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Amsterdam liegt malerisch an vielen Grachten. Mehr als 1700 Brücken führen darüber.

Amsterdam liegt malerisch an vielen Grachten. Mehr als 1700 Brücken führen darüber.
© Yury Dmitrienko / Shutterstock.com

Long Weekend Amsterdam: Tipps und Adressen für Foodies

Amsterdam
Niederlande
Tourismus

Malerische Kanäle, pittoreske Giebelhäuser und die Gemälde großer Meister: Das 17. Jahrhundert mit seinem Goldenen Zeitalter bildet die umwerfende Kulisse, vor der sich die brodelnde Kreativ-, Shopping- und Gastroszene der niederländischen Hauptstadt erforschen lässt.

Gemessen an Ausdehnung und Einwohnerzahl ist Amsterdam im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen eher überschaubar, was Vor- und Nachteile hat. Zu den Nachteilen zählt, dass sich die Massen an Touristen hier noch mehr drängen als anderswo. Zu den Vorteilen, dass die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt gut zu Fuß beziehungsweise mit dem hierzulande so beliebten Fahrrad erreichbar sind.

Unseren Besuch beginnen wir jedenfalls mit der Pflichtübung: dem Museumplein (Museumsplatz), wo sich gleich drei der bedeutendsten Museen der Stadt finden. Allen voran das imposante, sowohl der Geschichte als auch der Kunst gewidmete Rijkmuseum, das einem in Erinnerung ruft, dass Amsterdam einst die Hauptstadt einer steinreichen See-, Welt- und vor allem ausbeutenden Kolonialmacht war. Und obendrein ein regelrechter Hotspot der Malerei. Hier steht man staunend vor gleich mehreren der bekanntesten Gemälde der Welt, allesamt Werke großer Künstler mit klingenden Namen wie Rembrandt, Vermeer oder Frans Hals.

Nur wenige Schritte weiter beherbergt ein sehenswerter Bau aus den 70er-Jahren das Vincent van Gogh Museum, das erwartungsgemäß dem bis heute äußerst beliebten Spätimpressionisten gewidmet ist. Allerdings handelt es sich auch um die am meisten besuchte Sehenswürdigkeit der Niederlande. Drum weichen wir, um Warteschlangen und Gedränge zu vermeiden, dann doch auf das deutlich weniger überlaufene Stedelijk Museum aus – und freuen uns über die eindrucksvolle Sammlung an Kunstwerken aus der Zeit des frühen 20. Jahrhunderts bis heute.

Als wir das Museum verlassen, ist es Mittag geworden. Und somit Zeit, sich anstatt der bildenden der kulinarischen Kultur Amsterdams zuzuwenden. Für einen möglichst reibungslosen Übergang besuchen wir das Restaurant »Rijk,« das sich praktischerweise im Rijksmuseum befindet und zu den besten kreativ kochenden Lokalen der Stadt zählt. Bekannt ist Küchenchef Joris Bijdendijks Talent, lokale Zutaten mit exotischen Aromen in essbare Kunstwerke zu verwandeln, und sie dieserart in den musealen Rahmen einzupassen.

Weil es das Wetter erlaubt, und wir sowieso schon genug Zeit indoor verbracht haben, spazieren wir danach durch den nahen Vondelpark, der größten Grünanlage der Stadt mit ihren idyllischen Teichen, den Pavillons, Denkmälern und manikürten Blumenbeeten. Von dort geht’s zurück in Richtung Innenstadt und Grachten, und abends, weil das Mittagessen ausgiebig genug war, auf ein Pastrami-Sandwich oder einen Caesar Salad ins »Café Américain« mit seiner beachtlichen Inneneinrichtung im Stil des Art Déco.

Wie nahezu überall ist auch in Amsterdam der Samstag der beste Tag für einen Marktbesuch. Drum spazieren wir zum Noordermarkt, wo an diesem Tag zwischen etlichen Terrassen-Cafés und Restaurants auch ein Bio-, Bauern- und Flohmarkt abgehalten wird. Rundherum erstreckt sich das hippe Viertel Joordan mit seinen Galerien, Pubs, Trödel- und Vintage-Läden. An der wunderhübschen Egelantiersgracht liegt das ikonische Cafe »‘t Smalle«, eines der sehenswertesten unter den Amsterdamer Bruincafés (Braun-Cafés), wie man die traditionellen Kneipen hier nennt. Geboten wird eine schöne Auswahl an Bieren sowie typische, lokale Snacks wie Käsesticks und Fleischbällchen und bei Schönwetter eine tolle Terrasse direkt an der Gracht.

