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Martin Morrell

Ayurveda im Trend: Warum Promis auf die indische Heilkunst setzen

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Naomi Campbell tut es, Julia Roberts, Matthew McConaughey, die Kardashians und Gwyneth Paltrow sowieso: Stars und Sternchen schwören auf die heilende Kraft der jahrtausendealten indischen Heilkunst Ayurveda. Doch wie genau funktioniert die Lehre vom guten Leben eigentlich – und lässt sie sich auch in den Urlaub integrieren?

Das »CGH Earth ­SwaSwara Resort« thront eingebettet in einem Palmenhain oberhalb des Om Beach, eines der wohl bezauberndsten Strände Indiens. Hier kommen Urlauber aus aller Welt zusammen: Rosmarie aus Österreich, Gerda aus Schweden, Khalid aus Katar, ­William aus den USA – und viele andere.

Doch was sie hier erwartet, hat wenig mit der typischen Vorstellung von Erholung zu tun: Statt Cocktails am Pool oder entspannter Strandspaziergänge bestimmt ein strikter Tagesplan mit intensiven Behandlungen den Aufenthalt der Gäste. Schwitzbäder, Ein­läufe und individuell abgestimmte Kuren mit Kräuterpräparaten sind fester Bestandteil eines Programms, das unter dem Namen Ayurveda weltbekannt ist. Sinn und Zweck der indischen Gesundheitslehre ist es, das Leben ihrer Anhänger bis ins hohe Alter in bestmöglicher körperlicher und geistiger Verfassung zu bewahren. Das »SwaSwara Resort« gehört zu den führenden Adressen, die sich auf dieses ehr­geizige Ziel spezialisiert haben.

Meditieren mit Aussicht. Das »SwaSwara Resort« bietet dafür die idealen Bedingungen.
© Foto bereitgestellt
Meditieren mit Aussicht. Das »SwaSwara Resort« bietet dafür die idealen Bedingungen.

Medizin als Lifestyle

Schon vor über 5000 Jahren beschäftigten sich die Menschen in Indien mit dem »Wissen (ayus) vom Leben (veda)«, dem Ayur­veda. Verschriftlicht wurden die Regeln dieser ganzheitlichen Heilkunst erstmals in den Veden, den ältesten überlieferten Glaubenssätzen des Hinduismus, etwa 1500 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung.

Rund 500 Jahre später verfassten Gelehrte die ersten medizinischen Lehrbücher des ­Ayurveda. Obwohl Ayurveda zur Behandlung von Krankheiten angewendet wurde, war es bereits in der frühzeitlichen indischen Kultur vielmehr ein umfassender Lebensstil als nur eine bloße Heilmethode.

Weltweit verbreitet hat sich Ayurveda erst viel später, als Indien von den Briten besetzt wurde. Damals entdeckten die Kolonialherren neben Baumwolle, Jute, Tee und Getreide auch ihr Interesse an der traditionellen indischen Heilkunst. So gelangte die Lehre nach Europa, wo in den 1970er-Jahren im Zuge der New-Age-Bewegung und des wachsenden Interesses an Spiritualität ein regelrechter Hype um Ayurveda entstand.

In Indien war Ayurveda zu jener Zeit bereits fest institutionalisiert und das alte Wissen wurde in organisierten Zentren systematisch weitergegeben. Ein heraus­ragendes Beispiel dafür ist die älteste noch heute betriebene Ayurveda-Klinik im Bundesstaat Kerala im Südwesten des Landes: Die 1902 gegründete Einrichtung gilt bis heute als führend in der Behandlung von Patienten und der Herstellung ayur­vedischer Arzneimittel. Die Klinik hat entscheidend dazu beigetragen, Ayurveda weltweit als ernst zu nehmende Heilkunde zu etablieren.

Stimmungsvolle Auszeit. Im »Como Shambhala Estate« entspannen die Gäste zum sanften Plätschern des Wassers und zu den Rufen der Wildnis.
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Stimmungsvolle Auszeit. Im »Como Shambhala Estate« entspannen die Gäste zum sanften Plätschern des Wassers und zu den Rufen der Wildnis.

Ayurveda sieht den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele an und betrachtet ihn als Abbild des Universums – einen Mikrokosmos im Makrokosmos.

