Internationale Tageszeitungen Cafés in Oberösterreich
Spätestens seit dem Lied von Tommy Cash weiß jeder, was ein Espresso macchiato ist. Die Gäste der Kaffeewerkstatt wissen freilich schon viel länger, wieso der Espresso mit einem Klecks Milchschaum so köstlich schmeckt. Genauso wie die anderen Spezialitäten übrigens auch.
Dem Wiener Weinschenker und Zuckerbäcker Johann Zauner müssen einige Denkmäler gebaut werden. Ihm ist es zu verdanken, dass Bad Ischl seit 1832 für süßes Handwerk und famose Patisserie steht. Was wäre die Kaiserstadt wohl ohne Ischler Oblaten und Zaunerstollen?
Wenn man mit Roland Mayer ins Gespräch über Mehlspeisen und Handwerk kommt, dann kann das schon etwas dauern. Aber jede Sekunde ist es wert. Am liebsten würde man bei ihm in die Lehre gehen. Leidenschaft pur, außergewöhnliche Cremeschnitten. Ein Betrieb mit Herz.
Der Geheimtipp von Gmunden liegt prominent bei der Traunbrücke, aber doch abseits des großen Trubels. Schickes Ambiente mit trendigen Speisen für die Seele und vorzüglichem Kaffee, der in Italien nicht besser sein könnte. Die Mehlspeisen wecken Kindheitserinnerungen.
So viel Platz und solche Öffnungszeiten findet man in Traun kaum, um mit einem deliziösen Frühstück in den Tag zu starten. An warmen Tagen haben bis zu 100 Personen im Freien Platz, und geöffnet ist sowieso an 365 Tagen im Jahr. Perfekt für Bio-Tee und mehr.
Auszeichnungen um Auszeichnungen: Maître Chocolatier Johannes F. Bachhalm wurde mehrfach für seine Pralinen, Schokoladen und Torten geehrt. Zu Recht, denn das Handwerk, einzigartige Geschmackserlebnisse und Engagement für den Nachwuchs verdienen nichts anderes als Gold.
Marillenknödel, der flaumige Traum aus Topfenteig und Butterbrösel, bedeuten zwar 20 Minuten Wartezeit, aber jede Minute ist es wert. Wer sich die Zeit verkürzen möchte, bestellt einen aromatischen Espresso, Trendsetter nehmen dazu Vanilleeis, also Affogato.
Dreimal ertönt das Glockenspiel am Hauptplatz, bei jedem Cafébesuch klingelt es bei den Gästen, und sie denken sich: Hier bin ich richtig, hier wird noch Kaffeehauskultur gelebt. Im Winter betreibt Michael Breitfuß am Taubenmarkt die beste Maronihütte in Linz.
Lange bevor Hausröstereien hip wurden, röstete Bernd Himmetsberger schon Kaffeebohnen von ausgewählten Kleinbauern und bezahlte dafür einen fairen Preis. Und das macht er nach wie vor. Die Qualität ist top, ebenso wie die Frühstücksvarianten und die hausgemachten Kuchen.
Von Schülern erhält die Konditorei fix einen Einser, denn die bekommen in der Früh ein Butterkipferl gratis, wenn sie ein Heißgetränk bestellen. Aber auch bei den unzähligen Stammgästen ist der »Sturmi« die unangefochtene Nummer 1. Das Roggensauerteigbrot ist ein Wahnsinn.
Das Traxlmayr muss man nicht beschreiben – man kennt es. Wenn doch nicht, hier ein paar Eckdaten: Familienbetrieb seit 1847, Altwiener Kaffeehaus, idyllischer Gastgarten, Treffpunkt für Politiker und Unternehmer, 112 (!) Zeitungen zur Auswahl. Noch Fragen?
Zu Fuß in die große kulinarische Welt stapfen. Nichts leichter als das, wenn man in Vorchdorf weilt. Die international gehaltene Speisekarte entführt zu Kebab, Spaghetti Carbonara und XXL-Burger. Danach passen Espresso doppio und Baklava. Oder doch Eispala?