Weiter geht’s über verwunschene Kanäle mit Hausbooten und vorbei an kitschig anmutenden, schmalen Giebelhäusern, deren großzügige und meistens vorhanglose Fenster möglichst viel des hierzulande eher raren Sonnenlichts einlassen. Eine der etwas weniger bekannten Attraktionen Amsterdams ist der bezaubernde Begijnhof. Ein prachtvolles Ensemble an Wohnhäusern, dessen Ursprünge aufs Mittelalter zurückgehen, und das heute eine regelrechte Oase der Stille im geschäftigen Stadtzentrum bildet.

Zum Abendessen besuchen wir das erstaunliche Restaurant »De Kas«, das in einem Glashaus aus den 20er-Jahren untergebracht ist. Das Meiste, das aufgetischt wird, stammt aus eigenem Anbau und wird mit viel Gefühl zu kreativen Gerichten verarbeitet. Und dann ist da noch das eindrucksvolle Glashaus-Setting, das von der Symbolik her perfekt zu der landwirtschaftlichen Großmacht passt, die die Niederlande bis heute sind.

Weil Sonntag ist, und man in Amsterdam am Wasser nicht vorbeikommt, drängt sich eine Bootsfahrt geradezu auf. Die Gratis-Fähre vom Bahnhof zum NDSM über den sogenannten IJ-Hafen (gesprochen: Ei) bietet eine Hafenrundfahrt mit Blick auf einstige Industrieanlagen und moderne Architektur. Der Name NDSM steht für eine ehemalige Schiffswerft, die um die Jahrtausendwende in ein Büro- und Kulturzentrum umgewandelt wurde, etliche Künstlerateliers, Galerien, coole Clubs, Konzerte und imposante Wandgemälde beherbergt. Vor allem sonntags findet hier immer irgendwas Interessantes statt, an einem Wochenende im Monat etwa der größte Flohmarkt Europas. Cafés und Restaurants gibt es massenhaft, viele mit charmanten Hafenblick. Darunter auch das vor drei Jahren eröffnete »Next« in atemberaubender Lage und mit einem sogenannten »Sunday Sunset Lunch« mit DJ-Set, Cocktails, Snacks und frischen Austern, aber auch mit kompletten Verkostungsmenüs.

Von hier sind es 30 Minuten zu Fuß (oder 10 mit dem Fahrrad) zum Eye Filmmuseum, einem futuristischen Bau, der außer mehreren Kinosälen auch ein spannendes Ausstellungsprogramm für Medienkunst bietet. Und zudem eine ansprechende Cafeteria mit fantastischem Blick auf die Skyline der Innenstadt. Mit der Fähre sind es nur wenige Minuten zurück zum Bahnhof.

Zum würdigen Abschluss gibt es endlich eine Rijsttafel – ein kulinarisches Highlight jedes Amsterdam-Besuchs. Einer der besten Orte dafür ist das indonesische Restaurant »Blauw« nahe dem Vondelpark. Dort erklärt man uns, dass so eine »Reistafel« ein Festmahl aus zahlreichen indonesischen Gerichten ist, die gemeinsam aufgetischt werden. Und dass das Konzept aus der Zeit der niederländischen Herrschaft stammt, als die Kolonialherren ihre Gäste mit der Vielfalt der Küche des gewaltigen Inselreiches zu beeindrucken pflegten. Während die Rijsttafel in Indonesien selbst kaum verbreitet ist, gehört sie heute zu den bedeutendsten kulinarischen Traditionen der Niederlande. Somit hat sie auch einiges zu erzählen über die Geschichte und die Kultur der ehemaligen Weltmacht. Und über das sogenannte Goldene Zeitalter im 17. Jahrhundert, als Amsterdam dank der Kolonien eine der reichsten Städte der Welt und ihr bedeutendster Handelsplatz war.

