Tourismusreform in Kärnten: Neue Abgaben werden fällig
Ganz Österreich boomt, nur Kärnten schwächelt: 2025 schreibt das Bundesland laut Statistik Austria zum dritten Mal in Serie rote Zahlen bei den Nächtigungen. Jetzt stehen tiefgreifende Reformen samt neuen Abgaben auf dem Plan.
Seit mehreren Jahren stagnieren die Gästezahlen in Kärnten, die Erträge sind rückläufig. Deshalb beschließt die Kärntner Landesregierung am 24. Februar 2026 eine weitreichende Reform des Tourismus. Sie sieht neue Abgaben vor sowie eine Neustrukturierung bei den Regionen.
Im Rahmen einer Pressekonferenz bezeichnete Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) das Maßnahmenpaket als »eine der größten Reformen dieser Legislaturperiode«.
Tourismus- und Motorbootabgabe
Ab November 2026 wird eine einheitliche Aufenthaltsabgabe in Höhe von 4,50 Euro erhoben, auf Campingplätzen beträgt sie 4 Euro. Die Nutzung des öffentlichen Verkehrs im gesamten Bundesland ist in dieser Abgabe bereits inkludiert. Dies soll die Anreise ohne Auto attraktiver sowie Ausflüge zwischen Seen, Bergen und Städten unkomplizierter machen. Ergänzend dazu wird auch die Motorbootabgabe angehoben.
Abgaben für Zweitwohnungen
Ein weiterer zentraler Baustein ist die Einführung einer neuen Zweitwohnungsabgabe ab 2028, die laut Pressemeldung mit dem 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Sie ersetzt die bisherige Regelung und kann – abhängig von Größe und kommunaler Entscheidung – bis zu 130 Euro pro Monat betragen. Betroffen sind alle Wohnungen, die nicht als Hauptwohnsitz gemeldet sind und mehr als zwölf Wochen im Jahr ungenutzt bleiben.
Die Gemeinden entscheiden selbst, ob und in welcher Höhe sie die Abgabe erheben. Die gesetzlich definierten Höchstgrenzen reichen von 24 Euro monatlich für kleine Einheiten bis zu 130 Euro für Wohnungen über 90 Quadratmeter.
Damit sollen einerseits Gemeinden entlastet werden, die Infrastruktur und Freizeitangebote auch für kaum genutzte Immobilien bereitstellen. Andererseits will man dem Leerstand entgegenwirken und benötigten Wohnraum wieder verfügbar machen.
Zehn Regionen, eine Marke
Auch strukturell wird neu gedacht. Statt vieler kleiner Einheiten bündeln künftig zehn große Tourismusregionen ihre Kräfte – unter dem strategischen Dach der Kärnten Werbung. Für Reisende bedeutet das: übersichtlichere Angebote und professionellere Buchungsprozesse.
Mehr Mittel für den Tourismus
Mit dem neuen Gesetz sollen rund 20 Millionen Euro zusätzlich für den Tourismus mobilisiert werden. Dieses Budget soll in Infrastruktur, Angebotsentwicklung und Qualitätssteigerung fließen. Kärnten will ein weltoffenes Urlaubsland bleiben – und zugleich seine Natur schützen, seine Gemeinden stärken und faire Rahmenbedingungen schaffen.