Zum Inhalt springen
© Konrad Limbeck

Slow-Food-Tour durch Kärnten

Kärnten
Frühling
Brunch

Im Frühjahr bietet Kärnten eine einzigartige Kombination aus Bewegung und Genuss – denn auf den Slow Trails oder bei Radtouren durch blühende Landschaften kommen sowohl Naturliebhaber als auch Feinschmecker auf ihre Kosten.

Der Frühling hält Einzug in Kärnten, und mit ihm kehrt das Leben in die Natur zurück. Die Tage werden länger, die Luft ist erfüllt vom Duft blühender Wiesen, und die Seen glänzen im Sonnenlicht. Jetzt ist die perfekte Zeit, um die erwachende Landschaft aktiv zu genießen. Ob bei einer Wanderung entlang sanfter Hügel, einer Radtour um einen der zahlreichen Seen oder bei einer entspannten Pause auf einer sonnigen Terrasse – der Frühling in Kärnten lädt dazu ein, durchzuatmen und neue Energie zu tanken.

Während sich die Gipfel noch im zarten winterlichen Kleid zeigen, sind die Wege bis in mittlere Höhenlagen bereits bestens begehbar. Besonders einladend sind die 20 Slow Trails, jene entspannten Wanderwege, die mit ihrer sanften Streckenführung und der Nähe zu den Seen den Geist ­beruhigen und die Sinne schärfen. Jeder der Wege erzählt eine eigene Geschichte: Manche führen durch verwunschene Wälder, andere eröffnen Panoramablicke auf das glitzernde Wasser der Kärntner Seen.

Naturgenuss auf sanften Pfaden

Sanft plätschert das Wasser an das naturbelassene Ufer, Sonnenstrahlen blitzen durch das dünne Blätterdach der Bäume und tauchen den Weg in ein Spiel aus Licht und Schatten. Der Slow Trail Südufer führt auf rund 4,4 Kilometern von Seeboden bis zum »Wallreitereck« und erzählt von der Seelehen-Kultur, traditioneller Bootsarchitektur und der Fischerei. Bereits auf den ersten Metern öffnet sich der Blick auf die lebendigen Orte am Nordufer, dahinter ragen die Gipfel der Nockberge in den Himmel.

Eingebettet in unberührte Auenlandschaften windet sich der Slow Trail Drauschleife durch ein einzigartiges Naturrefugium. Ausgangspunkt ist das Kloster Wernberg, dessen Geschichte bis ins Mittelalter reicht. Von dort führt der Weg vorbei an den Klosterteichen in dichte Wälder, wo der Duft von Moos und Harz die Luft erfüllt. Hinweistafeln geben Einblick in die artenreiche Flora und Fauna der Region.

Ein Panorama wie aus dem Bilderbuch erwartet jene, die den Slow Trail Kitzelberg in Südkärnten erwandern. Der Weg beginnt am Westufer des Klopeiner Sees, der als wärmster Badesee Europas bekannt ist. Von dort führt die Route entlang des idyllischen Kleinsees, der mit seinem Schilfgürtel ein Paradies für Wasservögel und Angler ist. Durch lichte Wälder schlängelt sich die breite Forststraße sanft bergauf auf den 686 Meter hohen Kitzelberg. Während des Aufstiegs öffnet sich der Blick auf das Jauntal, die blühenden Wiesen und die von Schilf gesäumten Ufer des Kleinsees.

© Shutterstock

Slow Food und Osterbräuche

Nach einer erfrischenden Wanderung laden die kulinarischen Genüsse Kärntens zum Verweilen ein. Die Region ist bekannt für ihre Slow-Food-Bewegung, die nachhaltigen und regionalen Genuss in den Mittelpunkt stellt. Der »Slow Food Kärnten Guide« bietet Einblicke in die Kreislaufwirtschaft und stellt Gastgeber vor, die besonderen Wert auf heimische Produkte legen. Er informiert über die beliebtesten Slow-Food-Restaurants, Buschenschenken, Almhütten, Hofläden, Kulinarik-Feste und Märkte – achtsamer und nachhaltiger Genuss garantiert.

