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Foodguide Barbados: Karibik-Flair, aber very british!

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Die Karibikinsel Barbados lockt nicht nur Prominente mit luxuriösen Resorts und hervorragenden Seafood-Restaurants direkt am Wasser. Die lokale Bajan-Küche ist mehr als eine Kostprobe wert – vor allem an der Südküste. Und auch die Spuren der britischen Kolonialherrschaft sind noch deutlich spürbar und machen Barbados zu einem kulinarischen Melting Pot.

Barbados ist ein karibischer Traum: puderweiße Strände, windschiefe Palmen, türkisfarbenes Meer. Der Inselstaat, Heimat von Rihanna und diskreter Rückzugsort für den internationalen Jetset, bietet außerdem die vielleicht vielfältigste Gastronomieszene der Karibik.

Auf Barbados finden sich erstklassige Restaurants in großer Zahl, besonders an der noblen Westküste mit ihren Luxushotels, die dem rauen Atlantik abgewandt ist. Und in der lokalen Bajan-Küche, die sich vor allem an der Südküste auf authentisch-ungezwungene Weise erleben lässt, verschmelzen afrikanische, britische, indische und kreolische Einflüsse zu einem spannenden kulinarischen Mix. Nicht zuletzt ist Barbados die Heimat des Rums – das wohl bekannteste Exportgut.

© Coral Reef Club

»Die kulinarische Szene hat sich zuletzt stark entwickelt«, sagt Jordan Bayes, Küchenchef im Gourmetrestaurant »The Cliff« in Saint James, das zum Fine-Dining-Establishment der Insel gehört. Die Eröffnung neuer Lokalitäten sei aktuell spannend. »Und sie sorgt für gesunde Konkurrenz, auch für uns selbst«, sagt der junge Brite. Zur 4am Property Limited Group gehört auch »The Tides«, eine weitere etablierte Anlaufstelle für Feinschmecker, die einen Mix aus europäischer und karibischer Küche bietet. Auch dort speist man in luftigem Ambiente direkt am karibischen Meer, das den Blick immerzu anzieht wie ein wohltuendes Therapeutikum für die Seele.

An der Platinküste

Zu den einschlägigen Empfehlungen der gehobenen Gastronomie zählt auch das »Lone Star« im gleichnamigen Luxushotel, ebenfalls an der paradiesischen Westküste, die wegen ihrer Exklusivität und prominenten Gäste auch »Platinküste« genannt wird. Die Karte orientiert sich an Klassikern der britischen Küche, mit leicht indischem Twist.

Barbados ist als einstige Kolonie historisch eng mit Großbritannien verbunden, was man etwa an der Beliebtheit des Cricket-Spiels sehen kann. Weiter südlich in Holetown wartet eine eher untypische Lokalität: Das »Fusion Rooftop« liegt nicht am Wasser, sondern auf dem Dach eines Einkaufszentrums, weiß aber mit einer Fusion aus karibischer und asiatischer Küche zu überzeugen. Zu den führenden Adressen an der Südküste gehört das »Champers« mit seinem grandiosen Meerblick.

In den Strandrestaurants im luxuriösen Westen von Barbados kommt die ansässige und eingeflogene Upperclass zum Sonnenuntergang zusammen, vor einer Postkartenkulisse. Das ist die eine kulinarische Seite der Insel. Die andere spielt sich auf der Straße ab, unter freiem Himmel, in zugänglichen Food Courts. Man findet sie eher im Süden. Dieser Inselteil war früher für kleinere, budgetfreundliche Unterkünfte bekannt, hat sich in den vergangenen Jahren aber neu erfunden und lockt heute eine jüngere Kundschaft an, die gerne feiern geht. Das Nachtleben pocht an Orten wie St. Lawrence Gap, bekannt als »The Gap«, wo viele Bars und Clubs zu finden sind.

