Die besten Restaurants mit 2 Falstaff-Gabel(n) in Berlin
Im Hotel Indigo Berlin zwischen der East Side Gallery und der Mercedes-Benz Arena. Stilvoll und hell mit Blick über das historische Berlin und die Spree. Drinks aus den Golden Twenties wie ein »Shimmy« oder aus Mexiko wie ein »Titty Twister« mit Mezcal – was braucht man mehr?
Schick trifft auf lässig-unaufgeregt, das »Gastrobar« im Namen ist Programm. Bei Holly schenkt man sorgfältig kuratierte Pet Nats und Naturweine zu einem saisonalen und stets gelungenen Menü mit Highlights wie gebackenem Camembert mit Kürbis-Miso aus.
Man spürt, wenn ein Koch dort ankommt, wo seine Teller hinwollten: weg von fremden Konzepten, hin zu einer Küche aus Bauchgefühl, Erinnerungen und Eigenakzenten. Bei Nadav Kundel ist dies der Fall. Nach Jahren in Berlins Nachtgastronomie kocht er in seinem ersten eigenen Laden »Saint Farah« so, wie er selbst isst, denkt und träumt. Gemeinsam mit seinem Cousin Gil Azrielan hat der Küchenchef ein zeitgeistiges Restaurant geschaffen. Der Einfluss der Orte, die ihn geprägt haben – Tel Aviv, Berlin, ein bisschen London – ist spürbar, doch nie als Kopie. Vielmehr als Verdichtung: einfach nur lecker die dreifach frittierten Fries in Sambal-Buttersauce. Die Mezze setzen einen klaren, modernen Ton: Minigurken in Parmesan-Miso-Caesar mit Zitrus und Chili-Samen-Crumble. Ein leicht fermentierter Kohlrabi mit Haselnussmilch-Vinaigrette, eine vegane Pilz-Paté, die mit Umami-Wellen auftrumpft. Besonders gelungen. »Farahs gegrillter Mangold« – die zeitgenössische Variation eines Gerichts seiner Großmutter mit Lammhack im Mangoldblatt, gegrillt wie Bun Cha und serviert mit Rote-Bete-Ketchup. Genau in diesem Zusammenspiel aus Erinnerung und Gegenwart liegt die Kraft des Saint Farah. Auch die Hauptgerichte – von Miesmuscheln auf Pitabrot und im dichten Fond aus Reiswein, Butter, Speck und Chili-Crisp bis hin zu Pilzen in Ajo-Blanco-Sauce mit Sumach – tragen diese Handschrift: warm, modern, selbstbewusst. Das Saint Farah ist kein weiterer Levante-Abklatsch mit Großmutter-Legende, sondern das erste wirklich eigene Kapitel eines Kochs, der lange für andere arbeitete. Nun, da er sich selbst treu ist, wirkt alles wie selbstverständlich.
In Berlin-Lichterfelde hat »The Knast« in einem ehemaligen Frauengefängnis sein Zuhause gefunden. Küchenchef Michael Zscharschuch bringt hier seine Erfahrungen aus renommierten Häusern wie Schloss Elmau und dem Restaurant »4Eck« in Garmisch-Partenkirchen ein. Seine Küche vereint klassische französische Techniken mit modernen asiatischen Einflüssen und kreiert überraschende, präzise komponierte Geschmackswelten. Den Auftakt macht ein Amuse aus Selleriecreme, Amaranth und gepickelter Pflaume – cremig, knusprig, fruchtig. Und dieses Spiel mit Texturen zieht sich durch alle Gerichte: Ein Rindertatar bekommt durch Chili und gesalzene Brombeeren ungewohnte Tiefe. Der gebeizte Saibling wirkt frisch, zerfällt zart im Mund, unterstützt von Wasabi-Mayo und knallgrünem Petersilienöl. Selbst eine kräftige Rinderessenz kommt nicht klassisch nostalgisch daher, sondern überraschend verspielt – begleitet von einer herzhaften Fleischpraline. Die große Überraschung des Menüs ist die spielerische Mais-Komposition mit Polenta, Popcorn, süßer Creme und einem Sauerampfer-Sorbet, das zwischen allen Noten herrliche Frische setzt. Beim Hauptgang wird es dann herzhaft: Werdenfelser Hirsch aus Bayern, sous-vide gegart und in einer knusprigen Kruste aus Sesam und Schüttelbrot frittiert, trifft auf Petersilienwurzel in drei Texturen – als Chip, Creme und Essenz – sowie auf eingelegte Sanddornbeeren. Als Dessert: ein Kräutergranité mit Joghurt-Himbeer-Eis und gepuffter weißer Schokolade, begleitet von einem Glas Madeira. Die Krönung ist der täuschend echte Steinpilz aus Ganache verfeinert mit Steinpilzsessenz.