Insgesamt prägt die Alpen-Adria-Küche Kärnten mit einer Vielfalt an frischen, saisonalen und bodenständigen Gerichten. Ein kulinarischer Höhepunkt im Frühling ist die Osterjause, die tief in der Kärntner Tradition verwurzelt ist. Bereits am Karsamstag oder am Ostersonntag versammelt man sich mit Familie und Freunden, um die geweihte Osterjause zu genießen. Geräucherter Schinken, würziger Kren, saftige Selchwürste, zarte Zunge, bunt gefärbte Ostereier und der süße Reindling dürfen auf keinem Tisch fehlen. Letzterer ist ein wahres Meisterwerk der Kärntner Backkunst: Ein feiner Germteig, gefüllt mit Zucker, Rosinen und Zimt, wird in einer Form gebacken, bis er goldbraun leuchtet und seinen verführerischen Duft verströmt.

Wer Ostern in stilvollem Ambiente erleben möchte, ist im »Hotel Schloss Seefels« am Wörthersee bestens aufgehoben. Hier wird das Osterfest zu einem farbenfrohen Fest der Traditionen und Genüsse. Vom ältesten Fastentuch Kärntens im Gurker Dom bis zur feierlichen Speisensegnung beim »Wallerwirt« mit Küchenchef Richard Hessl – die Bräuche Kärntens werden hier mit besonderer Hingabe gepflegt. Richard Hessl verleiht den Ostergerichten eine kreative Note: Vom frühlingshaft leichten Menü am Gründonnerstag bis zum üppigen Osterfrühstück wird hier Genuss auf höchstem Niveau zelebriert.

Traditionen auf dem Teller

Auch abseits der Osterfeierlichkeiten hält Kärnten im Frühling viele geschmackliche Höhepunkte bereit. Kärntner Kasnudeln gelten als Königsklasse der regionalen Küche: Dünner Nudelteig, kunstvoll »gekrendelt«, umschließt eine würzige Füllung aus Topfen, Erdäpfeln, Minze und Kerbel. Die Tradition des »Krendelns«, des kunstvollen Verschließens der Nudeln, wird von Generation zu Generation weitergegeben und macht dieses Gericht zu einem wahren Kulturgut.

Eine weitere Spezialität ist der fangfrische Fisch aus Kärntens glasklaren Seen. Saibling, Forelle, Kärntner Låxn, Huchen oder Reinanke – die Auswahl ist ebenso groß wie die Kreativität der Köche, die die edlen Fische kunstvoll zubereiten. Ob im Ganzen gebraten oder als zartes Filet serviert, stets steht der natürliche Geschmack im Vordergrund.

Nicht zu vergessen: die Spargelsaison. Von April bis Juni ist Kärnten ein Paradies für Liebhaber des edlen Gemüses. Auf den Feldern im Lavanttal wird der Spargel frühmorgens gestochen und landet noch am selben Tag in den besten Küchen des Landes. Kärntens Köche lassen sich stets neue Kreationen einfallen, um das »weiße Gold« in Szene zu setzen – sei es in feinen Suppen, als raffinierte Beilage oder als Hauptakteur auf dem Teller.

Der Frühling hat Kärnten fest im Griff – und mit ihm die Lust, all das zu erleben, zu genießen und sich an der Schönheit der Natur zu erfreuen. Das südlichste Bundesland Österreichs ist immer eine Reise wert, besonders wenn die Landschaft blüht und die Tage voller Leichtigkeit sind.

Die Königsklasse der regionalen Küche: Kärtner Kasnudeln mit Topfen- und Erdäpfelfüllung.
© Shutterstock
Die Königsklasse der regionalen Küche: Kärtner Kasnudeln mit Topfen- und Erdäpfelfüllung.

 

Stefan Schreier
Mehr zum Thema
1 / 12