Auf den Spuren steinerner Zeitzeugen in Südtirol
Es ist nicht nur die unbeschreibliche Schönheit der Natur, die hier ins Staunen versetzt. Auch ein stilles Echo längst vergangener Zeiten liegt in der Luft – und erreicht alle, die sich darauf einlassen.
Zwischen schroffen Gipfeln und tiefen Wäldern bewahrt sich Südtirol seine natürliche Kraft. Statt mit besonders imposanten Bauwerken beeindruckt die Region mit ihrer ursprünglichen Schönheit, Stille und Natur. Südtirols Berge, Wälder und Seen gelten seit Jahrtausenden als Kraftorte.
Hinweise auf ihre frühe Besiedlung liefern unter anderem sogenannte Schalensteine: Findlinge oder flache Felsabschnitte mit lochartigen, menschengemachten Vertiefungen. Sie sind oft mehr als 5.000 Jahre alt. Ihre Bedeutung ist weitgehend unbekannt, was sie umso geheimnisvoller macht. In Sexten am Außerberg kann man sie bis heute bewundern: als stumme Zeugen einer Zeit, deren Spuren sich hier in den Stein eingeschrieben haben.
Stein, Feuer und Schatten
Der Hügel von Castelfeder südlich von Bozen wurde bereits in der Bronze- und Eisenzeit besiedelt. Mit seinen knorrigen Eichen, Porphyrfelsen und der weiten Aussicht gilt er bis heute als stiller Kraftplatz. Die sogenannten Kuchelen – Reste einer frühmittelalterlichen Ringmauer – bilden dabei den historischen Rahmen eines Ortes, an dem sich Schutz, Macht und Landschaft seit Jahrtausenden überlagern.
Auch im Laranzer Wald bei Seis reichen Spuren menschlicher Besiedlung mehrere Jahrtausende zurück; am Rungger Egg befindet sich ein etwa sieben Meter hoher Kegel, der als Altar für Brandopfer gedeutet wird. Steht man heute davor, sieht man lediglich eine von der Natur überwucherte Erhebung. Und doch ist die Verbindung zur Vergangenheit spürbar.
Kultstätten und heidnische Riten
Nicht weit entfernt findet sich mit der St. Vigil-Kirche in Kastelruth ein weiteres Mysterium: Vermutet wird, dass sie auf einer prähistorischen Kultstätte errichtet wurde. Die Wahl des Standortes zeugt von astronomischer Bedeutung.: Am 21. März zieht der Schatten des Schlern über ihr Dach und kehrt erst am 23. September wieder zurück. Archäologische Funde und antike Überlieferungen belegen, dass hier einst ein Zentrum heidnischer Riten verschiedener Gottheiten lag.
Best of Hotels
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Restaurants
Terra The Magic Place, Sarntal: Für die nachhaltige Küchenphilosophie und deren meisterliche Exekution durch Heinrich Schneider gab es zwei Michelin-Sterne. Ungewöhnlich: Liquid Gnocchi und geräuchertes Joghurt.
Luis Alm, Sexten: Hinter der Fassade des pittoresken Holzhauses befindet sich ein Restaurant, das sich feiner Kochkunst verschrieben hat. Auf der Karte stehen lokale und mediterrane Gerichte – von Cavatelli bis Jakobsmuscheln.