London: Britische Lässigkeit trifft auf Weltküche
Kaum eine Stadt verwebt kulinarische Vielfalt so wie London: Hier sind Chicken Tikka Masala, Afternoon Tea, Dim Sum und südafrikanischer Bobotie keine Gegensätze, sondern Selbstverständlichkeit – serviert mit britischer Lässigkeit und grenzenlosem Geschmack.
Seit mehr als drei Jahrzehnten ist London die europäische Hauptstadt der internationalen Küche. Den Anfang machten einst die indischen Restaurants – bis heute findet man nirgendwo westlich des Hindukusch eine größere Dichte an guten Adressen. Kein Wunder, dass der damalige Außenminister Robin Cook im Jahr 2001 ausgerechnet das Chicken Tikka Masala zum Nationalgericht erklärte. Das »Veeraswamy«, Londons ältestes indisches Restaurant, serviert seit fast einem Jahrhundert den Geschmack kultureller Vielfalt.
London kann Indisch, Chinesisch und Afrikanisch
Doch London kann längst weit mehr als Indisch – auch chinesisch isst man hier so gut wie nirgendwo sonst in Europa. Ganz vorn ist das mit zwei Sternen ausgezeichnete »A. Wong«; Küchenchef Andrew Wong hat, gestützt auf Rezeptüberlieferungen, uralte Kochbücher und die Arbeit eines Anthropologen, ein Verkostungsmenü entworfen, das quer durch die Provinzen Chinas führt – und durch 3.000 Jahre Kulinarik. Mittags serviert er Dim Sum, kleine, dampfende Teigtaschen aus der kantonesischen Küche, die im Gedächtnis bleiben wie gute Gedichte.
Noch jünger, aber ebenso prägend: die afrikanischen Einflüsse, die langsam, aber sicher ihren Platz in der Londoner Gastronomie erobern; allen voran das »Ikoyi« (benannt nach einer Stadt in Nigeria) von Jeremy Chan und Iré Hassan-Odukale. Gekocht wird hier mit besten britischen Zutaten, die Chan mit westafrikanischen Gewürzen zu einer explosiven, modernen Küche verbindet.
Britische Klassiker neu interpretiert
Gleichzeitig haben sich einige Köche aufgemacht, die britische Küche selbst neu zu denken. Fergus Henderson etwa, mit seinem puristischen »St. John«, gilt als Pionier der Nose-to-Tail-Philosophie – vom Tier wird alles verarbeitet, nichts verschwendet. Wer hier isst, versteht, wie radikal Einfachheit sein kann.
Und dann sind da die Klassiker, die man sich kaum entgehen lassen darf: ein Sunday Roast in einem der altehrwürdigen Häuser, vielleicht im holzgetäfelten »Simpson’s in the Strand«; ein Nachmittagstee im »Claridge’s«, so elegant wie ein britischer Gentleman; und natürlich Fish and Chips, am besten im »Rock & Sole Plaice« in Covent Garden, das seit 1871 Gäste sättigt. Gerichte, die so tief in der Stadt verwurzelt sind wie der Nebel über der Themse …
MUST-EATS UND MUST-DOS
• Borough Market und Breakfast:
Bacon Butty, Oyster Shot und Flat White – einfach durchprobieren.
• Brick Lane:
In Londons East End duftet es bis spät in die Nacht nach Gewürzen, Currys, knusprigen Samosas und hausgemachten Pickles. Unbedingt einen Mango Lassi dazu bestellen!
• Soho und Small Plates:
Bao, Yakitori und Natural Wine – von Bar zu Bar; entdecken statt versacken!
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