Tipps & Adressen

Hotels

Anantara Grand Hotel Krasnapolsky (1)

Elegantes und sehr zentral gegenüber dem Königspalast gelegenes Fünf-Sterne-Hotel mit eigenem Bootssteg, prächtigem Wintergarten und ausgezeichnetem Restaurant. Beliebt sind außerdem das eindrucksvolle Brunchangebot sowie der gediegene High Tea am Nachmittag.
Dam 9, 1012 GJ Amsterdam, T: +31 20 499 0163
anantara.com

Conservatorium Hotel (2)

Ohne Zweifel eines der exklusivsten Hotels der Stadt, untergebracht in einem wundervollen neugotischen Gebäude, das einst als Bank und später als Musikkonservatorium diente. Mit allem erdenklichen Komfort und tollem Blick auf den Museumsplatz.
Paulus Potterstraat 50, 1071 DB Amsterdam, T: +31 20 570 0000
conservatoriumhotel.com

Sweets (3)

Ein Hotel, das sich aus 28 winzigen ehemaligen Brückenwärterhäuschen zusammenstellt, die allesamt auf Brücken verteilt durch die Stadt stehen und liebevoll adaptiert wurden. Kanalblick und Erlebnisfaktor garantiert.
T: +31 (0)20 740 1010
sweetshotel.amsterdam

Pulitzer Amsterdam (4)

Auf gleich 25 Giebelhäuser, die zwischen zwei der malerischsten Grachten Amsterdams stehen, verteilt sich dieses zentral gelegene Hotel mit trendiger Bar im Stil des Art Déco sowie angeschlossenem Fahrradverleih.
Prinsengracht 323, 1016 GZ Amsterdam, T: +31 20 523 5235
pulitzeramsterdam.com

The Hoxton (5)

Amsterdamer Ableger der beliebten Lifestyle-Kette mit eindrucksvoller Fassade, markentypisch verspieltem Interieur und einer auch unter Einheimischen stark angesagten Hotel-Bar.
Herengracht 255, 1016 BJ Amsterdam, T: +31 20 8885555
thehoxton.com/de/amsterdam

Restaurants

RIJKS (1)

Elegantes Restaurant im Rijksmuseum mit ambitioniert kreativer und asiatisch angehauchter Küche sowie Michelin-Stern und angeschlossenem Café.
Museumstraat 2, 1071 ZB Amsterdam, T: +31 20 674 7555
rijksrestaurant.nl

De Kas (2)

Gediegenes Restaurant im eindrucksvollen Rahmen eines historischen Glashauses aus den 20er-Jahren. Etliche Zutaten werden selbst angebaut und mit Inspiration zubereitet.
Kamerlingh Onneslaan 3, 1097 DE Amsterdam, T: +31 20 462 4562
restaurantdekas.com

Restaurant Blauw (3)

Eines der besten unter den zahlreichen indonesischen Restaurants der Stadt, und idealer Ort, um eine aus indonesischen Gerichten zusammengestellte, original niederländische Rijsttafel (Reistafel) zu erleben.
Amstelveenseweg 158-160, 1075 XN Amsterdam T: +31 20 675 5000,
restaurantblauw.nl/indonesisch-restaurant-in-amsterdam

Cafés & Bars

Café Américain (1)

Angenehmes und beliebtes Kaffeehaus mit spektakulärer Original-Einrichtung im flamboyanten Stil des Art Déco, die allein schon einen Besuch wert ist. Unprätentiöse Brasserie-Küche.
Leidseplein 28, 1017 PT Amsterdam, T: +31 20 556 3010
cafeamericain.nl

Café ‘t Smalle (2)

Eine der berühmtesten unter den zahlreichen typischen Amsterdamer Kneipen, die man hierzulande wegen ihrer hölzernen und patinierten Einrichtung Bruincafé‘s (Braun-Cafés) nennt.
Egelantiersgracht 12, 1015 RL Amsterdam, T: +31 20 786 7748

NEXT (3)

Cocktails, Austern, Snacks, DJs und 180 Grad Hafen-Rundumblick im Kunst-Hub NDSM. Per Fähre in wenigen Minuten vom Bahnhof zu erreichen.
NDSM-Kade 2, 1033 PG Amsterdam, T: +31 20 737 0051
nextndsm.nl

Eye Bar & Restaurant (4)

Weitläufiges Café mit hoher Decke, ausladenden Fensterfronten und umwerfendem Ausblick über einen ehemaligen Meeresarm auf die Skyline. Untergebracht im EYE Filmmuseum und auch per Fähre zu erreichen.
IJpromenade 1, 1031 KT Amsterdam, T: +31 20 589 1402
eyefilm.nl/en/restaurant

Mehr Städtereise-Tipps für lange Wochenenden unter go.falstaff.com/longweekend.


 

Erschienen in
Falstaff Magazin Schweiz Nr. 4/2025

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Georges Desrues
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