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Hotellerie: Das sind die Top-Trends 2024

Die rasende Digitalisierung und gesellschaftliche Entwicklungen machen auch vor der Hotelbranche nicht Halt.

von Alexander Schöpf
29. Februar 2024

Der große Erfolg von Technologien wie »ChatGPT« und die sich stetig verändernden Bedürfnisse der Reisenden stellen Hotels vor die Herausforderung, am Puls der Zeit zu bleiben. Denn im besten Fall bleibt man dadurch nicht nur wettbewerbsfähig, sondern gewinnt auch neue Stammkunden und steigert die Umsätze. Der deutsche Hotel-Software-Anbieter »Betterspace« hat acht Top-Trends ausgemacht, die Hoteliers 2024 auf dem Schirm haben sollten:

Trend 1: Unvergessliche Erlebnisse

Die Erwartungen an die Hotels haben sich seit letztem Jahr verändert. Erlebnisse, die für unvergessliche Momente sorgen, sind für Reisende wichtiger denn je. Dem »Changing Traveller Report 2023« von »SiteMinder« zufolge soll die Unterkunft für 43 Prozent der Reisenden ein tolles Erlebnis bieten wie beispielsweise Musik, Essen oder etwas Interaktives.

Die Hotelgäste sind entschlossen, neben der Übernachtung mehr Geld für Erlebnisse oder Dinge auszugeben, die ihren Aufenthalt bereichern. Für Hotels bieten sich hier enorme Möglichkeiten zur Steigerung von Zusatzverkäufen.

Trend 2: Künstliche Intelligenz

Die Digitalisierung, besonders die Bereiche KI-Technologien (Künstliche Intelligenz) und Smart-Building-Konzepte, ist ein Dauerbrenner in der Hotelbranche und wird es noch lange bleiben. Denn diese neuen Technologien ermöglichen es Hotels nicht nur ihre Dienstleistungen zu optimieren, sondern auch personalisierte Erlebnisse zu bieten und die betriebliche Effizienz zu steigern. Außerdem fördern neue Technologien das Innovationsimage des Hotels und bringen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil mit sich.

Hotels können enorm von dem Einsatz Künstlicher Intelligenz profitieren. Große Potenziale gibt es beispielsweise bei der Optimierung der Leistung auf Bewertungsportalen. Mit KI-Tools können Bewertungen analysiert, der Service verbessert und das Erlebnis der Hotelgäste personalisiert werden. Auch das Personal kann durch KI unterstützt werden. Mit der Integration eines Chatbots in die digitale Gästemappe, werden häufig gestellte Fragen der Gäste wie beispielsweise Frühstückszeiten, die besten Ausflugsziele in der Region oder Öffnungszeiten des Wellnessbereiches in Echtzeit vom Chatbot beantwortet. Derweil können sich die Mitarbeitenden um die individuellen Wünsche der Hotelgäste kümmern. Auch der Einsatz von Chatbots auf Hotel-Websiten wird immer beliebter.

Österreichs Hotelliere gelten im internationalen Vergleich übrigens als Vorreiter beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz, wie eine aktuelle Studie aus der Schweiz zeigt (PROFI berichtete).

Trend 3: Intelligentes Energiemanagement

Intelligentes Energiemanagement im Hotel ist nicht mehr nur ein Trend-Thema oder ein Nice-to-Have, sondern in Anbetracht des Klimawandels und der hohen Energiepreise eine absolute Notwendigkeit. Hotels können mit smarten Energiemanagement-Tools einfach ihre Energieeffizienz steigern – und dabei die Umwelt schonen – und gleichzeitig Kosten reduzieren.

Mit einem Energiemanagement-System reguliert das Hotelpersonal die Heizkörper im gesamten Hotel automatisch und steuert die Temperatur so effizient, dass weniger Energie verbraucht wird. Eine intelligente Software für das Energiemanagement kann das Hotelpersonal durch die automatische Steuerung der Heizkörper entlasten: Checkt ein Gast aus, wird automatisch die Heizleistung abgesenkt. Hier muss das Housekeeping also nicht mehr überprüfen, ob der Gast die Heizung vor dem Verlassen heruntergedreht hat. So ein System kann auch die Belegung des Hotels berücksichtigen. 

Trend 4: Smart-Building-Konzept

Der Hoteltrend Smart Building, also die intelligente Vernetzung und Automation von Gebäuden, eröffnet Hotels zahlreiche Möglichkeiten, den Komfort zu steigern, Aufwand zu minimieren und gleichzeitig den Energieverbrauch zu senken. Ein Anwendungsfall stellt die oben bereits erwähnte smarte Steuerung der Heizung beziehungsweise der Heizkörper im Hotel dar.