Verbindung zum Meer

»Die lokale Küche von Barbados ist tief in Kultur, Erbe und Familientraditionen verwurzelt«, erzählt Bayes. »Der Sonntag ist auf der Insel ein Tag zum Entspannen und Genießen von traditionellem Essen.« Dazu gehören dem Chef zufolge Gerichte wie Flying Fish mit Cou Cou, das Nationalgericht von Barbados, und Macaroni Pie, zudem gebackenes Lamm oder Rindereintopf, Barbecue-Hähnchen und gebratener Fisch, serviert mit Reis und Erbsen, Makkaronisalat und Krautsalat.

Lokale Stars

Der Klassiker der Inselküche ist Flying Fish und Cou-Cou, das Nationalgericht. Der Fisch wird gebraten oder gedünstet und mit einer Bajan-Marinade aus Limettensaft und Gewürzen mariniert, während Cou-Cou aus Maisgrieß und Okra besteht und einer Polenta ähnelt. Die Macaroni Pie ist die Barbados-Variante des Mac and Cheese. Beliebt ist auch Pudding and Souse, ein typisches Samstagsgericht der Bajans aus Schweinefleisch und süßem Kartoffelpudding. Der Rum spielt auch eine große Rolle in der Küche und durchtränkt zum Beispiel den Bajan Black Cake, einen saftigen Kuchen mit Trockenfrüchten. Zudem ist die Bajan-Küche für ihre säuerlich-scharfen Saucen bekannt. Die Bajan Pepper Sauce aus Scotch-Bonnet-Chilis, Zwiebeln, Essig, Kurkuma und Senf passt hervorragend zu Fleisch und Fisch.

 

Sowohl in der Spitzengastronomie als auch in der Alltagsküche zeigt sich die enge Verbindung zum Meer – von Lobster bis Mahi-Mahi-Sandwich. »Meine Empfehlung wäre: Besuchen Sie Oistins an einem Freitagabend, um frisch gebratenen Fisch zu probieren, der am selben Morgen gefangen wurde«, rät Bayes. »Genießen Sie den Trubel, die Unterhaltung und dazu einen klassischen Rum Punch

Eine Art von Genussphilosophie

Der sogenannte Fish Fry von Oistins an der Südküste ist eine Institution auf Barbados und ein Must-Do nicht nur für Foodies. Zum Ausklang der Arbeitswoche, wenn der Fischmarkt schließt, bringen die Bajans ihre Grills auf Temperatur, während DJs ihre Soundsysteme und Boxen aufbauen. Bis in die Nacht wird geschmaust, geplaudert und gefeiert. An den beliebtesten Ständen, wo Hummer, Thunfisch, Marlin und Schwertfisch feilgeboten werden, bilden sich oft lange Warteschlangen. Der Fish Fry ist ein kulinarisches Fest und Ritual, bei dem Besucher die charakteristischen Gewürze der Bajan-Küche kennenlernen können, etwa die beliebte Bajan Pepper Sauce. Die Atmosphäre ist gesellig, man kommt mit Einheimischen ins Gespräch. Viele Hotels bieten Shuttlebusse nach Oistins an.

 

In entspannter Runde zusammenkommen, gerne mit dem einen oder anderen Bier oder Drink, wird als »Liming« bezeichnet. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der karibischen Alltagskultur – und im Grunde eine Art von Genussphilosophie. Ein lauschiger Ort dafür ist etwa auch der Worthing Square Food Garden mit seinen Imbissen. Soziale Treffpunkte sind auch die typischen Rumshops, die auf der Insel so zahlreich wie die Palmen zu sein scheinen. Es handelt sich nicht um klassische Bars, auch nicht um Mini-Märkte mit Ausschank. Hier wird gequatscht und palavert, Domino gespielt – und natürlich getrunken, und zwar nicht nur, aber besonders gerne Rum. Schließlich hat die weltberühmte Spirituose ihren Ursprung auf Barbados.

