Taylor Swift © Paolo Villanueva/CC BY 2.0 DEED

Taylor Swift © Paolo Villanueva/CC BY 2.0 DEED

Musiktourismus boomt: Taylor Swift und Co. werden zum »Reiseziel«

»Opodo«-Umfrage zeigt: Auftritte von Weltstars wie Swift, Adele oder AC/DC sorgen für Spitzenwerte bei Reisebuchungen. Mehr als ein Drittel der Deutschen sind bereit zu reisen, nur um ein Konzert zu besuchen.

von Alexander Schöpf
08. Mai 2024

Dass Musik die Menschen bewegt, ist kein Geheimnis. Der Trend, seinen Lieblingsmusiker:innen auch geografisch zu folgen, hat sich zu einem regelrechten Musiktourismus-Boom entwickelt, wie eine aktuelle Umfrage* des Online-Reisevermittlers »Opodo« in Deutschland zeigt. So haben 45 Prozent aller Befragten schon einmal eine Reise gebucht haben, nur um ein Konzert zu besuchen – 37 Prozent würden es sogar erneut tun. Und damit sind sie nicht alleine, denn 90 Prozent treten eine solche Reise mit Freund:innen oder der Familie an. Unter den 25- bis 34-Jährigen ist die Reisebereitschaft derzeit am größten: Hier sind es ganze 54 Prozent aller Befragten, wobei 45 Prozent es noch ein weiteres Mal tun würden. 36 Prozent würden dafür sogar nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern europaweit reisen; 23 Prozent sogar international.

Aber auch regional zeigen sich Unterschiede in der Reisebereitschaft der deutschen Befragten: Hessische Musikfans sind besonders reisefreudig und können sich mit 33 Prozent nicht nur vorstellen, für ein Konzert ins internationale Ausland zu reisen. 29 Prozent  wären bereit, sowohl innerhalb Deutschlands als auch innerhalb Europas zu reisen. Bremen und das Saarland komplettieren die Top 3 – jeweils 27 Prozent der Befragten wären bereit, für ein Konzert in die Ferne zu reisen. Gute Nachrichten gibt es auch für den lokalen Tourismus: Mit 82 Prozent ist die überwiegende Mehrheit der Befragten ohne regionale Unterschiede bereit, ihren Konzerturlaub in der Region zu verlängern.

Adele und Coldplay mit Buchungsboom

Ein Blick in die Entwicklung der Reisebuchungszahlen von »Opodo« vor dem Hintergrund der Tourtermine internationaler Stars, bestärkt die Umfrageergebnisse**. Die aktuellen Buchungsdaten verdeutlichen, wie diese Events internationale Gäste anziehen und die lokale Tourismusbranche maßgeblich beeinflussen. Im Zeitraum der Konzerte von Taylor Swift in Gelsenkirchen zwischen dem 17. und 19. Juli stiegen die Buchungen um 57  Prozent, während in München vom 27. und 28. Juli ein Plus von 72 Prozent verzeichnet wurde.

Auch während der Auftritte der britischen Band Coldplay in München am 15., am 17. und 18. August, ist eine Zunahme der Buchungen um 205 Prozent zu beobachten. Vor dem Start der Konzertreihe der Sängerin Adele am 2. August in München wurde zwischen dem 2. und 3. August ein Buchungszuwachs von beeindruckenden 276 Prozent verzeichnet. Aber nicht nur Popstars stehen bei reisefreudigen Fans hoch im Kurs, auch die australischen Altrocker von AC/DC können noch sich nach wie vor auf eine treue Anhängerschaft verlassen. So verzeichnete München im Vorfeld zweier AC/DC-Konzerte einen Buchungszuwachs von 48 Prozent zwischen dem 8. und dem 16. Juni.

Ein Blick auf die Herkunftsländer der internationalen Besucher:innen erlaubt eine Vermutung, welche Landsleute besonders gern internationale Konzerte genießen. Spanier:innen stehen durchgehend an der Spitze der internationalen Fans. Für die Zeiträume der Taylor-Swift-Konzerte kommen bis zu 25 Prozent (Gelsenkirchen) der Buchungen aus Spanien, während es beim Coldplay-Konzert in München noch stolze 17 Prozent sind. Weitere bedeutende Anteile kamen aus Ländern wie Österreich, Großbritannien und Deutschland, was die europaweite Anziehungskraft dieser Konzerte verdeutlicht.

Destinationen profitieren von verlängerten Aufenthalten

Die ausgewerteten Daten deuten nicht nur auf eine kurzfristige Steigerung der Buchungszahlen während der genauen Konzerttage hin, sondern zeigen auch, dass die Besucher:innen ihren Aufenthalt in den Städten oft verlängern. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass beinahe die Hälfte aller deutschen Befragten (46 Prozent) mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch die nähere Umgebung der Konzert-Location erkunden würden. Die internationale Präsenz und die Besucher:innenströme können also wiederkehrende Besuche und ein langfristiges Interesse an den jeweiligen Orten fördern.

Davon profitieren auch Hotels und andere Unterkünfte – 76 Prozent der Befragten buchen für eine Konzertreise ein Hotelzimmer oder eine ähnliche, günstigere Unterkunft (Hostel etc.). Verlängerte Aufenthalte können die Städte auch außerhalb der Konzertsaison attraktiv machen. Diese Trends bestätigen die Rolle von Musikveranstaltungen als wichtige Wirtschaftsfaktoren, die den Tourismus in den Gastgeberstädten nachhaltig fördern und die internationale Attraktivität dieser Orte steigern. Ob Pop-Ikone oder Rock-Legende – die Städte, in denen diese Künstler auftreten, erleben einen bemerkenswerten Aufschwung, der weit über die Konzerttage hinausreicht.


* Die Daten entstammen einer Umfrage mit 1.000 Befragten aus Deutschland vom 5. April 2024 bis 16. April 2024. Die Umfrage wurde vom Marktforschungsunternehmen OnePoll durchgeführt.

** Basierend auf Opodo-Buchungen vom 1. Juli 2023 bis 25. April 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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