Michael Duscher, Johanna Mikl-Leitner, Axel Nemetz und Johannes Scheiblauer
© NLK Pfeiffer
Niederösterreich will sich vom Ausflugsziel zum Urlaubsland entwickeln
Entscheider aus Hotellerie und Tourismus kamen auf Einladung der Hoteliervereinigung zum ersten Branchentalk von Landeshauptfrau und Tourismuslandesrätin Johanna Mikl-Leitner nach Baden, um über die Zukunft von Niederösterreichs Tourismus zu diskutieren.
von Alexander Schöpf
20. November 2023
Über 20 Hoteliers und Touristiker trafen am Donnerstag auf Einladung der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) zum Hotelierstreffen im Hotel »At the Park« in Baden zusammen. Gemeinsam mit der für Wirtschaft und Tourismus zuständigen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und dem Geschäftsführer der Niederösterreich Werbung Michael Duscher tauschte man sich über das neue Tourismusgesetz, künftige touristische Projekte und die Entwicklung Niederösterreichs in diesem Bereich aus.
4.000 Betten mehr müssen her
Ganz klares Ziel sei, »Niederösterreich vom Ausflugsland zum Kurzurlaubs- und Urlaubsland zu entwickeln«, so Mikl-Leitner. Niederösterreich verfüge über die meisten Ausflugsziele, »aber wir haben noch immer zu wenig Betten in unserer Region, wodurch immer noch zu viel Wertschöpfung verloren geht«. Deshalb werde man in den nächsten vier Jahren mit vielerlei Maßnahmen 4.000 zusätzliche Betten im Bundesland schaffen. Hierzu werde man die heimische Hotellerie und Gastronomie mit dem »Wirtepaket« finanziell unterstützen, erklärte die Landeshauptfrau.
Dieses sei insgesamt vier Millionen Euro schwer und setze sich aus drei Punkten zusammen: »Aus der Gastgeber-Förderung, wo Investitionen in der Höhe von 20 Prozent bzw. bis maximal 400.000 Euro gefördert werden«, führte die 59-Jährige aus. Zum Zweiten mit der Gründungs- und Übernahmeförderung, wo ein Zuschuss von bis zu 50.000 Euro gewährt werde, »und der dritte Punkt ist unsere Wirtshausprämie (PROFI berichtete), wo bis zu 10.000 Euro abgeholt werden können«. Im Idealfall könne sich ein Betrieb auf diesem Weg bis zu 100.000 Euro Förderung abholen.
Bester September aller Zeiten
NÖ-Werbung-Chef Michael Duscher verwies darauf, dass der heurige September »der beste in der Geschichte des niederösterreichischen Tourismus« war. Mit mehr als 760.000 Nächtigungen habe man ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum September 2022 verzeichnet und liege damit noch höher als im September 2019, dem bisher erfolgreichsten Tourismusjahr im Bundesland. Er unterstrich überdies große Projekte, die sich bereits jetzt positiv auf die touristische Entwicklung auswirken, wie beispielsweise die sogenannten »Entdeckertouren«, eigens in den Regionen kuratierte Reisen, die Sport, Kulinarik, Kunst und Kultur in Niederösterreich in einem Urlaubs-Package vereinen. Er gab zudem einen Ausblick auf die das Frühjahr 2024, in dem man beispielsweise eine große Radkampagne starten und das neue Programm »Radpartner Niederösterreich« vorstellen werde.
Zum neuen Tourismusgesetz hob Duscher hervor: »Was wir seitens NÖ Werbung an diesem neuen Gesetz besonders gut finden ist, dass die Verwendung der finanziellen Mittel der Gemeinden per Gesetz zweckgewidmet an touristische Ausgaben wurde.« Abschließend betonte er: »Unser enormer Vorteil in Niederösterreich, der einen großen Mehrwert für den heimischen Tourismus mit sich bringt, ist die enge Verschränkung im Tourismussystem.« Die NÖ Werbung sei eigentumsrechtlich verbunden mit den NÖ Tourismusdestinationen, was eine gute strategische Zusammenarbeit in Richtung Weiterentwicklung und Qualitätstourismus möglich mache.
Engagement stimmt optimistisch
Im Anschluss an die Statements von Mikl-Leitner und Duscher nutzte die Landeshauptfrau die Gelegenheit, um mit den teilnehmenden Hoteliers, Gastronomen und Touristikern über die aktuellen Herausforderungen aber auch Erfolge in den einzelnen Regionen zu sprechen. ÖHV-Niederösterreich-Vorsitzender Hannes Scheiblauer, selbst Gastgeber in der »Kothmühle« in Neuhofen und im »Schloss an der Eisenstraße« in Waidhofen/Ybbs, zeigte sich mit dem Event jedenfalls zufrieden: »Es ging und geht allen, die zu diesem wichtigen Termin gekommen sind, um die Zukunft des Landes und des Tourismus, und darum, was jeder und jede einzelne beitragen kann. Das Engagement, mit dem alle bei der Sache sind, stimmt optimistisch.«
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