Amsterdam verbietet Werbung für Flugreisen und Fleisch
Amsterdam ist die erste Hauptstadt der Welt, die Werbung für Flugreisen, Fleischprodukte und fossile Brennstoffe im öffentlichen Raum verbietet. Die Stadt will damit ihre Klimaziele konsequenter umsetzen.
Amsterdam hat ein weitreichendes Werbeverbot im öffentlichen Raum eingeführt. Seit Mai 2026 dürfen in der niederländischen Hauptstadt keine Werbeanzeigen mehr für Flugreisen, Fleischprodukte, Kreuzfahrten oder Autos mit Verbrennungsmotor gezeigt werden. Das betrifft unter anderem Plakatwände, Haltestellen des öffentlichen Verkehrs und U-Bahn-Stationen. Die Maßnahme macht Amsterdam zur ersten Hauptstadt weltweit mit einem solchen Verbot.
Anpassung an Klimaziele
Hinter dem Beschluss steht die Klimapolitik der Stadt. Amsterdam verfolgt das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Gleichzeitig soll der Fleischkonsum deutlich sinken. Nach Einschätzung der Stadt soll sich dies auch im öffentlichen Raum widerspiegeln. An den Stellen früherer Werbeplakate finden sich nun häufiger Kulturhinweise, Hinweise auf Museen oder Veranstaltungen im Stadtgebiet. Die Stadt argumentiert, dass Werbung nicht nur informiert, sondern auch Konsumverhalten beeinflusst. Produkte mit hoher Klimabelastung würden dadurch normalisiert.
Vergleich mit früheren Werbeverboten
Als Beispiel wird häufig das Tabakwerbeverbot genannt. Dort war ein ähnlicher Ansatz gewählt worden: Durch den Entzug öffentlicher Werbung sollte Rauchen weniger sichtbar und weniger attraktiv wirken. Einige Akteure sprechen im Zusammenhang mit Fleisch- und Flugwerbung von einem möglichen »Tabak-Moment« für stark klimawirksame Produkte.
Das Verbot gilt jedoch nicht vollständig für alle Werbeformen. Supermärkte, Restaurants und Fleischereien dürfen weiterhin innerhalb ihrer eigenen Verkaufsflächen werben. Das Verbot betrifft ausschließlich den öffentlichen Raum.
Reaktionen
Die Reaktionen sind unterschiedlich. Befürwortende Stimmen sehen darin eine notwendige Anpassung an die Klimapolitik der Stadt und eine klare politische Positionierung. Kritik kommt vor allem aus der Fleischwirtschaft sowie aus Teilen der Tourismus- und Luftfahrtbranche. Dort wird das Verbot als Eingriff in wirtschaftliche Interessen und als Einschränkung von Werbung bewertet.