»Kaffee steht heute verstärkt für bewusste Genussmomente außer Haus«, so Trend-Experte Tobias Müller von Market Grounds.
© Kristina Mitrovic
Echtes Café statt blutarmer Schauraum – Wiens neues »Coffee Experience Center«
Mit seiner Kaffeehaus-Kultur hat die Donau-Metropole eine neue Bühne für Innovation rund um Espresso, Melange und Matcha Latte. Der Schauraum von »SEB Professional« gab gleich zur Eröffnung Antworten auf drängende Fragen der Gastronomie.
von Roland Graf
30. Januar 2026
»Das gibt es weltweit so nur hier«, strahlte SEB Professional-Manager Markus Ferrigato zur Eröffnung im Wiener Textil-Viertel. Denn nicht nur hatte man seitens der französischen Küchen-Experten alle Kaffeebereitungsmarken (und die Saftpressen von Zummo) versammelt. Der neue Schauraum von WMF, Schaerer und La San Marco wurde auch ein vollwertiges Café. »Die Qualität in der Tasse soll auch für den Endkonsumenten erfahrbar werden«, so das Ziel des ungewöhnlichen Konzepts. So teilt sich die Location in der Wiener Werdertorgasse in den eigentlich Schauraum der Kaffeemaschinen (»Experience Center«) und das »Coffee Atelier«.
Personalmangel und Abfall
In angenehmer grün-goldener Atmosphäre kann man hier seinen Kaffee wochentags ab 7.30 Uhr genießen. Für Gastronomen werden so auch die unterschiedlichen Maschinen-Systeme in der Praxis erlebbar. Denn von der nostalgischen Einhebel-Maschine von La San Marco bis zum Vollautomaten von WMF stehen verschiedene Systeme zur Verfügung. »Wir müssen den Kunden auf nicht auf ein bestimmtes System hin beraten, sondern besprechen mit ihm gemeinsam seinen Bedarf«, schildert Benjamin Thurner (Vice President für die DACH-Region) den Vorteil des Multi-Marken-Shops. Diesem Ansatz folgend, werden auch verschiedene Röstereien als Partner präsentiert: Lavazza, Julius Meinl oder Daniel Moser stehen mit den entsprechenden Blends und Mahlgraden zur Verfügung.

Thurner war an der Entwicklung des Vorgängers der »Schaerer Coffee Soul« beteiligt. Diese Schweizer Maschine verbindet Siebträger und Automatik und ist mit Funktionen wie dem stets gleichmäßigen Tamper auch eine Antwort auf den »Mangel an qualifiziertem Personal in der Gastronomie«. Die Maschine erkennt etwa den Siebträger und bereitet das richtige Getränk zu. Dampf zur Tassen-Vorwärmung und Ausklopfen des Suds bringen aber weiter Barista-Flair. Mit dem Milchschäumer, der exakte Dosierungen beim Cappuccino erlaubt, schmecken diese Zubereitungen nicht exakt gleich, sondern reduzieren auch den Abfall.
Kalt und bunt – Trends für 2026
Wie sehr man sich als Trendlabor des Kaffees versteht, war bei der Eröffnung spürbar: Porträts der Gäste, von »Szitai Studio« mit Espresso gemalt und Österreichs aktuelle Latte Art-Staatsmeisterin Alina Kirchner sorgten für Kaffeeerlebnisse. Diese werden immer wichtiger, wie Giovanni Fucili von La San Marco bestätigte: »In Italien boomt momentan hochklassige Patisserie zu den Barista-Kaffees in den Coffeeshops«. Dass die Kaffee-Trends längst aus Asien kommen, wo Kaffee vielmehr kalt genossen wird, unterstrich in der Experten-Diskussion Tobias Müller. Er servierte mit Kurkuma-Latte und Matcha-Latte auch Beispiele der neuen Kaffeewelt: »Für die Generation Z punktet Kaffee bunt und mit gesundheitlichen Vorteilen«, empfiehlt er »Ube Latte« als Trend für 2026 – wie es auch die PROFI-Printausgabe 5/2025 tut!

Geballte Geräte-Kompetenz
Auch wenn WMF die bekannteste Marke von SEB Professional darstellt, hat die Gruppe von Écully bei Lyon aus in den letzten Jahren ihre beiden Sparten – SEB Professional Beverage und Professional Culinary – stark erweitert: Nach dem Kauf der Schweizer Marke »Pacojet« 2023 kam vergangenes Jahr der Inbegriff für Kupfer- und Eisenpfannen »DeBuyer« unter das Dach der Franzosen. Auch die US-Marke »Wilbur Curtis« mit ihren Filterkaffeesystemen und die Hotel-Bestecke von »Hepp« sind Teil des Unternehmens.
Lesenswert
Der »Young Talents Day« bietet eine Rallye durch zehn Wiener Top-Hotels, fünf Challenges pro Route und ein Abend mit Sternekoch Silvio Nickol.
© Daniel Taladrid
60 Lehrlinge beim »Young Talents Day«: Die Wiener Top-Hotels investieren in Nachwuchs
Der »Young Talents Day« von »tophotels.wien« bringt 60 Lehrlinge zusammen und zeigt, wie die Wiener Spitzenhotellerie aktiv in ihren Nachwuchs investiert.
Vegetarische Gäste freuen sich: Die Ravioli bieten eine hochwertige Alternative zur aufwendigen Eigenproduktion.
© Hilcona
Schweizer Manufakturpasta gibt es jetzt auch für die Österreichische Profiküche
Die Gran Ravioli der Schweizer Manufaktur »LA PASTERIA« kommen mit einem Füllungsanteil von 60 Prozent und sind tiefgekühlt lieferbar. Die Premium-Pastalinie von Hilcona Foodservice ist jetzt erstmals auch in Österreich erhältlich.
