Capri führt Obergrenze für Gruppenreisen ein
Die Insel im Golf von Neapel will den Massentourismus eindämmen. Ab Sommer 2026 sind auf Capri Gruppen von mehr als 40 Tourist:innen sowie Lautsprecher während Führungen verboten.
Capri gilt seit Jahrzehnten als Inbegriff mediterraner Eleganz: schroffe Felsen über türkisblauem Meer, helle Villen, luxuriöse Hotels. Doch was die italienische Insel weltberühmt gemacht hat, bringt sie zunehmend an ihre Grenzen. Mit strengeren Auflagen für Gruppenreisen will die italienische Insel den Massentourismus besser bewältigen.
Während auf Capri selbst rund 13.000 Menschen leben, erreichen die Besucherzahlen in den Sommermonaten Dimensionen, die das tägliche Leben massiv belasten. An Spitzentagen strömen schätzungsweise bis zu 50.000 Tourist:innen auf die kleine Insel im Golf von Neapel – mit spürbaren Folgen. Die Häfen sind überfüllt, Aussichtspunkte verstopft und die historischen Orte verlieren ihre Ruhe. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat der Gemeinderat nun einstimmig neue Regelungen für die kommende Sommersaison verabschiedet.
Maximale Anzahl an Teilnehmenden für Reisegruppen
Künftig dürfen nur noch organisierte Reisegruppen von maximal 40 Personen an Land gehen. Außerdem wird der Einsatz von Lautsprechern bei Führungen durch den gleichnamigen Hauptort Capri eingeschränkt: Gruppen mit über 20 Teilnehmer:innen müssen auf Funkkopfhörer zurückgreifen, um den Geräuschpegel in belebten Bereichen zu reduzieren. Auch die Kennzeichnung der Guides wird dezenter: Statt auffälliger Schirme oder Banner sollen Reiseleiter:innen einfache Schildchen am Revers tragen.
Capri reiht sich damit in eine wachsende Zahl europäischer Reiseziele ein, die auf die Eingrenzung von Touristenmassen setzen. Ähnliche Debatten werden etwa in Venedig geführt, wo jahrzehntelanger Massentourismus die Lebensqualität der Einwohner:innen zunehmend beeinträchtigt. Die Insel hofft, dass die neuen Regelungen nicht nur die tägliche Überfüllung begrenzen, sondern auch ein nachhaltigeres Miteinander von Gästen und Einheimischen ermöglichen.