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(c) Getty Images

So zauberhaft wirken Düfte auf unsere Sinne

Pflege

Sie lenken unsere Stimmung, versetzen uns im Bruchteil einer Sekunde in die Vergangenheit zurück und sind allgegenwärtig: Düfte haben uns fest im Griff. Wer sie bewusst einzusetzen vermag, kann im Alltag von ihrer Wirkung profitieren.

Titelbild: Riechen ist ein ganzheit-liches Erlebnis – weil wir Geruchsrezeptoren am ganzen Körper haben.

Attraktiver, erfolgreicher, anziehender wirken – und das auf Knopfdruck. So unmöglich dies erscheint, spezielle Parfüms versprechen mittels Einsatz synthetischer ­Pheromone genau dies. Allerdings wird die Wirkung dieser Parfüms von der Wissenschaft angezweifelt – und so ist das Besprühen mit Pheromon-infundierten Wässerchen wohl nichts weiteres als vergebene Liebesmüh. Dabei müsste man auf der Suche nach positiver Veränderung gar nicht nach teuren Wundermitteln greifen. Denn zahlreiche Studien belegen: Bereits »herkömmliche« Düfte können Großes bewirken.

Mit Düften für Stimmung sorgen 

In der Aussage, dass Düfte tatsächlich Auswirkung auf unser Leben haben, mag wohl für viele zunächst ein Hauch Esoterik mitschwingen. So erging es auch Stefanie Wirnshofer. Die heute in München lebende Geschäftsfrau, Autorin und dreifache Mutter kam erstmals 2013 mit der Thematik in Berührung, als sie sich gerade in einer Zeit der beruflichen Krise befand. »Ich habe in alle Richtungen versucht, mein Leben wieder in den Fluss zu kriegen – nichts hat funktioniert«, erinnert sie sich. »Auf der Suche nach Abhilfe bin ich auf eine Heilpraktikerin gestoßen, die mit Düften gearbeitet und mir von unglaublichen Erfolgen berichtet hat.« Obwohl sie skeptisch war, ließ sie sich auf das olfaktorische Experiment ein – und war überrascht davon, wie die richtigen Noten alles scheinbar wieder zum Klingen brachten. Dieser erste Berührungspunkt war ausschlaggebend für ihre weitere Reise in die Welt der Düfte: Sie tat sich mit einer Kräuterfrau zusammen, konsultierte Chemiker, Neuropsychologen und Energetiker und kreierte ihre eigene Kollektion: Mit ihren »Beautifulscents«-Moodsprays sorgt sie heute für bessere Stimmung. Was Stefanie Wirnshofer bei ihrem ersten Duftexperiment vor elf Jahren erlebte, belegen nicht nur die positiven Rückmeldungen ihrer Kund:innen, sondern auch ein Blick auf diverse Forschungsergebnisse: Sie zeigen, dass Düfte die Gedächtnisleistung stärken sowie die Art unserer Gedanken, Erinnerungen und sogar unser soziales Verhaltens beeinflussen können.

Therapie mit Düften

Neueste Studien bestätigen sogar die Wirksamkeit von ­Geruchstherapien bei der Behandlung von Depressionen. Düfte verbessern darüber ­hinaus unsere Fähigkeit, Probleme zu lösen, und sollen unsere kreativen Geister wecken. Dass sie all dies vermögen, liegt in der Einzigartigkeit der olfaktorischen Anatomie begründet: Schnuppern wir etwa an einer Blume, so gelangt deren Duft zunächst über die Rezeptoren der Riechschleimhaut in der Nasenhöhle in den Riechkolben. Dieser ist – als das einzige unserer sensorischen Systeme – direkt mit dem limbischen System im Gehirn verbunden, das eine Schlüsselrolle bei der Verarbeitung von Emotionen, Gedächtnis und Verhalten spielt. Es verwundert also nicht, dass Düfte eine so viel stärkere ­Wirkung auf uns ausüben, landen sie doch aus der Umwelt direkt in unserem Gefühlszentrum, wo sie gemeinsam mit Emotionen abge­speichert werden.

Bewusster Einsatz von Düften

Gerüche begegnen uns überall – der bewusste Griff zu einem wohlriechenden Parfüm, Raumduft oder Blumenstrauß lohnt aber jedenfalls, um sich selbst etwas Gutes zu tun. Den Effekt, den bestimmte Aromen auf uns ausüben sollen, konnte die Beautifulscents-Gründerin selbst beobachten: »Ich habe mit einem Neuropsychologen die Synapsen im Gehirn gemessen – und wir haben festgestellt, dass die Gerüche ­Bereiche des Gehirns aktivieren, die zum Beispiel das Glücksgefühl positiv beeinflussen oder die Selbstliebe ändern.« Die Nase voller Orangenaroma etwa schenkt uns ein wenig Selbstvertrauen, während Lavendel auf dem ­Kissen uns besser schlafen lässt. Und auf Reisen verwandelt ein vertrautes Home-Parfüm das fremde Hotelzimmer in ein »home away from home«. Was ­Stefanie Wirnshofer bei ihrer Arbeit an der perfekten Komposition außerdem ­herausfand: Zarte Düfte mit höchstens drei bis vier ­Noten, denen man nicht auf Dauer ausgesetzt ist, wirken intensiver und länger auf das System. Man muss sich also nicht in einer Duftwolke durch die Welt bewegen, um von der positiven Kraft von Zitronengras, Lavendel und Co profitieren zu ­können.

Das Auge isst mit, die Nase hört zu: Düfte sind eine Offenbarung für die Sinne.

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Erschienen in
Falstaff Happy Life Magazin 2/2024

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Christina M. Horn
Autor
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