Das »Gourmet Hotel Seewirt« in Stadl-Predlitz wechselte um 7,18 Millionen Euro den Besitzer. © Gourmet Hotel Seewirt

Das »Gourmet Hotel Seewirt« in Stadl-Predlitz wechselte um 7,18 Millionen Euro den Besitzer. © Gourmet Hotel Seewirt

Das waren die teuersten Hotel-Verkäufe 2023

Die »Austria Real«-Analyse zeigt einen deutlichen Rückgang des Transaktionsvolumens am österreichischen Hotelimmobilienmarkt. Der Höchstpreis, der für ein Hotel bezahlt wurde, betrug 25 Millionen Euro.

von Alexander Schöpf
04. Juni 2024

Der Hotelmakler »Austria Real GmbH« hat heute, Dienstag, eine umfassende Analyse des österreichischen Hotelimmobilienmarktes für das vergangene Jahr veröffentlicht. In 2023 verzeichnete das Transaktionsvolumen von Hotelimmobilien in Österreich einen deutlichen Rückgang von etwa 30 Prozent und sank auf 258,62 Millionen Euro, verglichen mit den 374 Millionen Euro im Jahr 2022. Diese Entwicklung spiegelt den allgemeinen Trend auf dem österreichischen Investmentmarkt wider, der durch gestiegene Euribor-Zinsen (Euro Interbank Offered Rate) und verteuerte Kredite beeinflusst wurde, was am Ende zu einer geringeren Kaufbereitschaft der Investoren führte. Dabei war die Anzahl der Transaktionen 2023 mit 80 nahezu gleich wie im Jahr zuvor mit 78 Hotelverkäufen.

Ein interessanter Aspekt der Analyse ist die Verteilung der Käufergruppen: 70 Prozent der Hotelimmobilienkäufer sind Unternehmen, 28 Prozent sind natürliche Personen und der Rest staatliche Einheiten wie Gemeinden. Die Mehrheit der Käufer hat ihren Wohn- oder Firmensitz in Österreich, während nur elf Prozent im Ausland ansässig sind, hauptsächlich in Deutschland. Knapp 50 Prozent der natürlichen Personen haben eine Meldeadresse im Ausland, während fast alle Unternehmen ihren Firmensitz in Österreich haben.

Die Top-Hotelverkäufe 2023 nach Bundesland

• Burgenland: Das teuerste Hotel im Burgenland, das »AktivPark Güssing«, wurde für 4,2 Millionen Euro verkauft. Das Transaktionsvolumen im Burgenland erreichte 2023 mit 7,11 Millionen Euro den höchsten Wert innerhalb der letzten fünf Jahre.

• Kärnten: Das »Seehotel Urban« in Steindorf am Ossiacher See erzielte den höchsten Preis mit 8,27 Millionen Euro. Die Verkäufe in Kärnten gingen 2023 auf 10,73 Millionen Euro zurück, verglichen mit 26,68 Millionen Euro im Jahr 2022.

• Salzburg: In Salzburg erzielte der Verkauf des »Hotel Toni« in Kaprun den Spitzenpreis von 9,51 Millionen Euro. Das Transaktionsvolumen stieg 2023 auf 40,33 Millionen Euro, verglichen mit 33,86 Millionen Euro im Jahr 2022.

• Steiermark: In der Steiermark gab es 2023 drei bedeutende Transaktionen: Das »Plaza Inn Graz« um 15,60 Millionen Euro, das »Gourmet Hotel Seewirt« in Stadl-Predlitz um 7,18 Millionen Euro und das »Hotel Mitterhofer« in Schladming um 3,49 Millionen Euro. Das Transaktionsvolumen in der Steiermark sank 2023 auf 29,10 Millionen Euro, nachdem es 2022 noch 43,80 Millionen Euro betragen hatte.

• Oberösterreich: Das teuerste Hotel in Oberösterreich in Bad Leonfelden kostete 1,35 Millionen Euro. Das Transaktionsvolumen sank von 6,85 Millionen Euro im Jahr 2022 auf 3,27 Millionen Euro im Jahr 2023.

• Tirol: Der Spitzenpreis in Tirol lag 2023 bei 13 Millionen Euro für das »Hotel Straßhofer« in Kitzbühel. Trotz steigender Verkaufszahlen sank das Transaktionsvolumen auf 77,82 Millionen Euro, verglichen mit 94,44 Millionen Euro im Jahr 2022.

• Vorarlberg: 2023 wurden drei Hotels für insgesamt 21,29 Millionen Euro verkauft, weniger als im Jahr 2022 (25 Millionen Euro), aber mehr als 2020 (1,4 Millionen Euro). 2024 wurde bisher eine interessante Transaktion verbucht: Kauf des »Night Inn Hotel« in Feldkirch für 20,16 Millionen Euro.

• Wien: In Wien erzielten 2023 zwei Hotels Spitzenpreise: Das »Acom-Hotel Vienna« in Favoriten um 25 Millionen Euro – was gleichzeitig auch die teuerste Hotelimmobilientransaktion des Jahres in Österreich war – und das »Plaza Inn Wien Gasometer« in Simmering um 21,60 Millionen Euro. Das Transaktionsvolumen in Wien betrug insgesamt 72,58 Millionen Euro. Was höher als in den Jahren 2020 (29,10 Millionen Euro) und 2021 (67,93 Millionen Euro), aber dem Trend folgend niedriger als 2022 (131,58 Millionen Euro).

• Niederösterreich: Der Verkauf des Hotels »Der Förthof« in Krems an der Donau für 6,25 Millionen Euro war die teuerste Transaktion. Das Transaktionsvolumen im Jahr 2023 blieb mit 10,38 Millionen Euro nahezu konstant.

»Es ist zu erwarten, dass nach den Euribor-Senkungen ab 2024 eine positive Dynamik auf dem österreichischen Hotelmarkt eintritt. Wir gehen davon aus, dass dies zu Preissteigerungen und einer Zunahme der Transaktionen in den nächsten Jahre führen wird«, zeigt sich »Austria Real«-Geschäftsführerin Vera Woschnagg überzeugt.

Vera Woschnagg © Marco Pallaoro/PicMyPlace
Vera Woschnagg © Marco Pallaoro/PicMyPlace

Über die Analyse

Die Analyse basiert auf allen Immobilientransaktionen, die unter dem Titel »Kaufvertrag« in das österreichische Grundbuch eingetragen wurden. Die Ergebnisse verdeutlichen signifikante Trends und Schwankungen im Markt. Quellenangabe: Datensammlung der »ZT Datenforum eGen«.

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