Das sind die LGBTQIA+-freundlichsten Reiseländer
Welche Reiseziele heißen queere Besucher besonders willkommen? Der Spartacus Gay Travel Index liefert Antworten – mit überraschenden Aufsteigern, besorgniserregenden Rückschritten und einem neuen Spitzenreiter.
Die Wahl des Reiseziels ist für viele Menschen eine Frage von Wetter, Kulinarik und Kultur. Doch für die LGBTQIA+-Community geht es oft um mehr – nämlich um Sicherheit und Akzeptanz. Der Spartacus Gay Travel Index 2025 liefert erneut einen Überblick über die Länder, die als besonders offen und einladend für queere Reisende gelten. Eine Überraschung gibt es gleich an der Spitze des Rankings: Erstmals landet Island auf Platz eins und setzt sich damit vor die bisherigen Spitzenreiter Kanada, Malta, Portugal und Spanien, die sich jedoch weiterhin unter den Top 5 behaupten. Deutschland reiht sich auf einem soliden sechsten Platz ein – gemeinsam mit Neuseeland. Deutlich schlechter schneiden Länder wie Georgien ab, das durch queerfeindliche Gesetzgebung von Platz 109 auf Platz 162 abrutscht. Auch die USA verlieren einige Plätze und landen auf Rang 48.
Dass Island nun an der Spitze steht, ist kein Zufall. Das Land punktet mit einer konsequent inklusiven Gesetzgebung, gesellschaftlicher Akzeptanz und Veranstaltungen wie der Reykjavik Pride, die längst zum nationalen Ereignis geworden ist. Neben Island gibt es weitere Aufsteiger: Griechenland verbessert sich dank der Legalisierung der Ehe für alle von Platz 38 auf 15. Ebenfalls Thailand, das dadurch von Platz 54 auf 41 hochklettert. Auch Curaçao zeigt dahingehend Fortschritte und springt von Platz 70 auf 58. Während sich einige Länder weiter öffnen, gibt es auch Rückschritte: Georgien verliert massiv an Boden und fällt durch zunehmenden russischen Einfluss deutlich im Ranking. Die USA rutschen ab, da die Rechte von Transpersonen auf nationaler Ebene beschnitten wurden. Am unteren Ende der Liste finden sich Länder wie Afghanistan, Iran und Saudi-Arabien, in denen Homosexualität weiterhin strafbar bleibt.
Sicher reisen
Der Spartacus Gay Travel Index wird seit 2012 jährlich vom Spartacus International Gay Guide veröffentlicht und dient als Orientierungshilfe für queere Reisende. Das Ranking bewertet die rechtliche und gesellschaftliche Lage von LGBTQIA+-Personen in insgesamt 216 Ländern und Regionen. Dabei fließen Informationen aus verschiedenen Quellen ein, darunter Equaldex, die Internationale LGBT+-Vereinigung ILGA, das Transrespect-Projekt sowie Human Rights Watch.
Die Bewertung erfolgt anhand von 18 Kategorien, die sowohl positive als auch negative Faktoren berücksichtigen. Dazu zählen unter anderem das Recht auf Ehe und Adoption, Antidiskriminierungsgesetze oder der Schutz vor Hassverbrechen. Gleichzeitig werden aber auch Einschränkungen wie Strafverfolgung, Todesstrafe für queere Menschen oder Verbote von Regenbogen-Symbolik mit einbezogen. So entsteht ein differenziertes Bild darüber, wie sicher und willkommen sich LGBTQIA+-Personen in den jeweiligen Ländern fühlen können.
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