Die Bio-Bäckerei Stöcker ist eine 100-Prozent-Bäckerei: Bezüglich Qualität und Geschmack gibt es keine Kompromisse. Und das seit 1260. Der Traditionsbetrieb setzt ganz neue Maßstäbe und belebt den Nachhaltigkeitsgedanken. Außergewöhnliches Handwerksbrot.
Angenehmes Ambiente mitten in Traun. Hier trifft man sich gerne auf Kaffee und Kuchen, plaudert und lässt den Tag Revue passieren. Gourmets können sich sicher sein, dass sie Qualität bekommen. Die Torten sind vom Jindrak, Pralinen vom Chocolatier Wenschitz.
Amore calda. Allein wenn Italiener dieses Dessert – in Österreich unter Heißer Liebe bekannt – aussprechen, dann schmelzen die Herzen wie Vanilleeis auf warmen Himbeeren. Eis und Eisbecher sind die Visitenkarte, aber vom Tiramisu sollte man schon auch kosten.
Wenn eine saftige Sachertorte oder eine sündige Malakofftorte ein Lächeln ins Gesicht zaubert, dann wohl beim Gassner – eine echte Bilderbuchkonditorei. Besonderes Wahrzeichen sind jedoch die Meisterwerk-Torten, die nach individuellen Wünschen gefertigt werden.
Bianca Panhölzl weiß, wie sie den Gästen ins Herz schauen kann. Und zwar mit hausgemachten Mehlspeisen, die vereinen, was man sich von Desserts wünscht. Perfekt austariert, nie zu süß, bei der Sachertorte gute Harmonie zwischen Schokolade, Marmelade und saftigem Teig.
Café Häferl: Kaffeehaushimmel in Vorchdorf
Wie vom Wiener Kaffeehaushimmel gefallen und durch einen glücklichen Zufall in Vorchdorf gelandet präsentiert sich das Café Häferl am Schlossplatz 8. Caféliebhaberinnen und -liebhaber finden in diesem gemütlichen Prachtexemplar von einem Wiener Café alles, was es für einen g'schwinden Kaffee oder eine ausgedehnte Sitzung braucht: nach allen Regeln der Kaffeesiedekunst zubereitete österreichische Kaffeespezialitäten, eine großzügige Auswahl an Zeitungen und Zeitschriften, feine süße und pikante Kleinigkeiten sowie auch am Sonntag frisches Gebäck. Auf der kleinen Karte des Hauses finden sich Klassiker der Kaffeehausküche. Da wünscht man guten Appetit zum Beispiel auf Frankfurter oder Debreziner, den guten alten Toast Hawaii, das ebenfalls getoastete Hausweckerl oder ein schnelles Mittagessen à la Hausmann.
Ein Zugeständnis, und zwar an die Kaffeehausliteraten und Projektenmacher von heutzutage, ist das flotte W-Lan. Und weil's ein Café ist und keine Konditorei, hat das Häferl im Sommer auch bis am späten Abend offen. Hier will man schließlich außerhalb der eigenen vier Wände daheim sein.
Im Sommer liegt eine Eiskarte auf; der Schani sperrt den lauschigen Gastgarten auf der Veranda auf, und über die Budel gereichtes Tüteneis aus Konditorhand gibt's obendrein.
All das ist einerseits ganz traditionell und andererseits doch neu. Und umgekehrt. Nicht nur, was die Pflege der Kaffeehauskultur betrifft. Auch als Kaffeehaus schreibt das Café Häferl ein jahrzehntelanges Stück Lokalgeschichte weiter. Denn das Häferl mit seiner jungen Einrichtung und Ausstattung ist seit November 2014 zwar ein absolutes Novum im Ort, setzt aber eine Traditionslinie fort. Schließlich ist schon seit 1934 an der Adresse Schlossplatz 8 (fast) durchgehend ein Café zu finden gewesen. An diese goldenen Zeiten wieder stil- und glanzvoll anzuknüpfen, das haben sich Hausbesitzer Reinhard Danner und Cafetier Stefan Windischbauer zusammen vorgenommen – und so ein Stück vom Wiener Kaffeehaushimmel über Vorchdorf aufgespannt.