 

Staatlich anerkannt

Anders als im Westen gehört Ayurveda in Indien nicht in den Wellnesssektor, sondern wird als wichtiger Zweig der Medizin ange­sehen. Wer in diesem Bereich praktizieren möchte, muss eine fünfeinhalbjährige Ausbildung an einem der rund 250 staatlichen Lehrstühle durchlaufen; so wie Dr. Varun Firoz vom »CGH Earth SwaSwara Resort« in Gokarna. Mit seinem Studium setzte er die Familientradition fort, er praktiziert Ayur­veda nun bereits in der vierten Generation.

Der Unterschied zwischen dem »Swa­Swara Resort« und einer herkömmlichen Klinik bestehe darin, dass der Fokus auf ­Prävention statt auf der Heilung von Krank­heiten liege, erklärt der Ayurveda-Arzt.

Jeder Aufenthalt beginnt mit einer ­umfassenden Diagnostik. »Zuerst wird der äußere Zustand des Patienten untersucht«, erzählt Firoz – Hautbeschaffenheit, Augen, Zunge, Nägel und Haltung. Zudem fühlt der Arzt den Puls, um ein Ungleichgewicht der Doshas zu erkennen; die Temperatur wird gemessen und der Bauch untersucht. Außerdem befragt er die Patienten eingehend.

Auf Basis dieser Ergebnisse erstellt der erfahrene Arzt schließlich einen individuellen Behandlungsplan, der auf die per­­sönliche Konstitution und das spezifische Ungleichgewicht abgestimmt ist. Er besteht aus Empfehlungen zu Meditation und Ent­spannung, Massagen, Ernährung und Heilkräutern. Universelle Methoden gibt es im traditionellen Ayurveda nicht – das tiefe Eingehen auf individuelle Bedürfnisse bildet eine der zen­tralen Grundsäulen dieser Lehre.

Kräuterstempel-Massage.
Die sogenannten Kizhis 
fördern die Durchblutung und entspannen die Muskulatur.
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Kräuterstempel-Massage. Die sogenannten Kizhis fördern die Durchblutung und entspannen die Muskulatur.

Durch gezielte Massagetechniken werden Stoffwechselrückstände buchstäblich aus dem Körper herausgeknetet.

 

Panchakarma als Königsdisziplin

Besonders bekannt ist aber ein Teilaspekt von Ayurveda: die Panchakarma-Kur. Dabei handelt es sich um eine umfassende Therapie, die nicht nur dazu dient, die Doshas wieder in Balance zu bringen, sondern auch den Körper zu entgiften – Detox auf Indisch.

»Panchakarma« bedeutet übersetzt »fünf Handlungen«; keine davon entspricht den typischen Wellnessritualen, wie wir sie hierzulande kennen: Neben therapeutischem Erbrechen (Vamana), Abführung (Virechana) und medikamentösen Einläufen (Basti) gehören auch eine Reinigung der Nasengänge (Nasya) und Aderlässe (Raktamokshana) zum Programm.

Während der Kur gibt es weder Koffein noch Alkohol, Sex oder üppiges Essen. Letzteres ist einfach, leicht verdaulich, lauwarm, frisch und auf das jeweilige Dosha zugeschnitten. Dass so viele Menschen diese Prozedur nicht nur auf sich nehmen, sondern sogar dafür bezahlen, hat mit den erhofften Effekten zu tun: umfassende Entgiftung, Verbesserung des Stoffwechsels und der Verdauung, Gewichtsregulierung, Stärkung des Immunsystems, Reduktion von Entzündungen, Förderung der allgemeinen Gesundheit und Linderung von chronischen Erkrankungen, Stress sowie Beschwerden.

Yoga und Atemübungen.
Asanas können laut Ayurveda dazu beitragen, die Doshas wieder auszubalancieren.
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Yoga und Atemübungen. Asanas können laut Ayurveda dazu beitragen, die Doshas wieder auszubalancieren.

