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Espressokocher-Hersteller »Bialetti« geht an chinesischen Investor
Der legendäre italienische Espressokocher-Hersteller »Bialetti« bekommt einen neuen Eigentümer. Ein chinesischer Fonds übernimmt die krisengeplagte Traditionsmarke.
von Hannah Speyer
16. April 2025
Ein ikonisches Stück italienischer Kaffeekultur bekommt einen neuen Eigentümer: Der traditionsreiche Espressokocher-Hersteller »Bialetti« wird vom chinesischen Investmentfonds »Nuo Capital« übernommen. Das Unternehmen, das vor allem durch seine achteckige Mokakanne weltberühmt wurde, steckt seit Jahren in der Krise – jetzt soll unter neuer Führung ein Neuanfang gewagt werden.
Wie »Bialetti« mitteilte, übernimmt der in Luxemburg ansässige »Fonds Nuo Capital« – hinter dem der chinesische Unternehmer Stephen Cheng steht – knapp 79 Prozent der Anteile vom bisherigen Hauptaktionär Francesco Ranzoni. Der Gesamtwert des Unternehmens wird mit rund 30 Millionen Euro beziffert, der Kaufpreis lag Medienberichten zufolge bei etwa 53 Millionen Euro.
Schuldenlast und Rückzug von der Börse
Der Deal ist nicht nur eine finanzielle Rettung, sondern auch ein strategischer Wendepunkt: »Bialetti« soll von der Mailänder Börse genommen werden – ein sogenanntes Delisting steht bevor. Die Firma ist mit rund 124 Millionen Euro hoch verschuldet und auch beim italienischen Fiskus mit mehreren Millionen Euro an Steuerzahlungen im Rückstand.
Trotz dieser wirtschaftlichen Schieflage konnte »Bialetti« im Geschäftsjahr 2024 einen kleinen Lichtblick präsentieren: Der Umsatz stieg auf 149,5 Millionen Euro (Vorjahr: 141,2 Millionen), und der Verlust konnte von 2,2 Millionen auf 1,1 Millionen Euro halbiert werden.
Kultobjekt mit Geschichte
Die berühmte Moka-Kanne wurde 1933 von Alfonso Bialetti entworfen und veränderte die Kaffeekultur nicht nur in Italien, sondern weltweit. Der Kocher, ursprünglich aus Aluminium gefertigt, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg massenhaft verkauft und avancierte zur Design-Ikone. Heute gibt es ihn in vielen Varianten – aus Edelstahl, bunt lackiert und in verschiedenen Größen. Neben den klassischen Herdkannen vertreibt »Bialetti« inzwischen auch elektrische Kaffeemaschinen, Kaffee, Tassen und kleine Küchengeräte. In zahlreichen italienischen Städten betreibt die Marke eigene Geschäfte.
Die Entscheidung zur Übernahme fiel nicht zuletzt angesichts zunehmender Konkurrenz durch Kapselsysteme und moderne Kaffeemaschinenhersteller. Um langfristig bestehen zu können, sind neue Investitionen, Innovationen und internationale Marktstrategien gefragt.
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