Eine schönere Lage hätte man hierorts nicht finden können. Man speist an der Lavant mit Blick auf das gewaltige Rathaus aus einer Ära, als in Wolfsberg mehr los war als heute. Ralf Kollnitzer als Küchenchef und Gastgeber Patrick Kranl nahmen sich vor, die Kleinstadt kulinarisch aufzumöbeln. Kollnitzer werkte einst beim Schweizer Top-Koch Caminada, seit ihrer Zeit bei Vitus Winkler im Pongau treten sie als Duo auf – erst im »Reiterhof Stückler« und nun selbstständig in Wolfsberg. Fine Dining alleine ginge sich hier wirtschaftlich nicht aus – von Frühstück über Mittagstisch bis Bar Food ist alles abgedeckt. Abends gibt’s dann »Überraschungsmenüs« zu 4 bis 8 Gängen (65 bis 130 Euro) – das Motto »Nahe, leistbar & echt« liest man in einem Folder mit Zeichnungen der Hauptzutaten. Den Hang zur Fermentation zeigt eine Vitrine mit Einlegeware. Zum Start ein formidabler Gag: »Beamtenripperl« – ein Mini-Salzstangerl mit Wildfang-Wels-Leberkäse, Senfgurken und Senfmayo. Immer hat Kollnitzer Glundner (für Unkundige: ein Sauerrahmkäse) im Programm – diesmal als Raviolo mit weißer Schokolade, Holunder-Molke-Sauce, Rauchöl, Rettich und Apfel mit süßsaurem Geschmacksbild. Ein Höhepunkt: Tatar vom Rinderherz auf French Toast mit gerösteten Haselnüssen, eingelegtem Kohlrabi, Rinder-Waldmeister-Jus – Herz wird in der Region überraschend besser angenommen als Zunge. Zur bissfesten Entenbrust und dem feinen dicht reduzierten Haxerlragout bilden Rote Rübe und allerlei von der Himbeere den geschmacklich eher herben Rahmen. Neben verschiedenen Positionen aus der kleinen Weinkarte hat Kranl auch Cocktails als Begleitung vorgesehen. Die weit und breit erstaunlichste Adresse des Lavanttals.