Franco Bernabei – Abschied von einer Leitfigur der zeitgenössischen italienischen Önologie
Er spielte eine zentrale Rolle beim Aufschwung des Chianti Classico und gehörte zu den Schlüsselfiguren der Modernisierung des italienischen Weinbaus. Über Jahrzehnte hinweg stand er zahlreichen Weingütern zur Seite und trug dazu bei, einen präziseren, klarer erkennbaren und zeitgemäßen Stil des Sangiovese zu definieren. Sein Tod hinterlässt eine Lücke in der Branche.
Franco Bernabei war eine der zentralen Persönlichkeiten der italienischen Önologie und gehörte zu den Protagonisten, die die Wiederbelebung des zeitgenössischen Weins in Italien begleitet und gefördert haben. Er stammt ursprünglich aus Venetien, wählte jedoch später die Toskana als seine neue Heimat und ließ sich in Greve nieder, wo er dazu beitrug, die Wahrnehmung des Sangiovese neu zu definieren, indem er dessen Potenzial aufzeigte, das bis dahin nur erahnt worden war.
Neben Pionieren wie Giuseppe Mazzocolin aus Felsina und Giovanni Manetti aus Fontodi gehörte er in den frühen 1980er Jahren zu den Ersten, die entschlossen an sortenreine Sangiovese-Weine glaubten und diese mit Weitsicht und Konsequenz auf den internationalen Markt brachten.
Bernabé, eine Persönlichkeit von großer Eleganz und Strenge, war auch für seinen unverwechselbaren persönlichen Stil bekannt: Man erzählt sich – nicht ohne ein Lächeln –, dass er selbst in den tiefsten Winkeln des Weinkellers niemals auf seine Krawatte und eine makellose Pflege seines Äußeren verzichtete.
Ich kannte ihn seit über dreißig Jahren, und ich muss zugeben, dass ich ihn in all dieser Zeit noch nie ohne Krawatte gesehen habe.
Wer ihn gekannt hat, erinnert sich so an ihn: mit einer seltenen Übereinstimmung zwischen Person und Beruf, stets makellos, stets unverkennbar.
Ich wünsche Ihnen eine gute Reise, mein lieber Freund!
Falstaff ist in Gedanken bei der Familie des Verstorbenen.