© Shutterstock

© Shutterstock

Neue zuverlässige Methode: Wissenschaftler erkennen am Ei, wie Huhn gehalten wurde

Stammt das Bio-Ei wirklich von einer Legehenne aus ökologischer Haltungsform? Forscher:innen des »Instituts für Lebensmitteltechnik« können diese Frage jetzt mit einer Messgenauigkeit von nahezu 100 Prozent beantworten.

von Alexander Schöpf
26. Juli 2024

In Österreich und Deutschland ist jedes Ei mit einem Code versehen, der Auskunft über Haltungsform, Herkunft und Haltbarkeit gibt. Die erste Zahl gibt Auskunft über die Haltungsform (z. B. 0 = ökologische Freilandhaltung, 1 = Freilandhaltung), die zwei Großbuchstaben verraten das Herkunftsland (z. B. AT = Österreich oder DE = Deutschland) und die letzten Ziffern stehen für den den Legebetrieb bzw. die Landwirtschaftliche Betriebsnummer (z.B. 1234567). Dies ermöglicht es den Konsument:innen etwa zu überprüfen, ob die gekauften Eier tatsächlich aus einer ökologischen Haltungsform stammen.

Wollen Behörden oder der Handel jedoch wissen, ob die Angaben der Erzeuger korrekt sind, müssen sie die Betriebe vor Ort überprüfen. Einem Forscherteam am DIL »Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e. V.« (DIL) in Quakenbrück (Niedersachsen) ist es jetzt gelungen eine Methode zu entwickeln, mit der am Ei erkannt wird, wie die Henne, die es gelegt hat, gehalten wurde. Mittels NMR-Spektroskopie ist künftig mit nur einer Messung eindeutig erkennbar, ob ein Ei wirklich von ökologisch gehaltenen Legehennen stammt. Hierfür haben die Forschenden rund 4.500 Eiproben untersucht. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat das Projekt über das »Bundesprogramm Ökologischer Landbau« (BÖL) gefördert.

Messgenauigkeit von fast 100 Prozent

Zum Nachweis der Haltungsform haben die Forschenden aus den Eiern gewonnene Eigelb-Extrakt-Proben mittels 1H-NMR-Spektroskopie analysiert. Die so erzeugten Spektren bilden ein hochspezifisches Muster der Ei-Probe ab – quasi einen Fingerabdruck mit einem großen Informationsgehalt. Mithilfe multivariater Datenanalysen, maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz (KI) haben die Wissenschaftler:innen für jede Haltungsform charakteristische Muster identifiziert und eine Datenbank sowie ein Authentizitäts-Modell aus diesen Referenzspektren erstellt. Durch den Abgleich des 1H-NMR-Spektrums von unbekannten Eigelb-Proben mit dem Modell aus Referenzspektren ist es ihnen gelungen, die tatsächliche Haltungsform nachzuweisen.

Das errechnete Modell für die Klassifizierung von Eiern aus konventioneller und ökologischer Haltung erreicht eine Genauigkeit von 99,9 Prozent, während sich die untersuchten Eier mit einer Genauigkeit von 97,1 Prozent den vier Haltungsformen zuordnen lassen. Zusätzlich ist es den Forschenden gelungen, die Rasse der Legehennen (Lohmann Selected Leghorn, Dekalb, Lohmann Brown, Sandys) mit einer Modellgenauigkeit von 98,4 Prozent zu ermitteln.

Großes Potenzial für Handel und Behörden

Nach Einschätzung der Forschenden bieten die Ergebnisse ein großes Potenzial in der Lebensmittelüberwachung, etwa im Verdachtsfall oder bei Stichprobenuntersuchungen für den Handel und den Verarbeitungsbereich. »Unternehmen können entsprechende Analysen beauftragen und damit zuverlässig überprüfen, ob der Stempelcode auf der Eischale die Haltungsform der Legehennen korrekt angibt«, das DIL mit. Dies stärkt das Vertrauen in die Echtheit von Bio-Eiern und somit die Nachfrage der Verbraucher:innen nach Bio-Eiern.

Damit sich das Verfahren etabliert, müssen die Modelle mit weiteren authentischen Proben ergänzt werden und aktuell bleiben. Das DIL ist deshalb auf der Suchr nach Partnern und lädt Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbände zur Zusammenarbeit ein, um diese zukunftsweisende Analytik und ihre Anwendungsmöglichkeiten weiterzuentwickeln.

Lesenswert

ZU TISCH - Falstaff PROFI

Tausende Besucher strömten in den kleinen oberfränkischen Ort Wirsberg.

© Jesper Hilbig

Genuss und Wissen: »ZU TISCH!« zeigt, wie Foodfestivals heute funktionieren

Über 80 Manufakturen und Köche sowie mehr als 50 Workshops, Tastings und Talks: Das Festival »ZU TISCH!« erzeugt Aufmerksamkeit weit über die Grenzen Frankens hinaus – und hat sich längst vom Genuss-Event zur Plattform entwickelt.

Zagu Präsentation - Falstaff PROFI

Beim Hintergrundgespräch treffen sich Gabriele und Moritz Huth, Richard Angerer und Dr. Thomas Peschta, um über Herausforderungen und Lösungswege in der Gastronomie zu diskutieren (v.l.).

© YIELD

Daten statt Bauchgefühl: Ein Tool hilft, die Gastro zu optimieren

Wie können Betriebe wirtschaftlich stabiler und flexibler agieren? Diese Frage stellten sich Vertreter aus Gastronomie, Wirtschaft und Technologie. PROFI war dabei und hat die wichtigsten Erkenntnisse für Sie.

