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Smartphone-Pflicht: Ausschließlich digitale Bordkarte bei »Ryanair«

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Ab heute heißt es: Handy zücken statt Papier falten. »Ryanair« schafft die ausgedruckte Bordkarte ab und setzt vollständig auf digitale Tickets. Die Idee klingt effizient und umweltfreundlich – stößt beim Verbraucherschutz jedoch auf Kritik.

Wer mit »Ryanair« fliegen will, benötigt jetzt vor allem eines: ein geladenes Smartphone. Seit heute, 12. November 2025, setzt die irische Billigfluglinie konsequent auf digitale Bordkarten – gedruckte Exemplare gibt es nur noch in Ausnahmefällen. Das Einchecken wird ausschließlich über die App laufen, die zur zentralen Reisebegleiterin bei Flügen mit der irischen Airline werden soll.

Digitaler Check-in nur noch per App

Der Check-in läuft ab sofort ausschließlich über die »myRyanair«-App. Reisende müssen sich mit ihrer Buchungsnummer und E-Mail-Adresse einloggen, um ihre Bordkarte digital zu generieren. Diese erscheint als QR-Code, der am Flughafen gescannt wird – sowohl beim Sicherheitscheck als auch beim Boarding. Marokko stellt laut »Ryanair« einen Ausnahmefall dar: Hier ist die Papierkarte vorerst Pflicht. Wer von Marokko aus fliegt, muss online einchecken und erhält beim Vorzeigen der digitalen Bordkarte am Flughafen eine ausgedruckte.

»Ryanair«-Chef Michael O’Leary verfolgt seit Jahren das Ziel, die Airline radikal zu digitalisieren. Die Abschaffung der Papierkarte spare laut Unternehmensangaben mehr als 300 Tonnen Papier pro Jahr. Zudem soll die App zur zentralen Begleiterin auf jeder Reise werden. Sie zeigt nicht nur den Boarding-Status oder Gate-Änderungen an, sondern soll künftig auch Bestellungen von Speisen und Getränken direkt vom Sitzplatz aus ermöglichen.

Was tun, wenn das Handy streikt?

Kein Akku, kein Internet – und nun? Wer die Bordkarte einmal gespeichert hat, etwa als Screenshot oder in der Wallet-App, kann sie auch offline vorzeigen. Ryanair betont, dass niemand am Gate zurückgelassen werde, nur weil das Smartphone ausfällt. Vorausgesetzt, der Online-Check-in wurde bereits abgeschlossen.

Der Check-in über die App ist Pflicht. Wer ihn verpasst oder gar ohne Smartphone reist, muss tief in die Tasche greifen. Eine manuelle Abfertigung am Flughafen kostet – je nach Abflugland – zwischen 30 und 55 Euro pro Person. Besonders Familien könnten das schnell im Reisebudget spüren.

Kritik an der neuen Regelung

Nicht jeder sieht den digitalen Kurs der Airline positiv. Die deutsche Verbraucherzentrale etwa warnt davor, dass Menschen ohne Smartphone benachteiligt werden und Reisen am technischen Können scheitert. Ryanair empfiehlt in solchen Fällen schlicht, sich von Freunden oder Verwandten helfen zu lassen – eine Antwort, die bei Expert:innen Kopfschütteln auslöst. Jurist:innen verweisen zudem darauf, dass besonders ältere oder behinderte Reisende sich auf das Gleichbehandlungsgesetz berufen könnten.


Travel-Redaktion
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