Einer von fünf neuen Mitgliedsbetrieben: Die »Weinstube im Nikolaihof Wachau« ist jetzt Teil der »Wirtshauskultur Niederösterreich«.
© Nicolaihof
Die »Wirtshauskultur Niederösterreich« wächst weiter: 5 neue Mitgliedsbetriebe stellen sich vor
Rund 200 Betriebe aus ganz Niederösterreich verbindet ein gemeinsames Bekenntnis zu regionalen Produkten, handwerklicher Qualität und gelebter Gastlichkeit. Die »Wirtshauskultur Niederösterreich« wächst weiter und begrüßt kürzlich fünf neue Häuser.
Genuss funktioniert: 16.593 Euro Reinerlös für Krebspatienten in finanzieller Not.
© Rene Strasser
Beim »Fest der Sinne« wird klar: Genuss und der gute Zweck passen zusammen
Auf Schloss Kornberg versammelten sich rund 200 Gäste, 18 Spitzenköche und 18 Winzer, um gemeinsam eine kulinarische Bühne für die Österreichische Krebshilfe zu schaffen – mit Erfolg.
Ein geprüfter Brot-Sommelier im Team stärkt den Betrieb als Experte für Brotkarte, Gästeberatung und Qualitätskommunikation.
© LMAk
Brot-Expertise als Wettbewerbsvorteil: Jetzt zum »Brot-Sommelier« ausbilden lassen
Bereits zum dritten Mal bietet die Lebensmittelakademie des österreichischen Gewerbes in Kooperation mit der Bundesakademie Weinheim die Ausbildung zum »Geprüften Brot-Sommelier« an – Anmeldeschluss ist der 10. August 2026.
Sechs Finalisten, eine Blackbox-Challenge und eine fünfköpfige Jury: So läuft das Finale von »Next Generation« bei der Messe »Alles für den GAST« ab.
© Falstaff PROFI
Der große PROFI-Wettbewerb ist zurück: Bühne frei für die »Next Generation«!
Bereits in der Vergangenheit sorgte der Wettbewerb für Gastro-Karrieren. Komplett überarbeitet sucht nun die »Next Generation« gemeinsam mit »Lohberger« die Besten unter den jungen Talenten!
Meist gelesen
Hohe Ansprüche: Sauerteig, lange Teigführungen, handwerkliche Optik. Auch bei Großbäckern zählen wichtige Qualitätsmerkmale.
© Sonja Priller
Die Kraft der Kruste: Brot wird in der Gastronomie zum Qualitätsversprechen
Der Brot-Gang macht Image! Vom Frühstückskorb bis zum Signature-Burger ist gutes Gebäck wichtiger denn je. Wie Bäcker und Gastronomen gemeinsam an Qualität und Geschmack arbeiten.
In der »Freundschaft« Berlin hält man die besten Plätze für Stammgäste frei.
© Ingo Pertramer
Katzentisch oder »the perfect table«: Welche Gäste bekommen im Lokal welchen Platz?
Wer sitzt in der »Auslage«? Wer bekommt den Platz bei der Klotür? Das Gastro-Credo »Alle Gäste sind gleich« scheitert schlicht an begrenzten Plätzen: PROFI fragte nach, wie gefragte Lokale es mit der Tischvergabe halten.
Allein in Deutschland hat sich die Zahl der Sternerestaurants von 201 im Jahr 2000 auf 328 im Jahr 2025 erhöht – doch bringen mehr Auszeichnungen zwingend mehr Erfolg?
© Malte Mueller/Getty Images
Sternchen oder Superstar? PROFI macht den Check: Das nutzen Auszeichnungen wirklich
Bewertungen gehören zur Gastronomie wie die Hitze zur Küche. Entsprechend viel Arbeits- und Lebenskraft verschlingen der Kampf um Auszeichnungen. Doch zahlt er sich auch in barer Münze aus? Sind am Ende die Bewertungen selbst überbewertet?
Laut »EcoAustria« könnte der Prozentpunkt langfristig bis zu 12.000 zusätzliche Arbeitsplätze ermöglichen.
© shutterstock.com/groviapoto
Beschlossene Sache: Die Lohnnebenkosten sinken ab 2028 um einen Prozentpunkt – reicht das?
Österreich zählt bei den Lohnnebenkosten zu den teuersten Standorten Europas. Der Nationalrat hat nun eine Senkung um einen Prozentpunkt ab 2028 festgesetzt. Das ist ein Signal, das die Wirtschaft lange gefordert hat.
Ein Hotel, bei dem die Servicearbeiten ausschließlich von Robotern gemacht werden? Auf der »West Artificial Island« in China wird das bald Realität (Symbolbild).
© shutterstock.com/Jihun Sim
Roboter statt Rezeption: In China entsteht erstes vollautomatisiertes Hotel
»Pudu Robotics« und »Shenzhen CTID« planen das weltweit erste vollständig robotergestützte Hotel, ein Testbetrieb ist noch für Ende 2026 geplant. Die Frage, in welchem Maß Roboter auch in europäischen Betrieben Einzug halten, wird immer relevanter.
90 Prozent der Österreicher wollen, dass Bargeld auch in Zukunft Teil der Gastronomie bleibt.
© unsplash.com/Omid Armin
»Cash ist fesch«: Neue Initiative für Bargeld in der Gastronomie – jetzt abstimmen!
Die »Geldservice Austria« (GSA) und der Fachverband Gastronomie der WKO starten die Initiative »Bargeldfreundlicher Betrieb«. Damit möchte man Bargeld in der Gastronomie sichtbarer machen.
Der Newsletter für echte Profis
Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!

