»Bauch Beine Po«: Sommerhit lässt Matcha-Nachfrage explodieren
Bei Iced Matcha Latte denken nach diesem Sommer viele nicht mehr nur an das grüne Erfrischungsgetränk. Doch während Shirin David mit ihrer Single dem Getränk zu enormer Popularität verhalf, warnen Experten vor potenziellen Gesundheitsrisiken.
Mit ihrem Sommerhit »Bauch Beine Po« hat Shirin David nicht nur die Musikcharts erobert, sondern auch den Trend um Matcha nachhaltig angeheizt. Bereits in der ersten Zeile ihres Songs wird der Iced Matcha Latte – eine Mischung aus Matchapulver, Milch und Eiswürfeln – erwähnt. Bald darauf entwickelte sich der Ohrwurm zum angesagten Trendgetränk. Laut dem Deutschen Tee und Kräutertee Verband wurden von Januar bis August 2024 allein in Deutschland etwa 240 Tonnen Matcha aus Japan importiert – ein Anstieg von 240 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Die erhöhte Nachfrage nach Matcha ist jedoch nicht allein Shirin David zu verdanken, die ihren Song erst Ende Juli veröffentlichte. Der Verband betont, dass diese Trends in Kombination mit einem wachsenden Bewusstsein für Gesundheit und Wellness den Matcha-Boom zusätzlich anheizen.
Nicht rechtlich geschützt
Trotz des Booms bleibt Matcha in Deutschland jedoch ein Nischenprodukt. Der Gesamtmarkt für Tee ist groß: Allein im vergangenen Jahr wurden rund 51.000 Tonnen Schwarz- und Grüntee importiert. Dabei macht Grüntee, zu dem auch Matcha zählt, lediglich 7,4 Prozent dieses Marktes aus. Verbreitung und Angebot sind also nach wie vor begrenzt, auch wenn dies vor allem den Großstädtern anders erscheinen mag.
Neben der Begeisterung für das Getränk gibt es jedoch auch kritische Stimmen. Die Verbraucherzentrale NRW weist auf potenzielle gesundheitliche Risiken hin, die mit dem Konsum von Matcha verbunden sein können. Ein zentraler Punkt ist, dass der Begriff »Matcha« in Deutschland nicht rechtlich geschützt ist. Das bedeutet, dass viele Produkte, die als Matcha vermarktet werden, nicht unbedingt die traditionellen Herstellungsstandards erfüllen.
Vorsicht vor Koffein
Zusätzlich gibt es Bedenken hinsichtlich der Inhaltsstoffe. Laut Verbraucherzentrale können je nach Anbaugebiet die verwendeten Teepflanzen Aluminium und Blei aufnehmen. Diese Schwermetalle können gesundheitsschädlich sein, insbesondere in hohen Mengen, da sie das Nervensystem und die Knochen schädigen können. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die tägliche Aufnahme von Matcha auf maximal drei Tassen zu beschränken und darauf zu achten, dass pro Tasse nicht mehr als ein Gramm Matchapulver verwendet wird. Zudem sollten regelmäßig Produkte und Marken gewechselt werden, um eine einseitige Schadstoffbelastung vorzubeugen.
Kinder sollten beim Konsum von Produkten mit hohem Matcha-Anteil vorsichtig sein, da Matcha mehr Koffein enthält als herkömmlicher Grüntee und in einigen Rezepturen sogar an den Koffeingehalt eines Espressos heranreichen kann.
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