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Zu schmutzig: Spaniens Strände erhalten schwarze Flaggen

Strand

Einige Strände Spaniens scheinen Trauer zu tragen: Sie wurden kürzlich mit der Schwarzen Flagge ausgezeichnet. Der Negativpreis weist auf gravierende Umweltprobleme hin. Verschmutzungen des Meeres, unzureichende Abwasserentsorgung und andere ökologische Belastungen setzen den Küsten des südeuropäischen Landes zunehmend zu.

Spaniens Strände locken Jahr für Jahr Millionen Urlauber:innen an. Doch abseits der bekannten Idylle geraten zahlreiche Küstenabschnitte zunehmend unter ökologischen Druck. Die Umweltorganisation Ecologistas en Acción macht in ihrem »Küstenreport 2026« auf besonders gravierende Missstände aufmerksam und vergibt dafür erneut 48 sogenannte »Schwarze Flaggen« (Banderas negras 2026). Die spanischen Küstenprovinzen erhalten dabei jeweils zwei Negativauszeichnungen für besonders problematische Beispiele von Umweltzerstörung oder unzureichendem Küstenmanagement.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten analysiert die Organisation den rund 8.000 Kilometer langen Küstenstreifen Spaniens. Im diesjährigen Bericht stehen vor allem die Wasserqualität und die Abwasserentsorgung im Fokus. Verschmutzte Küstengewässer, überlastete Kläranlagen und ungeklärte Einleitungen führten dazu, dass allein in dieser Kategorie 14 Schwarze Flaggen vergeben wurden. Betroffen sind unter anderem Küstenbereiche in der Bucht von Cádiz, bei Málaga und Valencia sowie auf Menorca. Auch der Strand von Sant Adrià del Besòs nahe Barcelona wird wegen anhaltender Belastungen kritisiert.

Schutz der Artenvielfalt und des Ökosystems

Neben der Wasserqualität bereitet den Umweltschützern vor allem der Verlust wertvoller Naturräume Sorgen. Neun der Negativauszeichnungen entfallen auf Eingriffe in empfindliche Ökosysteme und den Rückgang der biologischen Vielfalt. Als Beispiele nennt der Bericht die zunehmende Überlastung des berühmten Strandes As Catedrais in Galicien, die geplante Erweiterung des Flughafens Barcelona-El Prat sowie ausbleibende Renaturierungsmaßnahmen in den Feuchtgebieten des Baskenlandes.

Schützenswert und nicht schwarz-geflaggt: Strand von Las Negras, Andalusien
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Schützenswert und nicht schwarz-geflaggt: Strand von Las Negras, Andalusien

Hinzu kommen Altlasten aus der Vergangenheit. Sieben Schwarze Flaggen wurden wegen erheblicher Schadstoffbelastungen vergeben – darunter für die Ría de Huelva sowie einen Küstenabschnitt in der Provinz Almería, an dem radioaktive Rückstände die Umwelt belasten sollen.

Tourismus in der Kritik

Besonders Massentourismus und großflächige Infrastrukturprojekte setzen nach Einschätzung der Organisation vielen Küstenregionen zu. Genannt werden unter anderem die Auswirkungen des Kreuzfahrttourismus auf Lanzarote, ein umstrittenes Luxusresort auf Teneriffa sowie illegale Ankerplätze in der Bucht von Pollença auf Mallorca. Weitere Schwarze Flaggen gehen an Bauvorhaben und Küstenverbauungen, die sensible Landschaften dauerhaft verändern könnten.

Auch positive Meldungen

Trotz der deutlichen Kritik zeichnet der Bericht nicht ausschließlich ein düsteres Bild. Als positives Beispiel gilt das Renaturierungsprojekt La Pletera an der Costa Brava. Dort wurden einst geplante Bauflächen zurückgebaut und eine natürliche Lagunen- und Dünenlandschaft wiederhergestellt – ein Beleg dafür, dass sich Naturschutz und touristische Nutzung durchaus miteinander verbinden lassen.

Für Reisende sind die Schwarzen Flaggen allerdings kein Hinweis auf Badeverbote. Vielmehr sollen sie Urlauber:innen dafür sensibilisieren, wie groß die Herausforderungen an Spaniens Küsten inzwischen geworden sind – und wie wichtig es ist, Tourismus, Infrastruktur und den Schutz empfindlicher Ökosysteme dauerhaft in Einklang zu bringen.


Travel-Redaktion
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