Das magische Kaffeekanderl der Oma: Brachte es Manuel Kopper-Zisser den Sieg mit seinem »Marillenknödel«?
© Roland Graf
»Prunk&Charme« zeigt, wie locker man 100% österreichische Cocktails mixt!
Den Einsatz für heimische Cocktail-Zutaten erhöhte die Initiative »Austro Spirits« mit einem eigenen Wettbewerb. Am Ende machte ein flüssiger Marillenknödel das Rennen. Zur Kreativität mit kleiner CO₂-Bilanz machten aber alle sechs Mixologen Mut.
von Roland Graf
29. August 2025
Die Wettbewerbsbühne am großen Cocktailfestival »Liquid Market« war gleich ein Statement. Mitten unter den Bars der Weltmarken in Wien standen die Kreationen der heimischen Brenner im Fokus. Kate Schröder hatte »Prunk&Charme« organisiert. Mit den Bartender-Kollegen Lisa Neubauer (»Brother Louis«, Stuttgart), Johanna »JoJo« Luger, (»Burdock«, Salzburg) sowie Daniel Schellander (»Marie«, Klagenfurt) stand auch eine hochkarätige Jury parat. „Ein Land im Glas“ lautete das Motto, bei dem unter Verzicht auf gängige Bar-Zutaten wie Zitrussäfte die Schönheit regionaler Ingredienzien und Spirituosen im Fokus stand.
Shaken mit »Kilometer 50«
Das konnten Birnen, Fichten und Bergkäse aus Vorarlberg sein, mit denen Robert Suvada (»LuSt«, Bregenz) den lokalen Pfanner-Whisky veredelte. Aber auch Veilchen und Frizzante von Josef Loiskandl, mit dem der Weinviertler Felix Puchwein (»Soul Drinks«-Catering) an Kaiserin Elisabeth erinnerte. Mit einem an die italienischen »kilometro zero« erinnernden Ansatz trat Biobauer Christian Fürthauer (»Feldbauernhof«, Steinbach/Attersee) an. Von den Heidelbeeren bis zu den roten Rüben der 77-jährigen Mama kamen alle Zutaten aus einem Radius von 50 Kilometern um den Event-Hof des Oberösterreichers. »Das Motto spricht mir aus der Seele«, so Fürthauer, der für seinen »Wiener Blut«-Cocktail den Sonderpreis der Jury für den nachhaltigsten Beitrag erhielt.

Mehlspeisen zum Trinken
András Lovasi sorgte als gebürtiger Ungar dann für internationales Flair, auch wenn die Zutaten seines »Padre Mozart« klar nach Salzburg verwiesen. Der Bartender aus dem »Eggerwirt« in St. Michael/Lungau richtete seine cremig-schokoladige Kreation auch auf einer Wiese und eine Marzipan-Geige an. Süß wurde es dann bei den Inspirationen seines Landsmannes Sascha Riepl (»Ginhouse«, Zell am See) und Manuel Zisser-Kopper (»LuSt«-Bar, Bregenz). Während der Salzburger einen Zwetschkenröster für seinen »Der molekulare Kaiser« in einen Sirup verwandelte, ließ sich der Bartender aus Vorarlberg vom Marillenknödel inspirieren.
Der Kaffee von der Oma
Zu dem gab es immer Kaffee bei seiner Großmutter, weshalb Kopper-Zisser auch das originale »Kanderl« zum Servieren nutzte. Und die Oma (oder ihre Kanne?) brachten ihm Glück – der »Marillenknödel« samt Espuma und Keks-Bröseln – gewann er den ersten »Prunk&Charme«–Wettbewerb.
Als Preis winkte ihm neben einem eigenen Podcast der Traum vieler Bartender: die eigene Hoshizaki-Eismaschine. Mit dem -50%-Gutschein auf alle Fabrikate kam Zisser-Kopper diesem Ziel deutlich näher. Nach seinem ersten Sieg bei einem Bar-Wettbewerb streute der gebürtige Wiener Neustädter auch dem »Austro Spirits«-Team Rosen: »Einer der coolsten Wettbewerbe, bei denen ich je dabei war«. Ein weiterer Award für Robert Suvada (»Beste Technik«) machte den Vorarlberger Triumph am Otto Wagner-Areal perfekt. Doch am Ende gab es vor allem einen Gewinner – die österreichische Spirituosen-Szene!

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