Zum Inhalt springen
© Guido Bittner

Beethoven Friendship Award: Ein Dutzend Magnumflaschen

Design
Award
Musik

Das Beethovenhaus Bonn ehrt den chinesisch-amerikanischen Musiker Tan Dun mit einem Friendship Award in Form eines eigens designten Wein-Kabinetts.

Ein Schrank voll Wein – und was für einer: Gestaltet vom Stardesigner Michele De Lucchi, ruhen zwölf Magnumflaschen in dem in der Werkstatt des Beethovenhauses angefertigten Wein-Kabinett aus schwarz oxidierter Eiche. Der Inhalt versammelt einige der prestigereichsten Weine Europas: Oberen Hubacker von Klaus Peter Keller, Château d’Yquem, Zöbinger Heiligenstein von Schloss Gobelsburg, Ried Pössnitzberg von Erwin Sabathi, Château Smith Haut Lafitte blanc, Bernkasteler Doctor aus den Weingütern Wegeler, Barbaresco von Angelo Gaja, Vega Sicilia Unico, Hermitage La Chapelle von Jaboulet, Musigny aus der Domaine Jacques-Frédéric Mugnier, »La Côte« von Château Lascombes und Sassicaia.

Bei einer feierlichen Zeremonie wurde nun eines von dreien dieser Wein-Kabinette dem chinesisch-amerikanischen Dirigenten und Komponisten Tan Dun zugeeignet. Tan, der in Hunan in China geboren wurde und heute in New York lebt, ist seit dem Beginn seiner musikalischen Karriere ein Verehrer Beethovens. Zuletzt nahm er in dem 2024 uraufgeführten Werk »Choral Concerto: Nine« Bezug auf Beethovens Neunte Sinfonie.

Auch mit dem Weingenuss verbindet den 1957 geborenen, hoch dekorierten Komponisten – unter anderen gewann er 2001 einen Grammy für seine Filmmusik zum Film »Crouching Tiger, Hidden Dragon« – eine langjährige Liebe. In seiner Dankesrede schlug der Künstler einen Bogen von der Zahl Neun, die für Beethovens berühmtestes Werk stehe, zur symbolischen Bedeutung des Wortes » jiu « im Chinesischen, denn »jiu« bedeute neben der Zahl Neun auch »Wein« und »Ewigkeit«.

In seiner Laudatio hob Daniel Hope, der Präsident des Beethovenhauses, hervor, dass Wein und Freundschaft für Beethoven untrennbar zusammengehörten, in Form geteilter Mahlzeiten, und auch und gerade in Form »geteilter Meinungsverschiedenheiten«, die für Beethoven zu einer guten Freundschaft dazu gehörten. Tan Dun, so Hope weiter, sei eine Idealbesetzung für den neu geschaffenen Beethoven-Freundschaftspreis, denn wie ein guter Wein trage die von Tan komponierte Musik ihren Ursprung unverkennbar in sich. So steht im Zentrum des als Preis übergebenen Wein-Kabinetts eine Replik des Freundschaftsbechers, den Ludwig van Beethoven im Jahr 1816 an Franz Gerhard Wegeler überreichte, mit dem ihn in seinen Bonner Jugendjahren eine enge Freundschaft verband. Das Überreichen dieses symbolträchtigen Freundschaftsglases blieb unter großem Applaus der Gäste im Beethovenhaus einem der Mit-Initiatoren des Preises vorbehalten, dem Eigentümer der Weingüter Wegeler, Ralf Frenzel.

Ulrich Sautter
Ulrich Sautter
Wein-Chefredakteur Deutschland
Mehr zum Thema
1 / 12