Der beste Rum der Welt

Die Tradition der Rumherstellung wird bis heute gepflegt. Die meisten der renommierten Hersteller bieten Führungen und Verköstigungen an. Zu den feinsten Namen gehört Mount Gay Rum, die älteste durchgehend betriebene Rum-Destillerie der Welt, die auf das Jahr 1703 zurückgeht. Preisgekrönt ist auch die Destillerie von R.L. Seale, deren Equipoise 14 YO im vergangenen Jahr bei der International Wines & Spirits Competition als bester Rum der Welt ausgezeichnet wurde. Zu nennen ist außerdem St. Nicholas Abbey mit einem imposanten Herrenhaus im jakobinischen Stil. Die Destillerie liegt idyllisch im Hinterland, nahe der noch ursprünglichen Ostküste, umgeben von Gärten und Mahagonibäumen. Zum gegrillten Fisch darf es auf Barbados also gerne ein Caribbean Mule sein. Cheers!

HOTELS

Sandy Lane Hotel
Die Hotel-Ikone an der Platinküste gehört zu den renommiertesten Resorts der Karibik und verfügt über ein üppiges Spa-Angebot, Golfplätze, Restaurants und Bars.
St. James, BB24024 | T: +1 2464442000 | sandylane.com

Coral Reef Club
Das Fünf-Sterne-Hotel der Familie O’Hara unweit von Holetown an der Westküste versprüht den Charme vergangener Zeiten und bietet doch alle Annehmlichkeiten, etwa ein Spa inmitten tropischer Gärten.
Porters Folkstone, St. James BB24017 | T: +1 2464222372 | coralreefbarbados.com

Cobblers Cove
Das familiengeführte Vier-Sterne-Boutiquehotel im nördlichen Abschnitt der Platinküste erinnert an einen britischen Country Club, nur am Meer.
Road View, Speightstown, BB26025 | T: +1 2464222291 | cobblerscove.com

Fairmont Royal Pavillon
Fünf-Sterne-Hotel in einem historischen Anwesen, das auf die 40er-Jahre zurückgeht.
Highway 1, Holetown, Saint James BB24051 | T: +1 2464225555 | fairmont.com

RESTAURANTS

The Cliff
In dem auf Klippen gebauten Gourmetrestaurant wirkte lange Zeit der Michelin-Chef Matt Worswick. Nebenan liegt das QP Bistro, früher einmal der Cliffs-Beachclub.
Derricks, St. James, BB24110 | T: +1 2464321922 | thecliffbarbados.com

The Tides
Fine-Dining-Restaurant mit Terrasse am Wasser und eigener Kunstgalerie.
Balmore House, Holetown, St. James | T: +1 2464328356 | tidesbarbados.com

Champers Restaurant
Das führende Restaurant an der Südküste setzt auf authentische karibische Aromen. Tolle Sicht, gelobt wird das gute Preis-Leistungs-Verhältnis.
Skeetes Hill, Bridgetown, Christ Church | T: +1 2464343463 | champersrestaurant.com

Lone Star Restaurant & Hotel
Elegantes Hotelrestaurant im Stil der 50er-Jahre, exzellenter Service.
Highway 1b, Mount Standfast | T: +1 2465390600 | thelonestar.com

Fusion Rooftop
Open-Air-Restaurant auf dem Dach eines Einkaufszentrums, unter den Sternen genießt man unter anderem Sushi und Sake.
Limegrove Lifestyle Center, Holetown, Saint James | T: +1 2462711258 | fusionrooftop.com

The Fish Pot
Das Seafood-Restaurant an der Nordwestküste bei Speightstown serviert Fisch und Krustentiere in ruhiger Atmosphäre.
Little Good Harbour, Hotel Shermans, St. Lucy, BB27190 | fishpotbarbados.com

Salt Café
Unkompliziertes und beliebtes Restaurant an der Südküste, das Comfort Food in einem lockeren Ambiente auftischt.
Hastings Main Road, Bridgetown, Christ Church | T: +1 2465377258

Lobster Alive
Das Strandlokal in der Inselhauptstadt setzt voll auf fangfrischen Hummer.
Bay St, Bridgetown, Saint Michael | T: +1 2464350305 | lobsteralive.net

MÄRKTE

Oistins Fischmarkt
Der Markt in Christ Church wird jeden Freitagabend zur Open-Air-Grillstation – hier steigt der legendäre Oistins Fish Fry.

 

 

Philipp Laage
Autor
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