«Colazione per campioni» – Frühstück für Champions. So heisst das simpelste Gericht in der «Casa Tolone». Über das Spiegelei hobelt Gianmarco Tolone weissen Trüffel, fertig. So einfach geht gutes Essen. Wie sehr der Fokus in dieser von aussen unscheinbaren Italo-Beiz leicht abseits der Luzerner Touristenfallen auf dem guten Produkt liegt, zeigt auch die Burrata: frisch, milchig, herrlich. Die Datteltomaten dazu sind leicht angetrocknet, etwas Olivenöl, Basilikum, «grazie mille». Sinn fürs Handwerk beweist der Koch bei den Pilzravioli auf flüssiger Butter. Dünn, aber nicht zu dünn ist der Teig, die Füllung betört fast noch mehr als der Trüffel davor. Und die Melanzane alla parmigiana? Wer eine Nonna hat, die bessere macht – herzliche Gratulation. Das Rindsfilet Stroganoff flambiert Papa Franco Tolone direkt vor dem Gast. Nur dezent süss und schön luftig ist das hausgemachte Vermicelles mit Kirsch im Dessert. Vielleicht hat das Tiramisu die Nase hier ganz leicht vorn. Es wird gelacht und gefeiert, man kennt sich in der «Casa Tolone». Das Interieur wirkt klassisch, aber hell, nicht schwer. Und natürlich wird hier gut getrunken: Die Italien-Weinkarte ist konkurrenzlos genial bestückt. Junges und Gereiftes, Kleinflaschen und Grossformate, Klassiker und selbst importierte Trouvaillen. Wie etwa der Pinot Bianco 2020 von der Tenuta La Cà am Gardasee. Hohe Säure, komplex, knackig. Oder der Sinquanteut 2020, ein Nebbiolo von Renato Fenocchio aus dem Piemont: dank Stahltankausbau – eine ebenso spannende wie trinkige Hommage ans Terroir. Rotbeerig, fruchtig, elegant. Ja, so macht ein bissig-kalter Sonntagmittag richtig Spass.