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Schlüsselübergabe im »Central«: Martin Winkler (Vorstandsvorsitzender »Verkehrsbüro«, links) und Kay Fröhlich (Geschäftsführer »Palais Events«, rechts) übergeben an Peter Klein (Architekt und Generalplaner, Mitte)

© bar

Zum Geburtstag eine Sanierung: Das »Café Central« schließt bis Herbst 2026

Zum 150-jährigen Jubiläum bekommt das Traditionshaus eine Rundumerneuerung: Der Fokus liegt auf hochmodernen Produktionsflächen, besseren Arbeitsbedingungen und mehr Energieeffizienz. Derweil öffnet das »Decentral« – und soll bleiben.

von Brigitte Radl
16. März 2026

Da fehlt doch was! Es ist ein ungewohnter Anblick, dieser Tage keine Schlange wartender Touristen in der Wiener Herrengasse vor dem »Café Central« zu erblicken. Stattdessen offenbart ein Blick ins Innere: Sessel auf den Kaffeehaustischen, eine blank geputzte, leere Patisserie-Vitrine, keine geschäftigen Ober. Das bedeutet: Das Traditionshaus schließt zum 150. Geburtstag für eine Generalsanierung, wiedereröffnet soll das »Central« im Herbst 2026 werden.

Neue Küche, bessere Arbeitsbedingungen

Bis dahin ist viel zu tun. Nach rund vier Jahrzehnten intensiver Nutzung hat die technische Infrastruktur des Kaffeehauses ihr Lebensende erreicht. Nun wird erneuert: von der Gebäudetechnik über Heizung, Klima und Lüftung bis zu Sanitäranlagen, Elektrotechnik und Brandschutz. Besonders relevant: Sämtliche Produktions- und Küchenbereiche werden neu geplant. Sie sollen auf die modernen Anforderungen eines Großbetriebes ausgerichtet werden – und damit dem Personal die Arbeit erleichtern, Prozesse beschleunigen und so für mehr Effizienz sorgen.

Rund 40 Prozent mehr Raum soll die Kulinarik künftig bekommen: »Wir bauen die Hauptküche auf 300 Quadratmeter aus, die Patisserie wird um 100 Quadratmeter vergrößert«, erklärt Kay Fröhlich. Er ist Geschäftsführer von »Palais Events«, einer Tochter des »Verkehrsbuero«, das das »Central« 2011 übernommen hat. Auch die Luftmenge in der Küche werde nahezu verdoppelt, was die Arbeitsqualität für das Personal deutlich verbessere, und durch den Anschluss an das Fernkältenetz würden 50 Prozent der CO₂-Emissionen eingespart.

Arbeitsplätze bleiben, restauriert wird behutsam

Die 135 Mitarbeiter werden überwiegend im Unternehmen weiterbeschäftigt und teilweise während der Umbauarbeiten in anderen Betrieben von »Palais Events« eingesetzt. Das gilt auch für die 17 Lehrlinge, die teilweise die Möglichkeiten erhalten, international Erfahrungen zu sammeln.

Trotz der Erneuerungen soll die Seele des altehrwürdigen Hauses erhalten bleiben. »Im Rahmen der Sanierung bewahren wir das einzigartige Kaffeehausflair und führen es zugleich verantwortungsvoll in die Zukunft«, so Martin Winkler, Vorstandsvorsitzender des »Verkehrsbuero«. Die Thonet-Stühle sollen aufgearbeitet, die traditionellen Stoffe nachgefertigt und die historischen Luster in Spezialwerkstätten restauriert werden. Das alles passiert in wenigen Monaten – doch bis dahin ist das »Central« nicht weg von der Wiener Landkarte und bleibt im Geschäft.

Pop-up kommt, um zu bleiben

Im nahe gelegenen Palais Harrach eröffnet das »Decentral«. Mit dem Pop-up-Standort will man »neue, urbane Akzente« setzen: Der Gastgarten, der schnelle Service und die Take-away-Angebote sind auf Touristen und »spontane Gäste« ausgerichtet. Auf der Karte stehen Signature-Patisserie aus dem »Café Central«, darunter Mandelcroissants, Tartes und Zitronendesserts, ergänzt durch Focaccias und Aperitif-Drinks. Kay Fröhlich spricht außerdem von »besserem Kaffee« – von klassischen Spezialitäten bis zu aromatisierten Coffee-Varianten. Ein klassisches Pop-up ist das »Decentral« jedoch nicht, denn es soll von Dauer sein.

Im »Café Central« setzt man auch künftig auf kulinarisch Bewährtes: »Wir wollen mit der Patisserie unsere Stärken stärken«, so der »Palais Events«-Geschäftsführer. »Und gleichzeitig durch die neuen Möglichkeiten in der Küche unser Produktangebot erweitern.« Gleich bleibt auf jeden Fall: Ab Herbst 2026 dürfen Sie wieder mit der gewohnten Warteschlange in der Herrengasse rechnen.

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