Wellness-Geheimnis der Stars

Dafür finden sich Stars wie Oprah Winfrey, Kate Winslet, Nicole Kidman und sogar gekrönte Häupter wie Charles und Camilla mit Vorliebe im »Ananda in the Himalayas« ein, einer der besten und luxuriösesten ­Ayurveda-Einrichtungen der Welt. Nicht nur seine wunderschöne Lage in einem über 100 Jahre alten ehemaligen Maharadscha-Palast an den Ausläufern des Himalaya, umgeben von Wäldern und mit Blick auf den Ganges, macht es so einzigartig, sondern auch das umfassende Treatment-Angebot; hervorragende Küche und moderne, helle Suiten runden jeden Aufenthalt ab.

Kourtney Kardashian und Gwyneth Paltrow hingegen sind bekennende Fans des »Surya Spa« im kalifornischen Santa ­Monica. Sie schwören auf das Wissen der weltweit anerkannten Ayurveda-Expertin Martha Soffer und schätzen ihre Heran­gehensweise – denn im »Surya Spa«, zu finden im »Santa Monica Proper Hotel«, stimmt man die indische Tradition und ihre Lehren auf die Bedürfnisse des modernen Lebens ab. Im diesem Flagship Spa, entworfen von der gefeierten Designerin Kelly Wearstler, gibt’s neben Panchakarma-Kuren auch Kochkurse, Meditation, Yoga und Behandlungen mit hausgemachten Ölen.

Ayurveda erobert die Welt

Auf Bali hat sich das pittoreske »Como Shambhala Estate« einen Namen gemacht. Umgeben von üppiger Natur genießt man hier Ruhe und Erholung auf höchstem Niveau.

Nur wenige Flugstunden entfernt, im »Four Seasons Resort Maldives«, erwartet das »AyurMa« seine Gäste mit einem Team mehrfach prämierter Ayurveda-Experten, die auf Basis der Ergebnisse des exklu­siven »PraMa«-Screeningsystems hoch individualisierte Behandlungspläne ausarbeiten.

Ayurveda-Tipps für Zuhause


Tägliche Routinen:
Beginnen Sie den Morgen mit einem Glas warmem Wasser mit Zitrone und Ingwer und halten Sie sich an feste Schlafenszeiten.

Ernährung:
Genießen Sie dreimal täglich frisch gekochte, leicht verdauliche Mahlzeiten, gewürzt mit ayurvedischen Zutaten wie Kurkuma, Kreuzkümmel oder Koriander.

Bewegung und Entspannung:
Integrieren Sie tägliche Yoga- und Atemübungen sowie Meditation in Ihren Alltag.

Regeneration:
Legen Sie gelegentlich Fastentage ein, um den Stoffwechsel zu entlasten.

 

 

Auf Sri Lanka führend sind die »Barberyn Resorts«. Schon seit mehr als 50 Jahren verbindet man hier personalisierten Service und atemberaubende Natur mit authen­tischen Behandlungen. Gäste schätzen das ruhige Umfeld und die Privatsphäre, die sie hier genießen. Der Behandlungsfokus liegt auf chronischen Beschwerden, Stress­abbau und Detox, dabei legt man Wert auf möglichst umweltverträglichen Tourismus.

Die Kombination aus Palmen, Strand, Meer und Ayurveda schätzen die Gäste auch am »Kamalya Wellness Sanctuary« auf der thailändischen Insel Koh Samui. Zusätzlich setzt man auf ergänzende Methoden aus der westlichen Welt.

Apropos westliche Welt: In Spanien lockt das »Ayurveda Resort Port Salvi« mit traditionellen Kuren in male­rischer Küstenlage, während im »Hotel Engel Ayurpura« authentische Ayurveda-­Kuren vor atemberaubender Bergkulisse in den Dolomiten angeboten werden. In Österreich verbindet das »Ayurveda Resort Sonnhof« traditionelle ayurvedische Heilkunst mit ­typischer Tiroler Gastfreundschaft.

 

ZU DEN BESTEN AYURVEDA-ZENTREN WELTWEIT

1
European Ayurveda Resort Sonnhof
Hinterthiersee 16, Österreich
92
Indien meets Tirol im weltweit einzigartigen Ayurveda-Resort im Thierseetal. Von Panchakarma- bis Detox-Kur.
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Ananda in the Himalayas
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3
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98
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4
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Das »Parkschlösschen« im deutschen Traben-Trarbach ist das einzige Fünf-Sterne-Ayurveda-Resort Europas. Maria Hebel gibt Einblick in die dortigen Panchakarma-Kuren.

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