Keine Sonnenliegen, keine Bars: neue Regeln an Griechenlands Stränden
Griechenland schützt seine Küsten mit neuen Umweltmaßnahmen: Immer mehr Strände werden unter Naturschutz gestellt – und verändern damit das Urlaubserlebnis spürbar.
Griechenland greift durch: Immer mehr seiner schönsten Küstenabschnitte werden unter Schutz gestellt, um Natur und Landschaft vor den Folgen des Massentourismus zu bewahren. Damit verändert sich auch das Urlaubserlebnis an vielen Stränden des Landes spürbar.
Wo früher Fischer ihren Fang an unberührte Strände brachten, liegen heute oftmals Menschen, dicht gedrängt wie Sardinen in der Dose, und Beach Bars reihen sich an Restaurants und Hotels. Damit soll nun weitgehend Schluss sein, wie unter anderem Euro News berichtet. Rund 250 griechische Strände sind nun Teil des NATURA-2000-Netzwerks; 13 griechische Strände wurden neu aufgenommen. Mit dieser Maßnahme will das griechische Umweltministerium Strände mit besonderer ästhetischer, geomorphologischer und ökologischer Bedeutung schützen.
Diese Strände sind nun Teil des Umwelt-Netzwerks
Zu den neu geschützten Gebieten für 2026 zählen unter anderem zwei Strände im Nationalpark der Lagune von Mesolonghi, der Strand von Halikounda auf Korfu sowie die Strände Pori und Italida auf Ano Koufonisi. Auch auf Lefkada wird mit dem Strand Kastros ein viel diskutiertes Gebiet geschützt – dort hatten Investoren zuletzt versucht, eine ehemalige Weinkellerei touristisch zu entwickeln. Auf Kreta kommen sieben Strände im Raum Chania hinzu, darunter der Strand Viena.
An diesen Küsten gelten künftig strenge Auflagen: Keine Strandbars, kein Verleih von Liegen oder Sonnenschirmen, keine motorisierten Wassersportgeräte und deutlich eingeschränkte Nutzung durch größere Gruppen. Ziel ist es, sensible Ökosysteme zu schützen und den natürlichen Charakter der Strände zu erhalten.
Rückkehr zu paradiesisch-ruhigen Stränden
Gleichzeitig bedeutet das für Reisende auch eine Rückkehr zum Einfachen: viele Strände bleiben zwar frei zugänglich, bieten jedoch kaum Infrastruktur. Wer kommt, bringt eigene Ausstattung mit – und erlebt dafür ruhige, naturbelassene Küstenabschnitte ohne Musik, Trubel und Kommerz.
Druck auf Inseln durch Massentourismus
Hintergrund der Maßnahmen ist der zunehmende Druck auf die griechischen Küsten durch Tourismus, Bebauung und Klimawandel. Erosion und steigender Meeresspiegel setzen vielen Stränden zusätzlich zu.