Neuer Radweg rund um den Gardaseee geplant
Der Fahrradweg »Ciclovia del Garda« soll den Gardasee bald komplett umrundbar machen. Während einige Abschnitte bereits befahrbar sind, sind andere noch in Planung oder stehen zur Diskussion.
Der Gardasee soll für aktive Urlauber:innen künftig noch attraktiver werden: Ein rund 140 Kilometer langer Radweg soll es ermöglichen, den größten See Italiens vollständig mit dem Fahrrad zu umrunden. Noch führt ein Radnetz in Teilabschnitten um den See. Die Fertigstellung des Rundwegs ist für die nächsten Jahre geplant.
Ausbau der Radwege geplant
Mit dem Projekt »Ciclovia del Garda« oder »Garda by Bike« soll das Radnetz deutlich ausgebaut werden. Geplant ist ein Rundkurs, der bestehende Wege einbindet und durch neue Abschnitte ergänzt. Auch die »EuroVelo 7« wird in das Netz integriert. Allerdings begleiten Verzögerungen beim Bau und Planungsänderungen das Vorhaben seit Jahren.
Erste spektakuläre Abschnitte geöffnet
Ein besonders eindrucksvoller Abschnitt befindet sich zwischen Limone sul Garda und Riva del Garda. Die rund 2,5 Kilometer lange Strecke wurde bereits 2018 eröffnet und führt teilweise direkt an steilen Felswänden entlang – stellenweise sogar auf Konstruktionen, die über dem Wasser verlaufen. Radfahrer:innen erleben dort freie Sicht über den See, während sie hoch über der Wasserlinie unterwegs sind.
Ende März 2025 wurde ein weiterer Abschnitt eröffnet. Dieser beginnt im Süden der Stadtgrenze Rivas in der Ponalestraße und endet bisher am Strand von Rivani. Statt am Wasser, fahren Radfahrer:innen meist durch alte und neue Tunnel sowie durch aufwendige Galerien, die als Steinschlagschutz gebaut wurden. Teile der Galerien sind mit Kunst im Wiener Jugendstil bemalt und bieten Ausblicke auf den See.
Ein weiterer Abschnitt wurde im April 2026 im Osten des Sees fertiggestellt. Von Punta San Vigilio nach Torri del Benaco verlaufend, führt die ca. 5-Kilometer-lange Strecke am Gardasee entlang. Bänke sowie Säulen mit Fahrradservice stehen zur freien Verfügung.
Auch im Raum Verona wurde ein neues Teilstück eröffnet: Bei Torri del Benaco sorgt seit 2026 ein neuer Abschnitt dafür, dass Radfahrer:innen und Autofahrer:innen in einem stark frequentierten Bereich besser getrennt geführt werden.
Große Teile des künftigen Rundwegs existieren bereits als eigenständige Radwege oder verlaufen über wenig befahrene Nebenstraßen. Besonders gut geeignet für weniger geübte Radfahrer:innen ist beispielsweise die Strecke zwischen Riva und Torbole.
Am Ostufer finden sich bereits nutzbare Abschnitte zwischen Malcesine und Brenzone sowie weiter südlich Richtung Bardolino und Lazise. Im Süden wird zudem ein Teil der »EuroVelo 7« zwischen Lazise und Peschiera del Garda in den Rundkurs eingebunden.
Lücken und schwierige Abschnitte
Einige Strecken verlaufen weiterhin auf bestehenden Land- und Nebenstraßen, etwa zwischen Torbole und Malcesine oder Brenzone und Torri del Benaco. Besonders anspruchsvoll bleibt der Abschnitt zwischen Desenzano del Garda und Gardone Riviera, da dort bislang keine durchgehende Radinfrastruktur existiert und Radfahrer:innen sich den Verkehr mit Autos teilen müssen.
Streitpunkte und Verzögerungen
Der Ausbau des Projekts ist vielerorts umstritten. Kritisiert werden unter anderem Kosten, Sicherheitsaspekte und Eingriffe in die Natur. Besonders betroffen ist ein rund 30 Kilometer langer Abschnitt zwischen Limone und Gardone Riviera, dessen Bau gestoppt wurde. Aufgrund der schwierigen Topografie entlang der Gardesana-Straße wird dort keine direkte Radtrasse mehr umgesetzt; stattdessen ist vorgesehen, dass Radfahrer:innen künftig per Fähre weitertransportiert werden.
Auch am Ostufer der Provinz Verona kommt es zu Verzögerungen. Hier stehen vor allem Fragen der landschaftlichen Integration und Genehmigungsverfahren im Mittelpunkt.
Die Fertigstellung des Gesamtprojekts verzögert sich damit weiterhin; eine vollständige Verbindung der rund 140 Kilometer langen Strecke wird derzeit für die kommenden Jahre angestrebt.