"Bierfokus" Restaurants in Wien
In der unkomplizierten Atmosphäre eines Beisls wird raffiniert aufgekocht. Gemüse ist Hauptdarsteller der ausschließlich vielgängigen Menüs, samt Weinraritäten von kleinen Produzenten ein Gesamtkunstwerk.
Seit Jahren Spitze in Sachen Wein, das Essen spielt in der gleichen Liga. Küchenchef Michael Gubik steht für eine kreative, produktfokussierte Küchenlinie. Mehrgängige Menüs. Oder einfach perfekten Chilileberkäse.
Das »Stern« in Simmering mag auf den ersten Blick so aussehen wie ein durchschnittliches Wiener Gasthaus. Doch normal ist hier schlicht gar nichts. Es beginnt schon beim Blick in den Kühlschrank beim Entrée, wo bei den Speisen über die Gasse stets ein Feldhasen-Chili vorrätig ist. Die Spur führt zum ebenso jagd- wie weinverrückten Patron Christian Werner. Zweiter Leidenschaft ist eine Weinkarte mit fast 700 Positionen zu verdanken. Falsch – zwei Weinkarten, je eine für Rot und Weiß. Anderswo hält man Prosecco zum Apéro für das Höchste der Gefühle, hier darf es auch mal Roederer Cristal glasweise zu einem räsonablen Tarif sein. Und nach dem Abgang von Peter Zinter ins Donnerskirchner »Gogosch« die nächste Ungewöhnlichkeit: Der neue Mann am Herd heißt Armin Hagenhenrich und stammt aus Münster. Das ungewöhnliche österreichisch-deutsche Lokal »Die Botschaft« in Kopenhagen hat er konzipiert, im kultigen Berliner »Clärchens Ballhaus« kochte er auch. Jetzt sollte es Wien sein: »Stand schon immer auf meiner Liste. Hier kann man noch was bewegen.« Die Speisekarte will er kleiner machen, um präziser zu werden. Das schmeckt dann so. Wenn Patron Werner 200 Fasane beisammen hat, macht Hagenhenrich daraus 15 Liter Consommé, dazu Dotter und Sherry – schlicht genial. Auch neu: »Bio-Kalbszungensalat« dezent asiatisch mariniert mit Frisée. Neuerdings fix im »Tasting-Menü« (6 Gänge zu freundlichen 95 Euro): Hirn gebacken in herrlich französischer Kaisergranat-Bisque. Und kürzlich auf Facebook avisiert: Schweinsfuß »Pierre Koffmann« – ein legendäres Gericht des Franzosen aus seinem ehemaligen Drei-Sterner in London Knightsbridge. Hagenhenrich hat sichtlich noch allerhand vor.
Die überschaubare Größe des stylischen Lokals trägt viel zum Wohlfühlfaktor bei, um den Rest kümmern sich Chefkoch Daan de Val und seine Frau Evelyn im Service. Das Ergebnis: relaxtes Fine Dining.
Ein Stück echte »grüne« Steiermark im Wienerwald: Umgeben von Natur gibt’s Köstliches für jeden Hunger – mit viel Liebe gekocht. Kürbiskern zieht sich hier genussvoll von der Vorspeise bis zum Dessert.
Steakliebhaber laben sich an perfekt zubereiteten Cuts von den besten Fleischlieferanten der Welt: Im stylischen Lokal werden irisches Tomahawk, Rib-Eye aus Uruguay und Filet aus Neuseeland serviert.
Dieses Urwiener Wirtshaus mit gemütlichen Stuben gehört seit 2020 zum Augustiner-Bräu München. Auf der Karte fällt das durch den Obatzten auf. Ansonsten: Raritäten wie Fiakergulasch oder Hirn geröstet.
Ganz Österreich auf einem Teller: deftiges Gulasch, Bauern-Gröstl oder ein exzellentes, sämiges Beuschel – danach vielleicht Marillenknödel oder Palatschinken. Insgesamt einfach immer eine gute Idee.
Der jüngste und kompakteste Zugang im Plachutta-Imperium. Auf kleinem und adrett gestyltem Raum werden erstaunlich viele Gäste in verblüffender Geschwindigkeit mit dem »Best of« Plachutta versorgt.
Vom unscheinbaren Äußeren darf man sich nicht täuschen lassen, denn innen verbirgt sich urige Beislatmosphäre und eine wunderbar bodenständige Küche – das gilt längst nicht nur fürs mustergültige Wiener Schnitzel.
Ein Wirtshaus wie damals: Seit über 70 Jahren werden hier Alt-Wiener Traditionsgerichte mit saisonalem Schwerpunkt (gute Wildgerichte!) serviert, Retro-Charme und Gemütlichkeit gehören ebenfalls dazu.
Ein kulinarischer Ausflug nach Böhmen: Gebackener Quargel, gebratene Markscheiben oder ein gebratener Blunzenkranz bringen Herzhaftes auf den Teller – Powidltascherln sind das erfreuliche süße Finale.
Kurzurlaub ohne Reise: An der Alten Donau zeigt sich Wien von seiner schönsten Seite. Die Küche spannt den Bogen von modern-mediterran bis orientalisch – von Steinpilzravioli bis zur veganen Blunzn.
In Margareten wird die Beisltradition hochgehalten – bodenständig und ehrlich sind Service und Ambiente wie natürlich auch Küche: Innereien-Expertise (Nierndln!) steht da neben Klassik-Liebe (Surschnitzel!).
Ein Lokal, das im Wiener Prater längst Kultstatus hat und fast schon eine ikonische Sehenswürdigkeit ist. Das »Einsermenü« aus Stelze und Bier ist Pflicht und gehört eigentlich auf jede Bucket-List.
Paradies für Fleischesser und Biertrinker. Die hausgereiften Steaks und die Hauswürstel sind schon klasse, der hauseigene Leberkäse ist schlicht Kult. Wie auch das samtige, vom Tank gezapfte Budweiser.
Dass man in der Familie Laskowsky weiß, worauf es in der Wiener Wirtshausküche ankommt, ist stadtbekannt. Auch in Ottakring wird der Tradition gehuldigt: Tafelspitz und Rahmbeuscherl vom Feinsten!
Während entspannt das eine oder andere Seidel süffiges Hausbier die Kehle hinabrinnt, sieht man in der offenen Küche Steaks und Pattys bei 1000 Grad rauchig-aromatisch brutzeln. Homemade Popcorn.
Klassisch gemütlich geht es in dem mit dunklem Holz vertäfelten Wirtshaus zu. Bestseller: Bratl, Spareribs, Spanferkel. Der weitläufige Biergarten gilt als einer der schönsten Plätze der Stadt.
Traditionsreiches Gasthaus mit ebensolcher Karte. Neu hingegen sind glutenfreie Gerichte und glutenfreies Bier. Apropos Bier: Vom Fass wird hier unter anderem Augustiner gezapft. Tipp: Pariser Schnitzel »Nestroy«.