Felix Thoms und Leonardo Donati kochen im »Fukagawa« mit bemerkenswerter Präzision, ihre japanisch-französische Fusionsküche übersetzt Ramen-Tradition konsequent ins Fine Dining. Als Küchenchef konnte Donati den gebürtigen Berliner Felix Thoms gewinnen. Der 35-Jährige eröffnete 2019 in Schöneberg das Restaurant »Bob & Thoms«. Nun widmet sich Thoms für das Fukagawa intensiv der japanischen Küche. Unterstützt wird er von Markus Suntinger, der reichlich Erfahrung im »Golvet«, »Coda« und »Bonvivant« sammeln konnte. Das Menü im »Fukagawa« mit acht, wahlweise neun Gängen greift die drei Grundelemente traditioneller Ramen auf: Öl, Brühe und Würzung. Vier selbst hergestellte Brühen bilden das Fundament: Chintan-Hühnerbrühe, Tori-Paitan, Tonkotsu aus Schweineknochen und Chintan-Gemüsebrühe. Der Auftakt zeigt die Philosophie deutlich: Kalter Ramen-Shot und gefüllte Praline demonstrieren die Bandbreite. Die handgetauchten Jakobsmuscheln aus der Bretagne mit schwarzem Knoblauchöl in Tonkotsu-Reduktion überzeugen ebenso wie drei Cuts vom Bluefin-Thunfisch. Herausragend: das Wagyu-Rib-Eye aus Kagoshima, auf dem Konro-Grill mit Binchotan-Kohle zubereitet. Die Ausführung ist tadellos, einzelne Gerichte dürften allerdings noch etwas fokussierter daherkommen. Was sonst überzeugt: die stimmige Einrichtung, die makellose Präsentation, die ausgezeichnete Weinkarte mit Schwerpunkt Deutschland und Österreich. Alternativ gibt es eine Sake- oder alkoholfreie Teebegleitung. In Zeiten, in denen Fine Dining in Deutschland unter Druck steht, ist ein solches Konzept mutig. Thoms und Donati haben das handwerkliche Können und den Anspruch, es gelingen zu lassen.
Asiatisch-kalifornische Fusionsküche wird im Grace im Hotel Zoo am Ku'damm serviert. Die Sharing Plates genießt man in glamourösem und elegantem Ambiente, das New-York-Vibes versprüht.
Im schönen, begrünten Innenhof des Wilmina Hotels befindet sich dieses Restaurantjuwel. Chefköchin Sophia Rudolph serviert hier eine gehobene und moderne Casual-Fine-Dining-Küche.
Für die Neuinterpretation der Pekingente ist das Restaurant Orania.Berlin im gleichnamigen Hotel bekannt. Auch die À-la-carte-Gerichte, die verschiedene Landesküchen vereinen, überzeugen kulinarisch.
Küchenchef und Inhaber Arne Anker präsentiert in seinem Gourmetrestaurant eine saisonale Küche mit Topprodukten aus der Region und dem gekonnten Einsatz erfrischender Säure und ausgesuchter Kräuter.
Österreichische Küche mit modernem Twist. Tobias Janzen und sein Team verstehen sich nicht nur auf Wiener Schnitzel, sondern bieten gekonnt gestylt die ganze Bandbreite der klassischen Alpenküche.
Dem Küchenteam gelingt die Transformation von feinen, zumeist regionalen Produkten zu aromenreichen Gerichten. Die »Urkraftküche« trifft auf ausgewählte Begleiter von der Weinkarte mit rund 750 Positionen.
Im Jahr 2015 eröffnete Mani in Pasta ein Geschäft in der Gourmet-Oase Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg. Angelo ist der Pastameister, der die beste sizilianische Küche nach Berlin brachte. Jetzt gibt es in Kreuzberg das Restaurant dazu, das an die Tradition bester italienischer Küche anknüpft.
Treffpunkt der Kreativen in Mitte in den Räumen einer ehemaligen Brauerei. Berlins Slow-Food-Restaurant Nummer eins. Premium-Produkte aus der Region, vergessene Gemüse- und Kartoffelsorten und die Spezialität »Candy on Bone«, langsam und lange bei niedriger Temperatur geschmorte Fleischgerichte.
Brooklyn-Flair in einem Dachstudio mit vielen Grünpflanzen und japanisch-amerikanischer Küche. Der deutsche Ableger des House of Small Wonder, das in Williamsburg, New York, gegründet wurde, liegt mit crazy Kombinationen wie Matcha-Cappuchino, Taco-Fleisch mit Reis voll im Trend.
Französische Brasserie gegenüber des Willy-Brandt-Hauses. Beliebt bei Politikern und darüber hinaus für die herzhaften Quiches und Flammkuchen. Wer es noch deftiger mag, bestellt die Bourdin Noir, die französische Blutwurst. Beeindruckende Karte mit französischen Weinen und elsässischem Crémant.
Das Weinhaus wurde 1912 errichtet und ist das einzige historische Haus unter den 19 Gebäuden auf dem Daimler-Areal am Potsdamer Platz. Es bietet seinen Gästen neben einer umfangreichen Weinkarte mit deutschen, österreichischen und italienischen Weinen eine gutbürgerliche Küche mit österreichischem Einschlag.
Marseille in Kreuzberg: Küchenchef Yann Mastantuono kredenzt in seinem Lokal Mastan zeitgenössische Bistroküche aus Südfrankreich mit perfekt darauf abgestimmten Bio- und Naturweinen.
Außen schlicht, innen oho: Die italienisch-peruanische Fusionsküche von Chefkoch Mathias Diaz ist geprägt von aufregenden Köstlichkeiten wie Adlerfisch-Involtini mit Rocoto und Amalfi-Zitrone.
Daniela und Udo Knörlein stecken viel Liebe in ihre innovativen deutsch-französischen Gourmetspeisen. In ihrem Restaurant in Charlottenburg servieren sie gehobene Tasting-Menüs.
Die Bistro-Atmosphäre im historischen Gastraum mit moderner Kunst ist angenehm unkompliziert. Die Küche überzeugt mit zeitgemäß zubereiteten Gerichten aus besten Produkten und mit mediterranem Einschlag.