Josef »Sepp« Schellhorn © Ingo Pertramer

Josef »Sepp« Schellhorn © Ingo Pertramer

»Sepp is back«: Sepp Schellhorn ist zurück in der Politik

Der Gastronom hat das Nationalratsmandat der Neos-Abgeordneten Julia Seidl übernommen und gleich ein »Mittelstandspaket für mehr Freiheit aller Menschen in der Wirtschaft« eingebracht.

von Alexander Schöpf
28. Februar 2024

Gut zweieinhalb Jahre ist es her, dass Sepp Schellhorn sich aus der Politik verabschiedet hat: Am 24. Juni 2021 gab der Gastronom seinen Rückzug »mit heutigem Tag« bekannt, um sich eigenen Angaben nach wieder vermehrt auf seine unternehmerische Tätigkeit konzentrieren zu können, aber auch – wie er damals in einem Facebook-Posting schrieb – weil ihm die Politik »nur mehr Kraft raubt und mittlerweile eine Überdosis an Gift freisetzt«. Sein Mandat im Nationalrat übernahm Julia Seidl, während ihm Gerald Loacker als Wirtschaftssprecher im Neos-Parlamentsklub folgte.

Keine Hängematte

Auch »mit heutigem Tag« – nämlich dem 28. Februar 2024 – feiert Schellhorn sein Polit-Comeback. Schon vergangenen August hatte Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger angekündigt, dass der Pongauer wieder in den Politbetrieb einsteigen werde. Dieser gab sich damals aber zurückhaltend und meinte gegenüber der APA, dass wenn er sich entscheiden sollte, in die Politik zurückzukehren, dann werde er es selbst ankündigen.

Am gestrigen Dienstag war es dann soweit: In einem gemeinsamen Instagram-Video mit dem Titel »Sepp is back« ließen Meinl-Reisinger und Schellhorn die Katze offiziell aus dem Sack. »Ich bin froh, dass ich wieder da bin«, so Schellhorn, der dann noch die Ansage machte, dass man der Regierung »die Hängematte wegschneiden« werde. Inhaltlich werde man sich unter anderem auf eine Entlastung der Unternehmer durch die Senkung der Steuernabgabenquote auf mindestens 40 Prozent und einen Abbau der Bürokratie konzentrieren.

 

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Senkung der Lohnnebenkosten

Seit heute Mittwoch sitzt Sepp Schellhorn auch schon wieder im Nationalrat. Er hat das Mandat von Julia Seidl, die ihn ihrerseits nach seinem Rücktritt 2021 beerbt hatte, übernommen. Als erste Maßnahme hat er ein Mittelstandspaket eingebracht.

»Bei unserem Mittelstandspaket geht es einerseits um eine breit angelegte Entbürokratisierungsoffensive und ein Entlastungspaket für den heimischen Tourismus, das Betriebsübergaben erleichtert, Betriebsaufgaben ermöglicht und die in Österreich traditionell zu niedrige Eigenkapitalquote erhöht. Es geht aber auch um konkrete Maßnahmen, damit es sich endlich wieder lohnt, hart zu arbeiten, und den Menschen mehr Netto vom Brutto bleibt«, so Schellhorn. »Dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihren Betrieben viel zu viel kosten, aber trotzdem viel zu wenig verdienen, sagen wir schon seit Jahren. Die Regierung muss hier endlich liefern. Mit unserem Vorschlag zur Senkung der Lohnnebenkosten schaffen wir einen Verhandlungsspielraum für ein 15. Gehalt – und zwar ohne die Gesamtarbeitskosten für die Betriebe zu erhöhen.«

Gastronomie in der DNA

Josef »Sepp« Schellhorn wuchs in Goldegg im Pongau (Salzburg) in einer Gastronomenfamilie auf. Nach beruflichen Erfahrungen in den USA, Frankreich und Italien übernahm er 1996 den elterlichen Betrieb »Der Seehof« in Goldegg am See, den wiederum im November 2023 sein Sohn Felix übernommen hat. Als gastronomischer Unternehmer betreibt er noch das Restaurant »M32« im »Museum der Moderne Salzburg«, das Skirestaurant »Angertal 1180« in Bad Hofgastein, die »Alm Weitblick« im Skigebiet von Sportgastein sowie das »Gasthaus zum Bierführer« in Goldegg. 2022 gründete er gemeinsam mit dem Strategieberater »Vetter & Partner« die »Schellhorn Consultants GmbH« um Projekte um gutes Essen, Gastronomie und Hotellerie zu entwickeln. Von 2003 bis 2013 war Schellhorn darüber hinaus Präsident der »Österreichischen Hoteliervereinigung«.

Seine politische Laufbahn begann er heute 56-Jährige beim Wirtschaftsbund und der ÖVP. 2013 dockte er bei den neugegründeten Neos. Nachdem er den Sprung in den Nationalrat aus eigener Kraft nicht geschafft hatte und eine Beendigung seines politischen Engagements in Betracht zog, rückte er nach dem Wechsel von Angelika Mlinar ins Europäische Parlament mit 1. Juli 2014 auf ihr freigewordenes Mandat nach und wurde Wirtschaftssprecher des Neos-Parlamentsklubs.

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