Wohnen im Art-Déco-Stil: 5 moderne Interpretationen der 1920er
Art Déco – der Stil der 1920er-Jahre verstand Wohnen als Bühne für Fortschritt, Eleganz und Optimismus. Prägend waren klare Geometrien, kostbare Materialien und eine neu entdeckte Lust an Form. Fünf aktuelle Interpretationen zeigen, wie sich der Geist der Epocheins Hier und Jetzt übersetzen lässt.
1. Geometrie als Fundament – Nordic Knots x Studio Mellone
Am Anfang steht die Ordnung. Die Teppichkollektion von Nordic Knots in Zusammenarbeit mit Studio Mellone bringt jene grafische Klarheit zurück, die Art Déco einst prägte – mit rhythmischen Formen, architektonischer Anmutung und einer zeitgemäßen Farbpalette. Hier wird Geometrie nicht zum Ornament, sondern zum strukturellen Element des Raums: Ein Boden, der den Takt vorgibt und dem Interieur Haltung verleiht.
2. Material als Statement – Stellar Works
Wo Art Déco einst mit opulenten Materialien arbeitete, setzt die Gegenwart auf bewusste Wertigkeit. Stellar Works verbindet Massivholz, edle Polsterungen und fein akzentuierte Messingleuchten zu Interieurs, die über Materialität wirken, nicht über Überladung. Der Luxus liegt hier in der Qualität der Oberflächen und in der Präzision der Verarbeitung – eine zeitgemäße Fortsetzung jener Materialkultur, die schon vor hundert Jahren den Stil geprägt hat.
3. Farbe als Tiefe – Ugo Concept Studio
Farbe war im Art Déco immer ein Mittel, um Räumen Spannung und Charakter zu verleihen. Das Ugo Concept Studio interpretiert dieses Prinzip zeitgenössisch: Warme Walnusstöne, rauchiges Grün im gepolsterten Kopfteil und erdige Nuancen schaffen eine visuelle Dichte, die den Raum förmlich umhüllt. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die an die Farbdramaturgie der 1920er-Jahre erinnert – opulent, aber kontrolliert.
4. Form als Geste – Giopato & Coombes
Neben aller Geometrie liebte Art Déco auch die Kurve. Die Leuchten von Giopato & Coombes knüpfen daran mit fließenden Glasformen und sanft gerundeten Silhouetten an. Ihre Entwürfe wirken wie leichte, schwebende Objekte im Raum und bringen Bewegung in Interieurs, ohne aufdringlich zu sein. Die Form zeigt, wie organische Linien dem strengen Erbe der 1920er eine zeitgemäße Weichheit hinzufügen.
5. Detail als Charakter – Pierre Yovanovitch Mobilier
Am Ende entscheidet das Detail. Pierre Yovanovitch Mobilier steht für Möbel, bei denen handwerkliche Ausführung, Materialveredelung und feine Proportionen im Mittelpunkt stehen. Ob präzise gearbeitete Kanten, sorgfältig ausgewählte Hölzer oder subtile Oberflächenstrukturen – solche Details schlagen die Brücke zwischen Tradition und Gegenwart. Sie erinnern daran, dass Art Déco immer auch eine Feier des Handwerks war, heute jedoch in einer ruhigeren, bewussteren Form.
Vom Prinzip zum Feinschliff
Geometrie, Material, Farbe, Form und Detail – diese fünf Beispiele zeigen, wie sich Art Déco heute neu denken lässt: als gestalterische Haltung mit Klarheit und Selbstbewusstsein. Die moderne Interpretation wirkt reduzierter, alltagsnäher und dennoch getragen von jener Eleganz, die den Stil der 1920er-Jahre bis heute so anziehend macht.
Wer tiefer in die Renaissance dieses Stils eintauchen möchte, findet im Beitrag »100 Jahre Stilgefühl: Die Rückkehr des Art Déco« weitere Einblicke.