Öschberghof Aldi Süd Verkauf - Falstaff PROFI

Der Discounter »Aldi Süd« schärft sein Portfolio – und stößt daher ein Luxushotel ab.

© Firn / Shutterstock.com

Strategiewechsel: »Aldi Süd« verkauft »Öschberghof« nach 50 Jahren

Der Discounter trennt sich von einem ungewöhnlichen Teil seines Portfolios: dem Luxushotel »Öschberghof«, das er ein halbes Jahrhundert betrieb. Der Schritt zeigt, wie konsequent »Aldi« gerade sein Kerngeschäft schärft.

»Wellwasser Technology« denkt Wasser neu: nicht als transportiertes Produkt, sondern als lokale Ressource – veredelt durch Technologie, serviert mit Anspruch.

© Foto beigestellt

Produkt der Woche: »Wellwasser« GASTRO Edition

Advertorial

Leitungswasser neu gedacht: nachhaltig, kostensparend, effizient – mit der »Wellwasser« GASTRO Systemlösung!

Zeit ist in der Gastronomie längst zur entscheidenden Ressource geworden. Genau hier setzt »METRO« Österreich an.

© shutterstock

Beste Qualität in kurzer Zeit: Wie Effizienz in der Profiküche gelingt

Advertorial

Die »smart chef«-Convenienceprodukte von »METRO« Österreich helfen Gastroprofis Zeit, Geld und Energie zu sparen, indem Arbeitsschritte minimiert und Kosten gesenkt werden.

Egger Arnautovic - Falstaff PROFI

Der Fußballstar fotografiert »sein« Märzen: Arnautović zu Gast in der »Privatbrauerei Egger«.

© Privatbrauerei Egger

Limited Edition: »Egger« bringt Fußball-Star Marko Arnautović auf die Dose

Bier mit Celebrity-Faktor: Mit einer aufmerksamkeitsstarken Sonderedition setzt die Privatbrauerei im Fußball-Sommer 2026 Impulse für Handel und Gastronomie. Das Dosen-Design mit Marko Arnautović ersetzt kurzfristig das klassische Erscheinungsbild.

Meist gelesen

Wolfgang Isenberg & Marco Trupp

© Foto beigestellt

Die Zukunft der Profiküche live erleben

Advertorial

Ob Kochroboter oder autonome KI-Küche, die »FHE Trendtour« verbindet Innovation mit Praxis und liefert den entscheidenden Wissensvorsprung. Jetzt mitspielen und Tickets für die Tour gewinnen!

ESC-Bier Ottakringer - Falstaff PROFI

»Ein Bier als Begleiter beim Mitsingen und Mitfiebern« habe »Ottakringer geschaffen, so Geschäftsführer Florian Hochebner.

© Paul Breuss

ESC als Umsatztreiber: »Ottakringer« bringt limitierte Sonderedition in den Handel

Mit dem »Eurovision Song Contest 2026« in Wien nutzt die »Ottakringer Brauerei« die internationale Aufmerksamkeit gezielt für neue Vertriebsimpulse. Eine limitierte Sonderedition soll sowohl im Handel als auch bei Eventformaten zusätzliche Nachfrage generieren.

Pannatura Frühstück - Falstaff PROFI

Betrieb, Forschung und Praxis am Podium: David Simon (Leitung Jagdbetrieb »Pannatura«), Trendforscherin Hanni Rützler und Spitzenkoch Peter Zinter.

© Andreas Hafenscher

45 Mio. Euro Umsatz: »Pannatura« setzt auf Wild, Bio und neue Absatzkanäle

Der Maibock als Exempel: Beim »Pannatura«-Frühstück in Wien zeigte sich, welche Rolle nachhaltige Produkte künftig in Gastronomie und Handel spielen können. Das »Esterhazy«-Unternehmen entwickelt sich positiv, trotz angespannter Marktsituation.

Panarum - Falstaff PROFI

Italienische Köstlichkeiten: Viel Betrieb bei der Verkostung im »Steirereck im Stadtpark«

© Philipp Horak für Panarum

Italienische Spezialitäten für die Gastro: »PANARUM« startet in Österreich

Das Wiener Handelsunternehmen von Giuseppe Didomenico präsentierte erstmals seine Selektion italienischer Spezialitäten für HoReCa-Kunden und Feinkostpartner. Im Mittelpunkt standen die Produkte und ihre Herkunft.

Hilcona, CEO Martin Henck - Falstaff PROFI

Innovative Produkte, die begeistern, und Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft passen zusammen, sagt Hilcona-CEO Dr. Martin Henck.

© Hilcona

Hilcona feiert 90 Jahre – und modernisiert seinen Gründungsstandort in Schaan

Das international tätige Kulinarikunternehmen investiert in hochmoderne Produktions- und Logistikstrukturen – und stärkt damit den Hauptstandort in Liechtenstein. Aber auch im deutschen Bad Wünneberg wird jetzt produziert.

Mit »weboffice.digital« gewinnen Gastronom:innen wieder Zeit für das Wesentliche – ihre Gäste.

© Foto beigestellt

Ein System für alle Aufgaben: »weboffice« als digitale Gesamtlösung

Advertorial

Vom Kassensystem bis zur Personalplanung: »weboffice« bringt die notwendige Struktur in Ihre digitale Betriebsführung.

Der Newsletter für echte Profis

Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!