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Ex-»Grill den Henssler«-Juror Heinz Horrmann ist tot

Nachruf
Todesfall
TV-Shows

Über Jahrzehnte kommentierte er das Geschehen der Gastronomie mit Fachkenntnis und Schärfe. Nun ist Heinz Horrmann, Gastrokritiker und langjähriger TV-Juror, im Alter von 82 Jahren gestorben.

Sein Urteil hatte Gewicht – und nicht immer gefiel es allen: Heinz Horrmann galt als scharfsinniger Beobachter der Gastronomieszene, der sich weder anbiederte noch zurückhielt. Nun ist der langjährige Restaurantkritiker, Buchautor und Juror bei TV-Formaten wie »Grill den Henssler«, im Alter von 82 Jahren gestorben. Wie seine Ehefrau gegenüber Bild bestätigte, starb Horrmann in der Nacht zum 19. Juni im Schlaf in seiner Berliner Wohnung.

Horrmanns beruflicher Weg begann im Journalismus. Nach ersten Stationen bei Lokal- und Tageszeitungen schrieb er unter anderem für die Welt und Bild, ehe er sich auf Hotellerie und Gastronomie spezialisierte. Schnell entwickelte er sich zu einem meinungsstarken Kritiker – mit scharfem Blick für Details, aber auch mit einem tiefen Verständnis für die Strukturen und Herausforderungen der Branche.

 

Sein Urteil war gefragt – in Print, Radio, Fernsehen und auf internationalen Bühnen. Horrmanns Bücher über Hotel- und Restaurantkultur fanden ein breites Publikum; über 30 Titel veröffentlichte er im Laufe seines Lebens. Dabei verband er journalistische Neugier mit hoher Fachkenntnis – und mit der Gabe, seine Kritik pointiert, mitunter provokant, aber stets fundiert zu formulieren.

Fernsehkarriere mit Kultstatus

Einem Millionenpublikum wurde Heinz Horrmann durch seine Rolle als TV-Juror bekannt. Von 2007 bis 2013 war er fester Bestandteil der Vox-Sendung »Die Kocharena«, später bewertete er in »Grill den Henssler« bis 2016 das Können prominenter Hobbyköch:innen. Gemeinsam mit Reiner Calmund bildete er ein markantes Duo, das mit Humor, Direktheit und gelegentlich scharfer Zunge für Gesprächsstoff sorgte. Horrmanns Kommentare galten als gefürchtet – nicht zuletzt, weil sie den Finger oft genau in die Wunde legten.

 

Eine absolute Bereicherung für die Branche.

 

Reiner Calmund äußerte sich nach Bekanntwerden des Todes bewegt: »Sein Tod lässt meine Gedanken zurückschweifen auf viele gemeinsame Kochsendungen und jede Menge Spaß, den man mit ihm immer garantiert hatte«, sagte er der Bild. Horrmann sei »eine absolute Bereicherung für die Branche« gewesen – und ein Mensch, der seinem Stil stets treu blieb.

Ausgezeichnetes Lebenswerk

Für seine Verdienste um die Gastronomie- und Hotelleriebranche wurde Heinz Horrmann vielfach ausgezeichnet. Er erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande sowie zweimal den »Five Star Diamond Award« der American Academy of Hospitality Sciences als bester Hotel-Autor. Auch die Brillat-Savarin-Stiftung ehrte ihn mit dem Carl-Friedrich-von-Rumohr-Ring für sein Lebenswerk – eine der renommiertesten Auszeichnungen der kulinarischen Welt.

Horrmann blieb bis ins hohe Alter aktiv. Erst vor rund drei Jahren habe er sich endgültig aus dem Berufsleben zurückgezogen, sagte seine Ehefrau. Bis dahin habe er »mit großer Freude gearbeitet« – ein Satz, der sich wie ein roter Faden durch seine Laufbahn zieht.

Mit dem Tod von Heinz Horrmann verliert die deutschsprachige Gastronomie eine ihrer markantesten Stimmen.


 

Redaktion
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