Es sind jedoch noch viele weitere Anwendungsfälle denkbar, die den Mitarbeitenden im Hotel und den Gästen einiges zu bieten haben, wie die smarte Steuerung von Licht, die automatisierte Überwachung der Ein- und Ausgänge, die Vernetzung von Rauchmeldern oder die Analyse der Luftfeuchtigkeit für ein verbessertes Raumklima.

Trend 5: Mehr internationale Reisen

Ein weiterer Hoteltrend, der die Hoteliers 2024 beschäftigen wird, sind mehr internationale Reisende. Vor allem die letzten Jahre haben gezeigt, wie wertvoll freie Bewegung ist. Daher verwundert es nicht, dass Reisende keine Kompromisse mehr eingehen und auch international verreisen möchten, trotz steigender Zimmerpreise. Die Reiselust ist größer als je zuvor. Hotels können sich auf viele internationale Gäste freuen.

So wollen laut »Changing Traveller Report 2023« 55 Prozent der deutschen Urlauber in den 2024 ausschließlich internationale Reisen unternehmen. Auch die Zahl der chinesischen Reisenden, die ausschließlich international reisen wollen ist von 13 auf 48 Prozent drastisch angestiegen.

Trend 6: Persönliche Verbindung zur Unterkunft

Reisende möchten im Jahr 2024 mehr von der Unterkunft als nur eine Möglichkeit zum Übernachten. Sie möchten als kontaktfreudige Menschen Beziehungen zum Personal pflegen, um so einen personalisierten Aufenthalt zu erhalten.

Dem »Changing Traveller Report 2023« zufolge geben 52 Prozent der Befragten an, dass das Hotelpersonal und der Service ein Grund für erneute Buchungen seien. Direktbuchungen sind zudem leicht angestiegen, was ein Zeichen dafür ist, dass Reisende den Kontakt zu Unterkünften suchen. Reisende, vor allem die Generation Z, Millennials, Reisende, die mit Kolleg:innen international unterwegs sind, und Reisende aus Asien, möchten, dass ihre Daten benutzt werden, um ihre Aufenthalte zu optimieren.

Dieser Hoteltrend birgt enormes Potenzial und ist für die Hotelbranche eine ideale Möglichkeit, Gäste zu Stammkunden zu machen. Auch die Bereitschaft der Reisenden Daten an das Hotel weiterzugeben, um personalisierte Erlebnisse zu erhalten, sollten sich Hotels zunutze machen.

Trend 7: Persönliche Verbindung zur Lokalkultur

Viele Reisende möchten einen authentischen Austausch mit der Kultur vor Ort erleben. Einem Drittel der Reisenden ist es wichtig, dass das Hotel eng mit der Lokalkultur verbunden ist. Sie möchten beispielsweise an traditionellen Festen teilnehmen, lokale Märkte besuchen oder sich in gemeinnützigen Projekten engagieren. Statt oberflächlicher Touri-Erlebnisse wollen sich Reisende förmlich in die lokale Kultur hineinstürzen – auch kulinarisch.

Trend 8: Themen-Workshops & Retreats

Den Fokus auf die eigene physische und psychische Gesundheit zu legen, ist ein Trend, der gerade während und nach der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen hat. Reisende möchten Entspannung, persönliche Entwicklung oder kreativen Austausch während ihres Aufenthalts im Hotel erleben und so bedeutungsvolle Erfahrungen sammeln. »Emotional Wellness« heißt dieser Trend und wird nicht nur bei jungen, sondern auch bei älteren Reisenden immer beliebter.

Bei der persönlichen und beruflichen Entwicklung spielen Themen-Workshops und Retreats eine wichtige Rolle. Themen-Workshops zielen darauf ab, die Fähigkeiten des Reisenden zu verbessern, wo hingegen ein Retreat Rückzug bedeutet. Dabei werden die Schwerpunkte auf Entspannung, Achtsamkeit und Erholung gelegt. Laut den Ergebnissen einer Umfrage des Zusammenschlusses »Wellness-Hotels & Resorts« und dem Reiseportal »beauty24« rücken vor allem Millennials und die Generation Z in den Fokus. Dieser Gästekreis möchte inspirierende Erlebnisse wie Workshops und Retreats zu Trendthemen genießen.

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