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Durchwachsenes Dutzend

Durchwachsenes Dutzend
© Konarzewski

Der große Schoko-Nikolo-Test 2024

Schokolade
Produkttest

Zwölf unschuldige Nikolos wurden entkleidet und stückchenweise verkostet. Zum Favoritensterben unter den Schoko-Heiligen kam es beim Falstaff-Test aber nicht, denn die Weihnachtsmänner der geschmacklichen Mitte machten sich das innere Kind zum Komplizen und arbeiteten mit den entwaffnenden Methoden der Emotion. Und Süße.

Gleich vorweg: Auf dem Siegertreppchen der Falstaff Schoko-Nikolo-Verkostung finden sich heuer keine Außenseiter. Bis auf einen weit abgeschlagenen Letztplatzierten und ein dichtes Getummel an den mittelguten Plätzen birgt die Blindverkostung keine Überraschung – bis auf die enttarnte Nostalgieanfälligkeit der Verkoster. Wie so oft im Leben sagt ein Urteil mehr über den Absender als den Adressanten, und beim Testobjekt Nikolo reagieren die Geschmacksknospen stark auf die Dreifaltigkeit des Kinderadvents – Süße, Schmelz und Schokoladigkeit.

Mit glänzenden Augen, sensiblen Gaumen und im steten Dialog mit dem inneren Kind urteilte die Falstaff Redaktion nach strengen Kriterien – überwacht von einer Tasting-Supervisorin, die zwei rein pflanzliche Samples einschleuste. Optik der Schokolade, Aroma, Geschmack, Mundgefühl und Abgang wurden auf einer Skala von 0 bis 20 bewertet, zusätzlich wurden Begründungen zu Papier gebracht. Das Test-Sample stellt einen Querschnitt gängiger Marken im Einzelhandel dar, die sich im niedrigen bis mittleren Preissegment bewegen. Bevor die Schoko-Nikoläuse verkostet wurden, mussten sie unkenntlich gemacht werden: Die 13 Testpersonen bekamen zwölf anonyme Schoko-Körperteile gereicht, der Preis wurde nicht kommuniziert. Und nun zu den Ergebnissen.

Die hinteren Ränge

  • Platz 12: »Hauswirth Nikolo«, 2x45 Gramm, 1,49 Euro.

Die Tester bemängelten die rauchigen, am Gaumen kratzenden Noten der Schokomasse und die flüchtigen Kakao-Aromen. Angesichts des günstigen Verkaufspreises keine Weihnachtstragödie, denn der Hauswirth Nikolo hat seinen Kumpanen Krampus als Plus 1 im Zellophansackerl dabei. 56/100 Punkte.

  • Platz 11: »Lindt Hello Vegan Santa«, 80 Gramm, 3,59 Euro.

Streng genommen kein klassischer Nikolaus, aber irgendwie muss sich dieser vegane Silver Ager mit Sonnenbrille mit von seinem Markenbruder – zu ihm kommen wir später – abgrenzen. Auch geschmacklich befinden wir uns mit den eindimensionalen Kakaonoten abseits des süßen Schemas. Manche mögen's extraherb, aber unter den Testpersonen gehörten diese »Manche« eben zur Minderheit. 72,6/100 Punkte. 

  • Platz 10: »Heindl, Nikolo Figur Vollmilchschokolade«, 150 Gramm, 5,90 Euro. 

An diesem Schoko-Heiligen schieden sich die Geister. Das Urteilpendel schlug insbesondere beim Mundgefühl zwischen »hervorragend« und »trocken« aus. Einig war man sich hingegen in einer Frage: »Wo bleiben die Schokonoten!?« Trotz hohen Kakaoanteils mangelt es diesem Nikolo an geschmacklichem Charakter. 73,3/100 Punkte.

  • Platz 9: »Xocolat Nikolaus aus Edelvollmilchschokolade«, 50 Gramm, 6,50 Euro

Ordentlich Kakaotiefe, herber Abgang, dafür fehlender Schmelz – keine Bestnote bekam dieser Nikolo von der Testermehrheit. Chefredakteur Christoph Schwarz stellte sich schützend vor das Geschmacksprofil des ihm gereichten Schoko-Körperteils: »Herrlich vollmundig und kräftig, mit deutlichen Kakaonoten. Ein Nikolo, der mit seiner angenehm dicken Schokoschicht ganz nebenbei auch für das richtige Mundgefühl sorgt.« Der Lobgesang stieß auf unbekehrbare Ohren: Mit 76,6 Punkten von möglichen 100 ist der Heilige von »Xocolat« weit hinten abgeschlagen.

