. Neu ist bei Etihad (jetzt auch nach Düsseldorf und Zürich) Luxus an Bord kleinerer Flugzeuge auf Langstrecken: Der neue Airbus A 321 LR mit mehr Reichweite bietet zwei vollwertige First-Suiten vorne sowie 14 Businessclass-Abteile – und dabei Privatsphäre fast wie in einem Businessjet.

Platz 9: Air France – 37 | 50

Savoir-vivre à la française ist schwer zu toppen – und wer könnte das besser verkörpern als Air France? Auch das jetzt wieder verstärkt auftauchende historische Markenzeichen des Hippolyte (ein geflügeltes Pferd) symbolisiert Eleganz und Stil. Am meisten davon bringen die Franzosen in ihre aktuell nochmals aufgewertete First Class »La Première«, die in ihren extrem bequemen Suiten mit schlichten Vorhängen statt schwerer Schiebetüren unnachahmliche Privatsphäre und Leichtigkeit schafft. Die neueste Variante hat eine Ottomane, die sich zum Bett ausfahren lässt, plus einen Sitz gegenüber. Während »La Première« inklusive der besten First-Lounge der Welt in Paris (mit Sterneküche und Spa) nur auf wenigen Strecken verfügbar ist, kann sich auch Air Frances jüngste Businessclass sehen lassen: mit Trikolore-Stimmungsbeleuchtung und Sorbet-Auswahl zum Dessert ebenfalls très chic!

Platz 10: Lufthansa – 36 | 50

Der Kranich kann’s! Lufthansa wird 2026 hundert Jahre alt und hat viele Baustellen – aber die neue »Allegris«-Kabine gibt Hoffnung und zeigt, dass die deutsche Fluggesellschaft auch zeitgemäßen Premiumkomfort bieten kann. Leider, und das ist nicht nur Lufthansas Schuld, geht die Einführung nur langsam voran: Bis Ende 2028 soll es noch dauern, alle Jets umzurüsten. Aber wer »Allegris« erlebt, hat ein Aha-Erlebnis: In der Businessclass gibt es nun (leicht verwirrend) bis zu sieben verschiedene Sitztypen, teilweise gegen Aufpreis; die Business-Suiten und Privacy Seats am Fenster sind die besten Optionen. Die First Class mit drei geräumigen Abteilen (in der Mitte eine üppige Doppelsuite) bedeuten einen Quantensprung. Gepaart mit dem exklusiven First Class Terminal in Frankfurt und der formidablen First-Lounge in München hat Lufthansa zum runden Geburtstag einen Gewinner am Start.

 


Andreas Spaeth
Autor
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