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Plastikfreie Sportkeidung: Deswegen ist sie besser für die Haut

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Synthetische Sportkleidung steht zunehmend in der Kritik. Im Interview erklärt Wellicious-Gründerin Heike Petersen Cunza, warum Naturfasern der Haut mehr bieten.

Polyester gilt seit Jahren als Standard im Sportbereich, vor allem wegen seiner Fähigkeit, Schweiß schnell von der Haut wegzutransportieren. Doch genau hier liegt auch das Problem: Was kurzfristig praktisch wirkt, kann langfristig zur Belastung für Haut und Umwelt werden.

Heike Petersen Cunza ist Gründerin der nachhaltigen Activewear-Marke Wellicious. Im Gespräch mit Falstaff HappyLife erklärt sie, warum der Unterschied zwischen synthetischen und natürlichen Textilien bei Sportkleidung weit über reine Komfortfragen hinausgeht und warum besonders Menschen mit empfindlicher Haut beim Sport genau hinschauen sollten.

Heike Petersen Cunza

Heike Petersen Cunza gründete 2007 in London die nachhaltige Yoga-Marke Wellicious. Geprägt von ihrer naturverbundenen Großmutter, den Jahren ihrer Eltern in Ostafrika, sowie einem Studium nachhaltiger Lieferketten in Cambridge, entwickelte sie eine biologisch abbaubare, schadstofffreie Activewear-Kollektion.

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falstaff HappyLife: Synthetische Fasern transportieren Schweiß schneller ab. Was können Naturfasern beim Sport, was Polyester nicht kann?

Heike Petersen Cunza: Naturfasern bieten eine Vielzahl von Vorteilen, die über den reinen Feuchtigkeitstransport hinausgehen. GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle beispielsweise ist besonders hautfreundlich, atmungsaktiv und angenehm zu tragen. Während Polyester Schweiß zwar schnell von der Haut wegtransportiert, kann es Wärme und Gerüche speichern.

Bei Wellicious legen wir besonderen Wert auf Materialgesundheit. Unsere Produkte sind Cradle to Cradle Certified® Material Health Platinum zertifiziert. Das bedeutet, dass alle eingesetzten Materialien sorgfältig auf ihre Auswirkungen auf Mensch und Umwelt geprüft werden. Unsere Materialien sind nicht toxisch und erfüllen höchste Anforderungen an Sicherheit und Hautverträglichkeit. So entsteht Sportbekleidung, die nicht nur funktional ist, sondern auch das Wohlbefinden unterstützt.

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Synthetische Kleidung riecht nach dem Sport oft unangenehm. Warum passiert das, und wie gehen Naturfasern damit um?

Cunza: Synthetische Fasern wie Polyester bieten Bakterien ideale Bedingungen, sich auf der Faseroberfläche anzusiedeln. Diese Bakterien sind häufig die Ursache für unangenehme Gerüche. Naturfasern reagieren anders: Sie können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, wodurch ein ausgeglicheneres Mikroklima entsteht. Dadurch bleiben Kleidungsstücke oft länger frisch und müssen weniger häufig gewaschen werden.

Wie reagiert die Haut langfristig auf Kunstfasern? 

Cunza: Unsere Haut ist unser größtes Organ und steht täglich viele Stunden in direktem Kontakt mit unserer Kleidung. Kunstfasern können Wärme und Feuchtigkeit auf der Haut einschließen und bei empfindlichen Personen Irritationen verursachen. Naturfasern hingegen sind atmungsaktiv, hautfreundlich und fühlen sich besonders angenehm auf der Haut an.

Für wen ist plastikfreie Sportkleidung besonders relevant?

Cunza: Menschen mit empfindlicher Haut, Allergien oder Hauterkrankungen wie Neurodermitis profitieren häufig von möglichst natürlichen und nicht-toxischen Materialien. Doch letztlich betrifft das Thema jeden von uns.

Wir verbringen viele Stunden täglich in unserer Kleidung. Deshalb sollte sie nicht nur bequem sein, sondern auch frei von unnötigen Schadstoffen und hautbelastenden Materialien. Gerade beim Sport, wenn die Haut stärker durchblutet ist und wir intensiver schwitzen, wird die Qualität der Materialien besonders wichtig.

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Plastikfasern setzen beim Waschen Mikroplastik frei, das ins Grundwasser gelangt. Kommt das auch über die Haut in unseren Körper?

Cunza: Die Forschung zu diesem Thema entwickelt sich laufend weiter. Es gibt mittlerweile Hinweise darauf, dass Menschen Mikroplastik über verschiedene Wege aufnehmen können, unter anderem über Nahrung, Trinkwasser und die Luft. Ob und in welchem Umfang Mikroplastik aus Kleidung direkt über die Haut aufgenommen wird, wird derzeit wissenschaftlich untersucht.

Unabhängig davon steht fest, dass synthetische Textilien beim Tragen und Waschen Mikroplastik freisetzen können. Deshalb verfolgt Wellicious einen anderen Ansatz: Wir konzentrieren uns auf den biologischen Kreislauf der Circular Economy und verwenden überwiegend natürliche Materialien wie GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle sowie innovative biologisch abbaubare Stretchfasern. Unser Ziel ist es, Produkte zu entwickeln, die sowohl für den Menschen als auch für die Umwelt möglichst sicher sind.


Jessica Haberl
Koch
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