 

© Konarzewski
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Das Mittelfeld

  • Platz 8: »Spar Natur*pur Bio Nikolaus«, 150 Gramm, 3,99 Euro

»Leicht, zartschmelzend, cremige Konsistenz, subtile Vanillenoten« - die Tastingnotizen klangen verheißungsvoll, aber eimal mehr kosteten unterrepräsentierte Kakaonoten diesen Nikolo den Sieg. Der vegane Zwilling der Spar-Eigenmarke – unter den Top 5 – lässt dieses Bio-Exemplar hinter sich. 78,7/100 Punkte.

  • Platz 7: »Billa Bio Nikolo«, 150 Gramm, 3,99 Euro

Endlich bekommen die Tester:innen ihre langerwarteten Kakaonoten! Trotz des »trockenen, leicht pulvrigen« Abgangs mit herben Nachhall darf sich dieser optische Klon des Heindl-Nikolos (der Wiener Produzent beliefert die Rewe-Eigenmarke) auf dem 7. Platz ausruhen. 79/100 Punkte.  

  • Platz 6: »Lidl Favorina Weihnachtsmann«, 200 Gramm, 1,79 Euro

Vollmundiger Preis-Leistungs-Sieger, der nicht zu süß ausfällt, aber geschmacklich schnell verblasst: »Lidl« belegt mit diesem elegant-matten Diskonter-Riesen einen soliden Platz im Mittelfeld.  80,3/100 Punkte.

  • Platz 5: »Spar Veggie veganer Bio Schoko-Nikolaus«, 150 Gramm, 3,99 Euro. 

Dass man es hier mit einem rein pflanzlichen Exemplar zu tun hat, blieb den Falstaff-Zungen nicht verborgen. Die zurückhaltende Süße und das intensive, komplexe Kakao-Aroma rechnete man diesem Nikolo aber hoch an. Ein Tester lobte die frischen, nahezu minzigen Geschmacksspitzen. 80,5/100 Punkte.

  • Platz 4: »Monarc Hofer«, 200 Gramm, 1,99 Euro 

Der Diskonter hat mit diesem Nikolo viel richtig gemacht: Schöner Bruch mit leichtem Knack, unaufdringliche Süße, die mit dem Kakao auf der Zunge harmoniert – und das zu einem günstigen Preis. 81/100 Punkte.

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Die Top-Platzierten

  • Platz 3. »Storck Merci Weihnachtsmann«, 60 Gramm, 2,19 Euro. 

Lasst uns froh unter munter sein, wir befinden uns auf idealtypischem Nikolo-Terrain: »Merci« schickt ein Exemplar ins Rennen, das mit angenehmem Schmelz die Zunge mollig ummantelt. Nussig-würzige Kontraste sorgen für den nötigen Ausgleich zum dominanten Milchgeschmack. 84,5/100 Punkte.

  • Platz 2. »Milka Nikolo Alpenmilch«, 90 Gramm, 2,89 Euro

Dem Großteil der Tester gelang es nicht, den markencharakteristischen »Milka«-Geschmack zu erkennen, denn dieser lässt auf sich warten: Die süß-aromatischen Schokoladenuancen entwickeln sich erst nach und nach, mit dezenten Kaffee-Anklängen und Vanille am Höhepunkt. Der Wirkung dieser entwaffnenden Komponenten standen die Tester machtlos gegenüber. Kindheitserinnerungen: aktiviert! 91,4/100 Punkte.

  • Platz 1: »Lindt Weihnachtsmann Vollmilch«, 70 Gramm, 3,29 Euro

Ein Mann der geschmacklichen Mitte, der auf sicherem Pfad der Süße als Sieger die Ziellinie überquert: Der »Lindt Weihnachtsmann« glänzt wie ein Einser und beherrscht die nostalgieauslösenden Noten auf der Klaviatur des Geschmacks: Präsente Kakao-Aromen – nicht zu dominant –, schön eingebunden in die milde Mischung aus cremigen Milchnoten und süßem Grundrauschen. Die Katze war schnell aus dem Jutesack: Die »Lindt'sche« Samtigkeit wurde von der Mehrheit der Tester  als solche identifiziert, geschadet hat es der Bewertung aber nicht: Klarer Punktesieg dank konstant guter Noten, ohne Ausreißer nach unten. 96,7/100 Punkte.

 

Patricia Konarzewski
Patricia Konarzewski
Chefredaktion Digital
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